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Unbekannte schmücken Bäume und Hütten

Es weihnachtet im Landkreis nicht nur in den Stuben und Vorgärten, sondern auch in der freien Natur. Doch wo es etwas zu holen gibt, sind die Diebe nicht weit.

Diese Kiefer an der Straße Freital-Kesselsdorf wird jedes Jahr von Unbekannten geschmückt.
Diese Kiefer an der Straße Freital-Kesselsdorf wird jedes Jahr von Unbekannten geschmückt. © Annett Heyse

Er ist wieder da. Pünktlich in der Adventszeit steht ein liebevoll geschmückter Weihnachtsbaum im Niemandsland an der Staatsstraße zwischen Freital und Kesselsdorf. Lkws brummen auf dem Weg in Richtung Autobahn vorbei, Pkws düsen vorüber. Leicht wiegen sich die Zweige im Sog der Fahrzeuge und schicken einen weihnachtlichen Gruß an die Fahrer. Jedes Jahr um diese Zeit.

Wer den Baum schmückt, ist nicht bekannt. Fakt ist: Seit mehreren Jahren schon wird die Kiefer in der Weihnachtszeit dekoriert. Und der oder die Unbekannten haben sich dieses Mal besonders viel Mühe gegeben. So bekam der Baum sogar eine Lichterkette verpasst, die über eine Solarzelle mit Strom gespeist wird.

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Weißeritztalbahn dampft an Weihnachtsbäumen vorbei

Geschmückte Bäume in Vorgärten - das kann jeder. Seit geraumer Zeit ist zu beobachten, dass Menschen vermehrt in der freien Natur Bäume mit Kugel behängen, um Wanderern, Radfahrern und Reisenden eine Freude zu machen. So steht im Rabenauer Grund zwischen Eisenbahntrasse und Wanderweg ein Weihnachtsbaum, so wie schon im vergangenen Jahr.

Auch am Streckenabschnitt zwischen Seifersdorf und Malter wurde eine Gemeine Fichte von Unbekannten in einen Weihnachtsbaum verzaubert.

Ebenso wurde am Mittelpunkt Sachsens eine Fichte bunt geschmückt. Dem Vernehmen nach soll es sich um Mountainbiker gehandelt haben, die hier am Ersten Advent zur Tat schritten.

An der Weißeritztalbahn zwischen Malter und Seifersdorf grüßt dieser Weihnachtsbaum Wanderer und Reisende.
An der Weißeritztalbahn zwischen Malter und Seifersdorf grüßt dieser Weihnachtsbaum Wanderer und Reisende. © Annett Heyse

Kein Weihnachtsfrieden am Einsiedlerstein

Doch nicht jedem in der freien Natur geschmückten Baum ist eine friedliche Adventszeit beschieden. Das musste Familie H. aus Freital erfahren. Ihren vollen Namen wollen sie nicht in der Zeitung lesen, der Heimlichkeit in der Weihnachtszeit wegen. Auch die H.s wollten anderen eine Freude bereiten und machten sich am ersten Advent auf zum Einsiedlerstein in der Dippoldiswalder Heide. Im Gepäck hatten sie zwei Kartons mit Kugeln aus Uromas Nachlass.

"Nichts besonderes. Die Kugeln waren schon alt und sahen etwas verblichen aus", berichtet Frau H. Die Familie dekorierte damit eine Fichte direkt neben dem Rastplatz am Einsiedlerfelsen. Gut zwanzig Kugeln hängten sie an den Baum und dazu noch einige Holzfiguren. Doch als die Freitaler am dritten Advent bei einer Wanderung durch die Dippoldiswalder Heide nach ihrem Bäumchen schauten, war der komplette Schmuck weg. "Ich finde es unverständlich und sehr traurig, dass so etwas geklaut wird", sagt Frau H.

Tischschmuck in der Wanderhütte

Mehr Respekt vor der Arbeit anderer herrscht nahe Malter. Dort wurden zwei Wanderhütten weihnachtlich dekoriert. Eine der Hütten steht am Waldrand nahe der Kurhausstraße. Hier gibt es sogar einen Adventskalender: An einer Leine baumeln kleine, nummerierte Tüten, gefüllt mit Nippes.

Etwas oberhalb des Wasserspielplatzes steht an einer Wiese eine weitere Wanderhütte mit Blick auf Malter. Hier wurde der Tisch festlich geschmückt. Das Weihnachtsgesteck hat sogar eine Lichterkette, die bei Dunkelheit für eine schöne Stimmung sorgt. Damit alles schön sauber bleibt, wurde in einer Ecke der Hütte ein Wasserkanister mit Tuch deponiert und einem netten Hinweis, bei Bedarf den Tisch zu reinigen.

Bei Malter haben Unbekannte eine Wanderhütte weihnachtlich geschmückt. Sogar an eine funktionierende Lichterkette im Gesteckt wurde gedacht.
Bei Malter haben Unbekannte eine Wanderhütte weihnachtlich geschmückt. Sogar an eine funktionierende Lichterkette im Gesteckt wurde gedacht. © Annett Heyse

Mit derart netten Gesten sorgen all die heimlichen Wichtelmänner, Wichtelfrauen und Wichtelkinder für Freude im Advent. Und wenn die Weihnachtszeit vorbei ist, wird der Schmuck wieder eingesammelt. Die Kiefer an der Straße nach Kesselsdorf allerdings muss nicht ein Jahr bis zum nächsten Einsatz warten. Erfahrungsgemäß wird sie schon im Frühjahr abermals geschmückt - mit Ostereiern.

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