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Bannewitzer Wanderwege bleiben in Gemeindehand

Vorerst ist die geplante Entwidmung zweier Bannewitzer Wanderwege vom Tisch. Das könnte sich aber im nächsten Jahr ändern.

Der Wanderweg zur Eutschützer Mühle in Bannewitz wächst zu. Wer kümmert sich um den Erhalt des beliebten Weges?
Der Wanderweg zur Eutschützer Mühle in Bannewitz wächst zu. Wer kümmert sich um den Erhalt des beliebten Weges? © Norbert Millauer

Zwei Wanderwege in Bannewitz, die eigentlich nicht mehr im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde liegen sollten, werden vorerst nicht angetastet. Die Gemeindeverwaltung wird die Entwidmung verschieben. Wie Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos) sagt, sei der Tagesordnungspunkt der Entwidmung im Gemeinderat zur Abstimmung in diesem Jahr nicht mehr angedacht. "Wegen der Corona-Situation haben wir derzeit wichtigere Punkte, die geklärt werden müssen. Ich rechne damit, dass vor Frühjahr nächsten Jahres in Bezug auf die beiden Wanderwege keine Entscheidung fallen wird", sagt Fröse gegenüber Sächsische.de.

Die Forderung der Entwidmung betrifft zwei Wege. Zum einen den von der Rosentitzer Straße aus, im Bannewitzer Ortsteil Eutschütz, welcher in den gleichnamigen Grund zur Eutschützer Mühle führt. An dem Weg, der an der Rosentitzer Straße 17 entlangführt, droht eine alte Mauer einzustürzen. Zudem ist der Weg mit einer Länge von 156 Metern auf Privatgrund sehr zugewachsen. Dieser Durchgang war seit 1995 im Besitz der Gemeinde Bannewitz, allerdings gehört ein Teil des Wanderweges einem Grundstückseigentümer. Dieser bat die Gemeinde darum, den Weg einzuziehen. Er verwies darauf, dass der Weg nicht mehr begehbar sei.

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Bei dem anderen Abschnitt, der an der Hausnummer 39 entlangführt und 147 Meter lang ist, ist gar kein Wanderweg mehr ersichtlich. Stattdessen steht dort eine Zaunabsperrung eines Privatgrundstückes. Die Baulast und die Verkehrssicherungspflicht obliegen hier dem Grundstückseigentümer. Auch dieser beantragte die Einziehung des Weges. Als dieser im Jahr 1995 gewidmet wurde, gehörte er noch der Gemeinde Bannewitz.

Das Vorhaben zur Entwidmung der Wege war seit dem 12. August drei Monate lang veröffentlicht worden. Ob auch nach einer Einziehung beider Wege zum einen noch die Verkehrssicherungspflicht zumindest teilweise bei der Gemeinde liegen wird, und ob wenigstens der Weg am Grundstück Nummer 17 dann noch "auf eigene Gefahr" begehbar bleibt, müssen die Gemeinderäte entscheiden, mit Zuhilfenahme des Sächsischen Straßengesetzes.

Laut Gesetz kann zum Beispiel eine Straße eingezogen werden, wenn sie keine öffentliche Verkehrsbedeutung mehr hat oder überwiegende Gründe des öffentlichen Wohls vorliegen. Die Teilentziehung einer Straße ist zulässig, wenn nachträglich Beschränkungen der Widmung auf bestimmte Benutzungszwecke oder Benutzungsarten aus überwiegenden Gründen des öffentlichen Wohls festgelegt werden. Ob also "keine öffentliche Verkehrsbedeutung" vorliegt oder "überwiegende Gründe des öffentlichen (Wanderer)-Wohls" vorliegen, müssen die Bannewitzer Räte im nächsten Jahr klären.

Bis auf Weiteres kümmert sich damit die Gemeinde weiterhin um die Pflege der Wege. Ob es später Wege mit dem Hinweis "Betreten auf eigene Gefahr" werden, sie gänzlich als Wanderwege wegfallen oder sich die Gemeinde trotz einer Entwidmung um die Pflege der Stege kümmert und sie begehbar lässt, müssen die Räte im kommenden Jahr entscheiden.

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