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Es geht doch: Weihnachten in der Kirche

Die Pfarrer in Freital und dem Osterzgebirge bereiten Gottesdienste unter Corona-Bedingungen vor. Eine Idee sind Krippenspiele mit Marionetten.

Kinder der Kurrende sangen in den letzten Jahren zu Weihnachten während der Christvesper in der Kirche St. Marien Pirna. Dieses Jahr ist vieles anders. Aber nicht alles.
Kinder der Kurrende sangen in den letzten Jahren zu Weihnachten während der Christvesper in der Kirche St. Marien Pirna. Dieses Jahr ist vieles anders. Aber nicht alles. © Daniel Förster

Weihnachten wird in diesem Jahr anders. Die meisten Weihnachtsmärkte wurden wegen der Corona-Krise abgesagt - Menschen sollen nicht in Massen aufeinander treffen. Zudem wird diskutiert, wieviel Menschen privat zusammen feiern können. Für die Kirchgemeinden im Landkreis ist es in der Corona-Pandemie schwierig, ihre Weihnachtsgottesdienste vorzubereiten. Jetzt werden Hygienekonzepte erstellt und man hofft, dass sie dann tatsächlich zum Tragen kommen. Sächsische.de hat zusammengetragen, was die Kirchgemeinden der Region am Heilig Abend planen.

Namentliche Anmeldung in der Possendorfer Kirche

Grundsätzlich sollen die Menschen in der Possendorfer Kirche, die zur Gemeinde Bannewitz gehört, die christlichen Weihnachtstage so gut es geht genießen können, sagt Kirchenvorsteher Peter Behrendt: "Es ist so, dass wir derzeit noch alles in der Kirche durchführen möchten und dementsprechend auch so planen."

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Zwei Christvespern mit Krippenspiel seien bislang am Heiligen Abend vorgesehen, eine ab 14 Uhr und eine weitere um 16 Uhr. Allerdings sei es notwendig, sich vorher verbindlich im Pfarramt für eine der beiden Vespern mit der jeweiligen Personenanzahl namentlich anzumelden, betont Behrendt. "Die Plätze werden dann von uns zugewiesen und dafür Platzkarten ausgegeben. Es gibt auch nur eine reduzierte Platzanzahl, die wir bereitstellen können."

Am ersten Weihnachtsfeiertag ist für 15 Uhr ein Gottesdienst geplant und am zweiten Weihnachtsfeiertag ab 16 Uhr das Krippenspiel der Erwachsenen. Zudem soll am Sonntag dem 27. Dezember ab 16 Uhr das Weihnachtsliedersingen mit dem Posaunenchor stattfinden, zu Silvester ist ab 17 Uhr ein Gottesdienst geplant.

Peter Behrendt sagt dazu: "Wir hoffen, dass die Christvespern am Heiligen Abend in der Kirche stattfinden können. Falls nicht, spielen wir gedanklich das Szenario durch, wie die Vespern im Freien abgehalten werden können." Offen sei zudem auch, ob an den Festtagen eine "offene Kirche" zu bestimmten Zeiten personell abgedeckt werden kann.

Dippoldiswalde plant Fernseh-Gottesdienste

"Die Entscheidungen in unseren Gemeindeleitungen waren nicht leicht zu finden", sagt der Dippser Pfarrer Sebastian Schurig. Letztlich haben die sich auf Folgendes verständigt: In Dippoldiswalde wird ein Gottesdienst im regionalen Fernsehen zu sehen sein. Am 24. Dezember werden fünf kurze Weihnachtsgottesdienste zu etwa 30 bis 35 Minuten gehalten - vier am Nachmittag und einer am Vormittag. "Ein Krippenspiel wird es nicht am 24. geben, sondern an einem der folgenden Feiertage und nach Möglichkeit auch in dem Fernseh-Gottesdienst", so der Pfarrer. Geprobt werden könne derzeit nicht, die allgemeinen Verordnungen unterbinden das. In den anderen Orten des Kirchspiels soll es Heiligabend Vespern in den Kirchen geben. In einem Ort wird ein Freiluft-Gottesdienst gefeiert, wenn das entsprechende Hygienekonzept genehmigt wird.

Kirchgemeinde Höckendorf plant optimistisch

Zur Kirchgemeinde Höckendorf gehören die Colmnitzer, die Ruppendorfer, die Dorfhainer, die Klingenberger und natürlich die Höckendorfer Kirche. "Zur Zeit sind überall die Christvespern geplant", sagt Gemeindemitarbeiterin Betti Skowronski: "Aber es stehen natürlich auch überall Fragezeichen dahinter." Erst eine Woche vor Weihnachten, so schätzt sie, wird die Kirchgemeinde Gewissheit haben, in welcher Form sich die Gottesdienste durchführen lassen.

Krippenspiele wie gewohnt wird es nicht geben, "wir konnten ja nicht richtig proben." Statt dessen führen Höckendorf und Klingenberg das Krippenspiel jeweils am 24. Dezember um 15.15 Uhr verkürzt mit nur drei oder vier Mitspielern auf. Die Ruppendorfer haben ihr Krippenspiel als Film gedreht, der am ersten Weihnachtsfeiertag zum Festgottesdienst um 10 Uhr in der Kirche gezeigt werden soll.

In Dorfhain ist am 24. Dezember 14 und 17 Uhr die Christvesper mit Wort und Musik geplant, und in Colmnitz gibt es am 24. Dezember die Christvesper um 17 Uhr, das Krippenspiel dann am 26. Dezember um 16 Uhr. Die "Streichhölzer", eine Gruppe aus Geigenschülern und dem Kammerorchester Dippoldiswalde, wollen am 27. Dezember, 10 Uhr, in Ruppendorf zum musikalischen Gottesdienst spielen.

"Die Termine stehen jetzt zwar so im Gemeindebrief, doch zur Zeit können wir nicht versprechen, dass alles so stattfindet", sagt Skowronski. Aktuelle Informationen gäbe es auf jeden Fall im Internet auf der Webseite der Kirchgemeinde Höckendorf. "Dort können wir kurzfristig reagieren."

Altenberg plant kurze Christvespern

"Die Frage nach Weihnachten bewegt uns als Gemeinden am meisten", sagt Altenbergs Pfarrer David Keller. Er sei sehr dankbar, dass Gottesdienste gefeiert werden dürfen. Da der 1,50-Meter-Abstand eingehalten werden muss, passen in die Kirchen weniger Menschen. Deshalb möchte man Heiligabend kurze Christvespern anbieten. In Altenberg, Schellerhau und Oberbärenburg wird es nicht jeweils zwei Gottesdienste, sondern vier geben. Auch in den anderen Kirchen sind Veranstaltungen geplant. Das klassisches Krippenspiel wird es nicht geben. "Es soll aber nicht ohne die Weihnachtsgeschichte ablaufen", sagt der Pfarrer. Wahrscheinlich wird die Weihnachtsgeschichte mit Handpuppen oder Marionetten gespielt werden. In Liebenau ist ein Scherenschnittspiel angedacht. Pfarrer Keller wünscht sich, dass möglichst viele Menschen Heiligabend ein Gotteshaus besuchen und die Botschaft hören: "Jesus Christus, der Retter der Welt, ist geboren." Keller hat auch einen Plan B. Sollten Gottesdienste nicht möglich sein, könnte es digitale Krippenspiele geben, die auf der Homepage der Kirchgemeinde Altenberg und dem Youtube-Kanal der Kirchgemeinde Altenberg gezeigt werden. Um das möglich zu machen, haben man sich vorsorglich um Fördermittel bemüht.

Anmeldung für die Gottesdienste in Altenberg, Schellerhau und Oberbärenburg: [email protected] oder per Telefon montags von 8-18 Uhr unter 0171 6900285.

Katholiken planen Krippenspiel-Film

Auch die katholische Kirche im Osterzgebirge hat mit den Planungen zum Weihnachtsfest begonnen, obwohl einiges noch unklar ist. In Zinnwald wird es eventuell ein Krippenspiel geben, dass von einer Familie einstudiert wird, sagt Pfarrer Gerald Kluge. In den anderen Pfarrorten wird es eventuell ein Krippenspiel-Film gezeigt. Es gebe die Idee, dass Familien je eine Szene des Krippenspiels spielen und das aufnehmen. "Die so entstandenen Videos werden dann zu einem gesamten Krippenspiel zusammengeschnitten", so der Pfarrer. Dieser Film könne in den Gottesdiensten per Beamer gezeigt werden und an den Weihnachtstagen als Endlosschleife in der Kirche laufen und auf dem Yotube-Videokanal der Kirchenmaus Susi erscheinen. Nach Informationen des Pfarrers gibt es bereits genügend Familien, sie sich an der Aktion beteiligen wollen.

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Heiligabend wird es in Freital ein oder zwei ökumenische Gottesdienste im Hains geben. Eventuell wird auch ein Gottesdienst in der katholischen Kirche gefeiert, der per Videotechnik und Beamer in den etwa gleichgroßen Gemeinderaum übertragen wird. In Dippoldiswalde wird es Heiligabend um 15 Uhr und 17.30 Uhr Gottesdienste in der Kirche geben, die ebenfalls per Videotechnik und Beamer in den etwa gleichgroßen Gemeinderaum übertragen werden. Gottesdienste soll es auch in Kipsdorf (16 Uhr) und in der evangelischen Kirche zu Zinnwald (17 Uhr) geben. Auch an den beiden Weihnachtstagen sind Gottesdienste in Freital, Kipsdorf, Zinnwald und Dippoldiswalde geplant. Im aktuellen Pfarrbrief wird es darüber hinaus Vorschläge für eine häusliche Weihnachtsfeier geben. Dort werden auch Online-Angebote aufgelistet.

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