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Weniger Äpfel durch Frühlings-Frost?

Äpfel, Birnen, Pflaumen - die heimischen Früchte werden derzeit geerntet. Allerdings sorgten Frost und Hitze für eine nur "moderate Ernte" im Landkreis.

Der Drittklässler Tom aus Bannewitz kostet die Äpfel an der August-Bebel-Straße. Hier ist Naschen erlaubt.
Der Drittklässler Tom aus Bannewitz kostet die Äpfel an der August-Bebel-Straße. Hier ist Naschen erlaubt. © Norbert Millauer

An Straßenrändern und auf Wiesen stehen derzeit oft prall gefüllte Apfel- und Birnbäume. Doch die Obstbauern im Landkreis sind teilweise mit dem Ertrag in dieser Saison nicht zufrieden. So habe der Frost zu den Eisheiligen im Frühjahr viele Blüten vernichtet. Vor allem Äpfel und Pflaumen bildeten deshalb weniger Früchte, heißt es auf SZ-Anfrage bei den Bauern im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.Derzeit startet langsam die Apfelernte. Die frühen Apfelsorten wurden bereits abgeerntet, darunter sind der „Klarapfel“ und auch der „Auguster“. Die späten Sorten wie „Boskop“ oder „Ontario“ gewinnen jetzt erst an Größe und Qualität.

Obst am Straßenrand

Im Allgemeinen gilt bei Obst am Straßenrand ein klares Pflückverbot, denn die Bäume sind Eigentum des Besitzers und dieser muss immer gefragt werden, bevor Obst gepflückt werden darf, aber: Die Einwohner von Bannewitz können die Äpfel, Pflaumen und Birnen der Straßenbäume in kleinen Mengen pflücken, wenn diese Bäume eine Plakette der Gemeinde Bannewitz tragen. 

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Äpfel reifen derzeit zum Beispiel an der August-Bebel-Straße in Bannewitz und Birnen gibt es an der Rosentitzer Straße. Einige Früchte waren bereits von den Menschen der "Gut Leben gGmbH" geerntet wurden und sollen unter anderem zu Saft verarbeitet werden. Wie die Gemeindeverwaltung mitteilt, würden aber auch an den Spielplätzen Obstbäume der Gemeinde stehen und ganz neu sei eine Streuobstwiese am Nöthnitzer Hang angelegt wurden. Dort sind die Bäumchen aber noch zu klein, um wirklich Früchte zu tragen.

Die Äpfel aus Kreischa

Die Obstfarm Pietzsch und Winkler, zur Quelle 1 in Kreischa, baut Äpfel sowie Sauer- und Süßkirschen an. Die Ernte der Kirschen sei bereits vollständig abgeschlossen. Jetzt würde die Apfelernte starten, sagt Wolfgang Pietzsch: „Die Sorten Gala und Elstar bieten wir bereits im Hofladen an. Der „Boskop“ folgt in etwa zwei Wochen.“ Den Bäumen hätte vor allem der Frost im Frühjahr zugesetzt, sagt Pietzsch und dann kam noch die Trockenheit hinzu: „Deshalb haben einige Äpfel Frostnarben gebildet. Diese bieten wird jetzt als Sonderverkauf an und erklären den Kunden, dass diese Veränderung der Schale aber keinen Einfluss auf den Geschmack hat und die meisten verstehen das auch“, sagt Pietzsch weiter.

Die Apfelpreise lägen in dieser Saison etwas höher als im Vorjahr. Begründet wird das mit den bisher im Vergleich zu anderen Anbietern bisher niedrigeren Preisen, die nun angepasst wurden. Neben Äpfeln gibt es in dem kleinen Hofladen unter anderem auch Honig von heimischen Imkern und Apfelsaft. Kunden können an den Wochentagen zwischen 8 und 16 Uhr und am Sonnabend zwischen 9 und 11 Uhr einkaufen. Der neue Familienbetrieb Kastanienhof Adam, in Kreischa, Brösgen 1, startet etwas später in die Obstsaison, sagt Inhaber Steve Adam: „Unsere Äpfel und Birnen hängen noch. Wir starten mit dem Verkauf erst im Oktober.“

Seinen Bäumen hätte vor allem die letzte Trockenheit zugesetzt. Somit sei der Ertrag etwas geringer als 2019. „Da viele Äpfel bereits von den Bäumen fallen, verwenden wir diese vor allem um Saft herzustellen, die anderen Äpfel verkaufen wir“, erklärt der Landwirt. Am 27. September soll der neue Hofladen eröffnen, der dann samstags von 10 bis 12 Uhr frisches Obst und Gemüse, sowie Hühner-und Wachteleier anbietet.

Das Obst aus Stolpen

Beim Obsthof Rüdiger im Stolpener Ortsteil Helmsdorf werden auf den Flächen in Elbersdorf und Helmsdorf unter anderem Äpfel, Pflaumen, Kirschen und Erdbeeren angebaut. Derzeit läuft die Pflaumen- und Apfelernte, sagt Ute Rüdiger im Gespräch: „Auch unseren Bäumen hatten die Eisheiligen mit dem Frost zu schaffen gemacht. Vor allem die Pflaumen waren betroffen. Sie hatten zwar Blüten, aber trugen nicht so viele Früchte.“

Das Jahr sei aber etwas besser als das letzte. 2019 sei die Ernte sehr schlecht ausgefallen, so Ute Rüdiger. Dennoch würden jetzt noch Pflaumen an den Bäumen hängen und diese sowie die Äpfel können sogar selbst gepflückt werden. Auf der Helmsdorfer Plantage können Kunden zwischen dem 21. und 25. September Äpfel und Pflaumen persönlich abpflücken, in Elbersdorf ist dies vom 26. bis zum 27. September sowie am 3. Oktober geplant. Der Hofladen in Stolpen hat von Dienstag bis Freitag von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Kein Selbstpflücken in Pesterwitz

Im Gut Pesterwitz bei Freital wird es wegen der Nachtfröste in diesem Frühjahr und die weniger optimalen Bedingungen im Sommer die beliebten Selbst-Pflücker-Tage in diesem Jahr nicht geben. Geschäftsführer Lars Folde sagt, das hätte es seit 26 Jahren noch nie gegeben: „Wir pflücken die Äpfel lieber selbst ab, damit wir unseren Kunden auch über den Winter noch Äpfel anbeten können.“ Schließlich hätte der Frost am 12. Mai viele Blüten vernichtet und zu Ernteeinbußen in Höhe von rund 50 Prozent im Vergleich zu 2019 geführt. 2021 soll es das Selbstpflücken dann aber wieder in Pesterwitz geben.

Dennoch werden auch jetzt im Hofladen verschiedene Sorten Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Pflaumen sowie andere Obstsorten angeboten. Alles wird umweltgerecht und kontrolliert angebaut: „Den Kilopreis für Äpfel haben wir um 15 Prozent anheben müssen“, sagt Lars Folde. „Damit liegen wir aber überwiegend noch unter den Preisen, die andere erheben.“ Am Montag und Dienstag käme die mobile Saftpresse, um das Fallobst zu Saft zu verarbeiten.

Dieser hat von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet und samstags von 8 bis 12 Uhr. Dort sind neben Obst und Gemüse auch Weine, Säfte, Honig, Milchprodukte und Wurst im Angebot. Der Besenausschank mit Wein und kleinen Häppchen öffnet freitags ab 16 und samstags ab 14 Uhr. Auch die Weintrauben seien in Pesterwitz vom Frost betroffen. Folde erwartet deshalb eine gestaffelte Lese.

Selbst die Körbe füllen in Dohna

Die drei Tage Frost im März haben auch den Früchten auf den Plantagen von Becks Obstscheune in Pirna-Krietzschwitz und Dohna-Röhrsdorf zugesetzt. Wie Geschäftsführer Thomas Beck sagt, hätte zusätzlich noch die Trockenheit den Bäumen zugesetzt: „Bei den Äpfeln haben wir im Vergleich zum Vorjahr einen Verlust von rund 40 Prozent, bei den Birnen sogar 50 Prozent.“ Viele Früchte seien zu klein, Äpfel hätten Frostnasen und dazu fielen die Früchte bereits von den Bäumen. „Das bedeutet, dass wir weniger Äpfel und Birnen in diesem Jahr verkaufen können und das Fallobst in die Kelterei geben müssen“, sagt Beck.

Die Pflaumenernte sei annähernd so ertragreich wie im letzten Jahr. Zufrieden war Thomas Beck aber bisher nur mit der Erdbeer- und Himbeerernte gewesen. Trotzdem können Kunden auf der Plantage in Dohna-Röhrsdorf auch in diesem Jahr ihre Äpfel und Birnen selbst pflücken, immer von Freitag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr. Zudem gibt es täglich frisches Obst und Gemüse in den beiden Hofläden. Der Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bestätigt für den gesamten Landkreis, dass vor allem der März-Frost für die schlechtere Ernte bei Äpfeln verantwortlich sei. Die Projektkoordinatorin Streuobst, Katrin Müller, sagt: „Dieses Jahr war die Obstblüte sehr gut. Jedoch kam genau zu dieser Zeit ein Kälteinbruch mit nächtlichen Minusgraden, der viele Blüten oder Fruchtansätze zunichtemachte.“ Durch die feucht-warme Witterung sei es zudem teilweise zu einem Pilzbefall mit der Monilia-Fruchtfäule gekommen und „auch die Kernhausfäule ist dieses Jahr verstärkt zu beobachten“, berichtet Katrin Müller .

Im Allgemeinen gilt bei Obst am Straßenrand ein klares Pflückverbot, denn die Bäume sind Eigentum des Besitzers und dieser muss immer gefragt werden, bevor Obst gepflückt werden darf, aber: Die Einwohner von Bannewitz etwa können die Äpfel, Pflaumen und Birnen der Straßenbäume in kleinen Mengen pflücken, wenn diese Bäume eine Plakette der Gemeinde Bannewitz tragen.

Äpfel reifen derzeit zum Beispiel an der August-Bebel-Straße in Bannewitz und Birnen gibt es an der Rosentitzer Straße. Einige Früchte waren bereits von den Menschen der „Gut Leben gGmbH“ geerntet wurden und sollen unter anderem zu Saft verarbeitet werden. Wie die Gemeindeverwaltung mitteilt, würden aber auch an den Spielplätzen Obstbäume der Gemeinde stehen und ganz neu sei eine Streuobstwiese am Nöthnitzer Hang angelegt wurden. Dort sind die Bäumchen aber noch zu klein, um wirklich Früchte zu tragen.

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