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Alter Brückenbau am Freitaler Windberg marode

Der Forst lässt das alte Widerlager einer ehemaligen Brücke der Windbergbahn reparieren. Der Denkmalschutz hatte einen Abriss verboten - aus einem Grund.

Das alte Widerlager der Windbergbahn zum Segen-Gottes-Schacht ist verwittert.
Das alte Widerlager der Windbergbahn zum Segen-Gottes-Schacht ist verwittert. © Annett Heyse

Tief verschneit schaut die alte Mauer im Windberggebiet bei Freital recht hübsch aus. Doch das Gerüst davor deutet darauf hin: Hier gibt es ein Problem. Das ehemalige Widerlager einer Brücke der Windbergbahn ist marode. Nun lässt der Sachsenforst das Bauwerk reparieren.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Arbeiten begonnen. Derzeit sind sie wegen anhaltender Fröste unterbrochen und sollen fortgesetzt werden, sobald das Wetter es zulässt.

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Untersuchungen hatten zuvor ergeben, dass die Steine aufgrund der Verwitterung nicht mehr sicher standen. Somit bestand Gefahr für die Nutzer des unmittelbar vorbeiführenden Wanderwegs.

Stichstrecken führten zu drei Kohleschächten

Ein Abriss kam jedoch nicht infrage, wie Kristina Funke, Sprecherin des Forstbezirks Bärenfels erklärt. "Einem Rückbau des Widerlagers und einer Renaturierung der Fläche hat jedoch die Denkmalbehörde widersprochen." So sei man zum Erhalt verpflichtet.

Die Windbergbahn zwischen dem Plauenschen Grund über Gittersee, Kleinnaundorf sowie Boderitz nach Bannewitz und weiter nach Hänichen und Possendorf wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Abschnitten gebaut. Sie galt für damalige Zeiten als ingenieurtechnische Meisterleistung, weil sie auf wenigen Kilometern zahlreiche Höhenmeter überwinden musste und sich in etlichen Kurven aus dem Tal noch oben schlängelte.

Sie war zunächst eine reine Industriebahn, deren Aufgabe es war, die Steinkohle aus dem Windberggebiet, aus Bannewitz und Possendorf nach Dresden zu transportieren. Später kam auch ein Personenverkehr hinzu. Die Gleisanlagen am Windberg wurden als Stichstrecken angelegt und verbanden den Segen-Gottes-Schacht, den Windbergschacht und den Neue-Hoffnungs-Schacht mit der Hauptstrecke.

Die Brücke, deren altes Widerlager nun repariert werden muss, führte über den Niederhäslicher Weg, der ins Poisental hinabführt. Über ihn kamen die Bergleute früher zu Fuß zu den Schächten. Heute ist er ein markierter Wanderweg.

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