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Freitaler werden erforscht

Die Uni Göttingen will mit Einwohnern über das Leben in der Stadt reden. Ein Thema wird dabei nicht zu umgehen sein.

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© Symbolbild/dpa

Freital. Was macht das Leben in Freital aus? Wie hat es sich verändert? Darüber wollen Sozialwissenschaftler des Instituts für Demokratieforschung der Universität Göttingen mit Einwohnern aus Freital ins Gespräch kommen. Um mehr über das Leben und die Bürger in Freital zu erfahren, werden Gesprächsteilnehmer für Gruppendiskussionen gesucht.

Im Spätherbst sollen die Gespräche mit vier bis acht Personen stattfinden. An wie viel Runden man teilnimmt, könne individuell entschieden werden. Die Universität hat dazu Flyer in Freital verteilt. Fachkenntnisse oder Vorwissen seien nicht erforderlich, es gehe um die persönliche Meinung und Erfahrungen. Die Universität bietet eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro an.

Einen Zusammenhang zu den Ereignissen rund um die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Leonardo-Hotel oder den mutmaßlichen Anschlägen der sogenannten „Gruppe Freital“, gegen die der Generalbundesanwalt wegen Terrorverdachts ermittelt, wollen die Forscher nicht vordergründig herstellen. Es sollten die wissenschaftlichen Ergebnisse nicht dadurch verfälscht werden. Den Göttingern ist jedoch klar, dass die Gespräche irgendwann auf die Frage der Flüchtlinge kommen. Weitere Städte, deren Leben erforscht werden, sind unter anderem Heidenau, Erfurt und Wiesbaden.

Das Institut für Demokratieforschung ging im Jahr 2010 aus der Göttinger Parteienforschung hervor. „Sinkende Wahlbeteiligung, allgemeines Desinteresse an politischen Vorgängen, fehlendes Verständnis demokratischer Abläufe – die Politikverdrossenheit breitet sich offenbar immer weiter aus“, beschreiben die Sozialwissenschaftler die Lage, der sie entgegenwirken wollen. Wissenschaftliche Analyse soll mit öffentlicher Vermittlung und Beratung verbunden werden. Die Ergebnisse der Forschung werden auch in den Städten präsentiert. (SZ)