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Bischofswerda

Freiwilligenjahr jetzt für mehr Jugendliche

Das Netzwerk Bischofswerda bietet mehr Einsatzstellen und ermöglicht auch Benachteiligten die Teilnahme. Das sind nicht die einzigen Neuerungen.

Plätze für das Freiwillige Soziale Jahr gibt es unter anderem in Pflegeheimen.
Plätze für das Freiwillige Soziale Jahr gibt es unter anderem in Pflegeheimen. © Symbolfoto: dpa

Bischofswerda. Für das am 1. September 2020 beginnende Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) hat die Bewerbungsphase begonnen. In dieser Woche wurden mit Interessierten die ersten Gespräche geführt, sagte Birgit Pietrobelli, die im Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit Bischofswerda den Freiwilligendienst koordiniert. Bewerbungen für das FSJ sowie den Bundesfreiwilligendienst sind das ganze Jahr über möglich. Das Netzwerk koordiniert den Einsatz der Freiwilligen und kümmert sich um die Bildungsarbeit, etwa durch Workshops, Seminare und teambildende Aktionen.

Aktuell sind, vermittelt über die Bischofswerdaer Einrichtung, 100 Freiwillige kreisweit, aber auch im Landkreis Görlitz und im Dresdner Umland, im Einsatz – 80 im FSJ und 20 im Bundesfreiwilligendienst. Sie helfen unter anderem in Kindertagesstätten, Schulen, Jugendhäusern, Altenheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Für rund 200 Einsatzstellen kann man sich bewerben. Dass es deutlich mehr Stellen als Bewerber sind, ist gewollt. „Wir möchten den Interessierten eine größere Auswahlmöglichkeit bieten“, sagt Birgit Pietrobelli.

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Bessere Betreuung

Mit dem neuen Jahr wird es auch neue Einsatzstellen geben, zum Beispiel in der Tanz- und Theaterwerkstatt Pulsnitz, der sich in Gründung befindlichen freien Schule Kamenz und in Bautzener Kindertagesstätten. Das ist nicht die einzige Neuerung.

Angeboten wird jetzt auch ein „FSJ plus“ für Jugendliche, die benachteiligt sind oder sich in einer besonderen Situation befinden. Beispielsweise junge Leute, die psychische Probleme haben oder deren soziale Kompetenzen noch nicht allzu stark ausgebildet sind, können davon profitieren. Entsprechend dem Einzelfall werden zusätzliche Betreuungsmaßnahmen angeboten – von Einzelgesprächen über ergänzende Bildungsangebote bis zu einer engeren Zusammenarbeit mit der jeweiligen Einsatzstelle.

Denn das Freiwilligenjahr will Jugendlichen nicht nur die Möglichkeit geben, sich auszuprobieren und etwas Sinnvolles für die Allgemeinheit zu tun; es ist in jedem Fall auch immer ein Bildungsjahr, in dem die Teilnehmer neue Kompetenzen erwerben und deutlich an Selbstbewusstsein gewinnen.

Internationale Beteiligung

Darüber hinaus wird das FSJ auch hinsichtlich der Herkunft der Teilnehmer bunter. „Der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund wächst. Aktuell haben wir sechs Nationen im Einsatz“, sagt Birgit Pietrobelli. Die Teilnehmer kommen aus der Türkei, Syrien, Tschetschenien, Iran, Russland und Brasilien. Im Netzwerk sieht man das als Chance und Bereicherung.

Das Freiwillige Soziale Jahr steht Jugendlichen im Alter von 16 bis 26 Jahre offen. Die Teilnehmer erhalten monatlich ein Taschengeld von mindestens 290 Euro, 25 bis 27 Tage Urlaub und 25 Bildungstage. Oft nutzen Jugendliche, die später einmal einen sozialen Beruf ausüben möchten, die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Manch einer macht im Laufe dieses Jahres auch die Erfahrung, dass das Berufsbild doch nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Auch das kann nützlich sein.

Der Bundesfreiwilligendienst steht allen ab 27 Jahren offen. Nach oben gibt es keine Altersgrenze. Die Tätigkeit erstreckt sich über die Zeit von sechs bis 18 Monate. Der Einsatz bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, sich beruflich (neu) zu orientieren, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Bis zu 330 Euro monatlich kann man hinzuverdienen. Es gibt 25 bis 27 Urlaubstage im Jahr und einen Bildungstag monatlich. Optimale Termine, um einzusteigen, sind der 1. Januar und der 1. Juli eines jeden Jahres.

Kontakt: Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit Bischofswerda, Telefon 03594 704726, E-Mail an [email protected] oder [email protected]

www.kijunetzwerk.de

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