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Freude übers verspätete schnelle Internet

Es kam zwar nicht wie versprochen Weihnachten, dafür soll es noch schneller werden. Vorher gibt es anderes zu lösen.

© Daniel Schäfer

Von Heike Sabel

Die gesunde Drittelstunde

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Heidenau. Im August 2017 zum Baubeginn war es heiß und sollte bis Weihnachten ganz schnell gehen. Jetzt ist es kalt und hat länger gedauert. Am Mittwoch wurde in Heidenau der symbolische Startschuss fürs schnelle Internet gegeben. Für rund 5 000 Haushalte liegen nun 100 Mbit beim Herunterladen an. Beim Hochladen sind es bis zu 40 Mbit. Damit sind rund 80 Prozent der Heidenauer versorgt, sagt die Telekom.

Noch im März sollen es mehr werden. Für den Bereich um die Vermittlungsstelle auf der S 172, Ecke Böhmischer Weg, gelten andere gesetzliche Vorgaben. Dort muss erst noch die Bundesnetzagentur grünes Licht geben, damit die Telekom sie anschließen kann. Ausgenommen bleibt vorerst noch der Bereich um das Brunneneck, Wölkau und die Pirnaer Straße. Für die hat die Stadt Heidenau jetzt Förderantrage zum Ausbau gestellt, weil es sich hier für die Telekom nicht gelohnt hat.

Großsedlitz ist hingegen bereits dabei. Der Bereich gehörte zu denen mit dem lahmsten Internet in Heidenau. Ein Telekom-Kunde hat es schon ausprobiert. „Es funktioniert“, sagt er. Am Mittwoch freuen sich auch die Baufirma, die Telekom- und die Stadtvertreter, dass es geschafft ist.

Viele Wochen war Heidenau nach dem offiziellen Startschuss der Arbeiten im August für das schnelle Internet aufgebuddelt worden. Rot-weiße Absperrbänder prägten die Stadt. Die sind verschwunden. Dafür stehen nun 29 Verteilerschränke, die entweder neu aufgestellt oder zumindest mit neuer Technik versehen worden. Das Innenleben der Schränke ist geheim.

Damit es seinen Dienst tun kann, wurden unter anderem 18 Kilometer Glasfaserkabel in Heidenau verlegt. Das entspricht etwa der Entfernung zwischen Heidenau und dem Dresdner Zentrum über die Autobahn. Zum größten Teil konnten bestehende Rohre verwendet werden.

Hilfe für Schulen und Unternehmen

Schon als klar wird, dass es mit dem Weihnachtsgeschenk für die Heidenauer nichts wird und auch im Stadtrat nachgefragt wurde, gab sich die Telekom noch sorglos. Erst später räumte sie ein, dass es Lieferprobleme aus Asien gab. Inzwischen sagt Regionalmanager Kais Gärtner, das sei eine etwas unglückliche Kommunikation gewesen.

Beim nächsten Versprechen ist Gärtner deshalb vorsichtig. Noch in diesem Jahr sollen in den ersten Orten 250 Mbit anliegen. Wann Heidenau an der Reihe ist, lässt er offen. Bis dahin hat die Stadt auch erst noch andere Aufgaben zu lösen. Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) nennt die 1 000-Mbit-Anschlüsse für die Schulen und Angebote für die Unternehmen. Auch Hotspots für den freien Internetzugang soll es in Heidenau geben. Zunächst aber sei mit dem jetzigen Schritt ein wichtiger Standortvorteil für Heidenau geschaffen worden. Der bleibt, auch nachdem die magentafarbene Werbung am Mittwochnachmittag an der Schulstraße wieder abgebaut wurde.

Vor zehn Jahren sei nicht vorstellbar gewesen, was das Internet heute alles möglich macht. Längst noch nicht alles wird genutzt. In zehn Jahren werden Dinge möglich sein, an die heute keiner denkt. So schnell seien die Zeit, die Technik und das Internet, sagt Opitz. Irgendwann wird jeder zum Beispiel seinen Friseurtermin per Internet buchen. So wie es bei Richards Friseur auf der Ernst-Thälmann-Straße schon länger möglich ist. Ob das Internet bereits schneller ist, kann man dort nicht sagen. „Aber zumindest nicht langsamer.“ Die Kundin, die gerade bedient wird, hatte ihren Termin auch übers Internet gebucht. Das ist für beide bequemer, auch weil dann im Salon nicht immer das Telefon klingelt.

Die Telekom-Shops in der Region befinden sich in Pirna auf der Jacobäerstraße und im Kaufpark Nickern.