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Meißen

Freunde sammeln für Stasi-Auflöser

Spenden sollen dem Meißner Matthias Kornetzky ein würdiges Begräbnis sichern.

Matthias Kornetzky starb am 15. September an einer schweren Krankheit. Er zählte zu den Mit-Auflösern der Stasi-Zentren in Dresden und Berlin.
Matthias Kornetzky starb am 15. September an einer schweren Krankheit. Er zählte zu den Mit-Auflösern der Stasi-Zentren in Dresden und Berlin. ©  Archivfoto: Daniel Förster

Meißen. Auf dem Facebook-Profil des Meißner Stasi-Auflösers Matthias Kornetzky ist jetzt ein Spendenaufruf aufgetaucht. Er stammt von der Dresdnerin Astrid Hadan. Die Nachlass-Verwalterin schreibt: „Wer Matthias kannte weiß, dass er ein großes Vermächtnis hinterlassen hat.“ Dieses Vermächtnis wöllten seine Freunde und Bekannten für ihn erfüllen. Sie möchten die Erinnerung an ihn bewahren und ihm den Respekt zukommen lassen, der ihm zu Lebzeiten so oft verwehrt geblieben sei, und den er so sehr verdient habe.

Matthias Kornetzky solle eine schöne Ruhestätte und würdevolle Bestattung bekommen. Ein freudiges Fest mit all seinen Freunden, dies sei sein letzter Wunsch gewesen.

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Wie Astrid Hadan weiter schreibt, habe Matthias Kornetzky zu Lebzeiten immer alles für andere gegeben und dabei zu oft sich selbst vergessen. So sei er mittellos gegangen. Deshalb würden jetzt Spenden benötigt, um ihm eine würdevolle Bestattung zukommen zu lassen.

Wie für die SZ zu erfahren war, starb der Mit-Auflöser der Dresdner und Berliner Stasi am 15. September in seiner Wohnung an einer unheilbaren, schweren Krankheit. Ins Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit trat der 62-Jährige im Zuge der Friedlichen Revolution vor drei Jahrzehnten. Kornetzky zählte zu den Mit-Auflösern von Staatssicherheits-Zentren in Dresden und Berlin. Das Rampenlicht liebte er nicht. So blieb er im Hintergrund. Sein Name ist heute nur Insidern bekannt.

Im Anschluss an seine Tätigkeit als Stasi-Auflöser war der Dresdner in unterschiedlichen Jobs und Aktivitäten unterwegs. Fest auf einer Stelle zu bleiben, war dem ausgebildeten Schrift- und Grafikmaler mit einem mitunter unsteten Lebenswandel nicht vergönnt. Für die neuen Besitzer entrümpelte er die Burg Rathen – das frühere Gästehaus der Berliner Staatsbank. Später war er im Ziegelwerk Graupzig tätig. Die letzten Jahre arbeitete er im Hahnemannzentrum. Als eigenwilliger Kopf machte er sich nicht überall Freunde, provozierte Kritik.

Spenden für das Begräbnis von Matthias Kornetzky gehen bitte an Konto-Inhaber:

Astrid Hadan

IBAN: DE73 3601 0043 0480 3294 36

Institut: Postbank Essen

Zweck: Matthias Kornetzky