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Freundschaft statt Zickenkrieg

Zwischen den weltbesten Tennisspielerinnen menschelt es abseits des Platzes – anders als noch vor einigen Jahren.

© dpa

Von Ulrike Weinrich

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Es ist noch nicht lange her, da stand Serena Williams als Edelfan im Zieleinlauf des New-York-Marathons und war aufgeregt wie vor einem Wimbledon-Finale. Die beste Tennisspielerin der Welt hüpfte nervös von einem Bein auf das andere. Wenig später schloss sie dann stolz wie Oskar ihre beste Freundin Caroline Wozniacki hinterm Zielstrich in die Arme.

Bemerkenswert, denn gegen die Dänin hatte die US-Amerikanerin wenige Wochen zuvor das Finale der US Open bestritten – und gewonnen. Für Williams, die Wozniacki außerdem nach deren geplatzter Hochzeit mit Stargolfer Rory McIlroy tröstete, kein Problem. „Caroline ist ein toller Mensch. Auf dem Platz sind wir Gegnerinneninnen, aber abseits des Platzes passt zwischen uns kein Blatt Papier“, betonte sie über ihre Seelenverwandte.

Die 33-Jährige, die im Viertelfinale der Australian Open steht, glaubt sogar, dass dieses Beispiel der beste Beleg für einen neuen Trend im Frauen-Tennis ist. Zickenkrieg adé. Dafür wird ihre Variante immer beliebter. „Das Klima zwischen den Spielerinnen ist um einiges besser als in den 1990er-Jahren. Ich erinnere mich noch, dass Steffi und Monica nie miteinander geredet haben“, erklärte sie die Ära von Graf und Seles zur Phase der Sprachlosigkeit. Inzwischen sei es eher wie in einer „großen Familie“, die zehn, elf Monate im Jahr gemeinsam auf Reisen sei. „Da kennst du alle“, meinte die Weltranglistenerste.

Auch Wiktoria Asarenka war im vergangenen Jahr froh, dass sie bei Wozniacki Trost fand. Nach der Trennung von Hip-Hop-Sänger Redfoo traf sich die Weißrussin immer wieder mit der auch von Liebeskummer geplagten Dänin in Monaco. „Wir waren zusammen essen und haben uns an der Schulter der anderen ausgeweint. Mir wurde das Herz gebrochen. Das gebe ich zu. Ich bin darüber hinweg, denn so ist das Leben“, sagte Asarenka und fügte schmunzelnd an: „Aber im Turnier ist Caroline eine Gegnerin wie jede andere auch.“

In der deutschen Fed-Cup-Auswahl wird die Kameradschaft dank Bundestrainerin Barbara Rittner ebenfalls groß geschrieben. „Ein Plus ist außerdem“, sagte die 41-Jährige, „dass sich meine Spielerinnen schon seit der Jugend kennen.“ In Melbourne half ihnen das auf dem Platz nichts. (sid mit SZ)

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