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Fridays for Future verliert "Greta-Effekt"

Für die Klimabewegung spielt Gründerin Greta Thunberg eine immer kleinere Rolle. Das fand eine internationale Studie heraus, an der die TU Chemnitz mitwirkte.

Die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg spricht vor Teilnehmern der Klima-Demonstration Fridays for Future in Hamburg.
Die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg spricht vor Teilnehmern der Klima-Demonstration Fridays for Future in Hamburg. © Christian Charisius/dpa

Chemnitz. Die Klimabewegung Fridays for Future verliert einer Studie zufolge ihren "Greta-Effekt". Bei einer internationalen Befragung anlässlich des globalen Klimastreiks im September 2019 gab ein Drittel der Teilnehmer an, dass die schwedische Aktivistin Greta Thunberg ihre Teilnahme beeinflusst. Wie die an der Erhebung beteiligte TU Chemnitz am Montag mitteilte, hatte dieser Wert bei der ersten Befragung im März 2019 noch bei mehr als 40 Prozent gelegen. In Deutschland verzeichnete das Forscherteam einen noch deutlicheren Rückgang binnen sechs Monaten von 39 auf 25 Prozent.

Die Wissenschaftler folgerten daraus, dass die Bewegung inzwischen fest etabliert ist. "Der Trend ist nicht überraschend, weil im Vergleich mit März die Klimastreiks nun schon ein sehr bekanntes Phänomen sind und es viele lokale (junge weibliche) Führungspersonen bei Fridays for Future gibt, die außerhalb Schwedens die Mobilisierung befördern", schrieben die Forscher.

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Für ihre jüngste Befragung hatten die Wissenschaftler bei Protesten in weltweit 19 Städten in 15 Ländern mehr als 10.000 Fragebögen verteilt und mehr als 3.000 ausgefüllt zurückbekommen.

Im Ergebnis der Vergleichsstudie wurden weitere Veränderungen registriert. So stieg das Durchschnittsalter weltweit von 30 auf knapp 33 Jahre, in Deutschland sogar von knapp 26 Jahren auf mehr als 34 Jahre. "Der Aufruf der FFF-Bewegung an die Erwachsenen, sich dem Klimastreik anzuschließen, scheint in Deutschland besonders wirksam gewesen zu sein", hieß es in einer Mitteilung der TU Chemnitz. (dpa)