merken

Friedel fühlt sich sauwohl

Vom Frischling zum wilden Teenager: Der Wildschweinkeiler hat sich im Ossiger Streichelzoo bestens eingelebt. Bald wird es dort wieder turbulenter zugehen.

© André Braun

Von Verena Toth

Ossig. Ein wenig rüsseln hier, mal schauen dort. Wildschwein Friedel sucht und findet immer irgendwo was Leckeres. Der junge Keiler, der vor einem Jahr als Notfall in das Streichelgehege des Landhotels „Sonnenhof“ in Ossig gekommen ist, ist zum Teenager herangewachsen. Gemeinsam mit Ziehpapa Freddy und Pflegemamma Borsti stromert er im Gehege herum. Dass er sowas wie der heimliche Star unter den tierischen Bewohnern ist, nimmt er ziemlich gelassen.

Anzeige
Per Chat-Tag zum Top Job in Mittelsachsen
Per Chat-Tag zum Top Job in Mittelsachsen

Aufgrund der aktuellen Bestimmungen musste der 4. Job- und Karrieretag in Freiberg leider abgesagt werden. Stattdessen gibts einen Online Chat-Tag.

Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass er einen entscheidenden Eingriff hinter sich hat: Der Wildschweinkeiler ist mittlerweile kastriert. Der Sicherheit halber, wie Markus Weinert vom Landhotel „Sonnenhof“erklärt. Das tut der Fröhlichkeit und dem Wohlbefinden des berühmtesten Mitbewohners im Ossiger Streichelgehege aber überhaupt keinen Abbruch. „Friedel fühlt sich sauwohl“, kann Weinert berichten.

Vor ziemlich genau einem Jahr sah das noch ganz anders aus. Halbtot wurde damals Frischling Friedel in einem Straßengraben bei Markritz von einem Ehepaar gefunden. Im „Sonnenhof“-Tiergehege fand er ein neues Zuhause. Als Ersatz-Mama kümmerte sich zunächst die damals trächtige Hängebauchschweindame Borsti um den wilden Winzling. Friedel hüpfte auf Borsti herum, die ertrug sein aufkeimendes Temperament geduldig.
Weinert fütterte den Kleinen mit der Flasche, Borsti gab ihm ihre wärmende Nähe. Innerhalb weniger Tage blühte Friedel auf. Das Trauma, kurz zuvor von Wildschwein-Mama und Geschwistern zurückgelassen worden zu sein, verschwand im Nu. Weinerts Plan, Borsti solle den Kleinen gemeinsam mit ihren eigenen Jungen großziehen, ging aber trotzdem nicht auf. „Als Borsti ein Nest aus Stroh für ihre eigenen Jungen baute, hat sie Friedel verstoßen“,erzählte Weinert damals. Das erwartete Schweinedrama blieb trotzdem aus. Wildschweinmännchen Friedel war so weit, dass er sich eigenes Futter suchen konnte. Und auch in die Schweinefamilie mit den damals sechs neuen Stiefgeschwistern wurde er bald wieder integriert. Die Schweinebande wuchs gemeinsam auf.

Während die Minischweinferkel aber bald darauf auszogen und neue Besitzer fanden, durfte Friedel bei seinen Pflegeeltern bleiben. Seither ist ein Jahr vergangen. Friedel ist mächtig gewachsen, längst überragt er seine Stiefeltern Borsti und Freddy. Mit ihnen teilt sich der junge Keiler nach wie vor das Gehege am „Sonnenhof“, dass sogar noch größer geworden ist.

„Wir haben jetzt eine richtige Suhle gebaut, damit sich Friedel und das Minischwein-Paar auch richtig beschäftigen können“, berichtet der Hotelchef. Gerade bei diesen Temperaturen ist es das reine „Schweineparadies“. Der zusätzliche Platz wird auch dringend gebraucht, weil Borsti erneut guter Hoffnung ist. Schon bald soll es im Stall wieder Minischwein-Nachwuchs geben. Zur Sicherheit für Mensch und Tier ist das Schweinegehege aber vom Streichelzoo abgetrennt. Friedel hört mittlerweile natürlich auch auf seinen Namen. Ob er aber gleich an den Zaun kommt, wenn er gerufen wird, hängt ganz davon ab, wie voll die Futterschachtel ist, die die Besucher im Hotel für die tierischen Besucher erhalten können. Auf dem Außengelände leben außer der schweinischen Familie auch Ziegen, Laufenten und Kaninchen. Außerdem wird die Wildschafanlage von rund 20 Kamerunschafen bewohnt.