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Friedensgebet setzt ein starkes Zeichen

Rund 350 Bautzener kamen am Freitag in den Petridom. Sie wandten sich gegen Hass und Gewalt.

Zum Friedensgebet im Dom St. Petri in Bautzen kamen besonders viele junge Leute. Sie setzten damit ein Zeichen gegen Fremdenhass und Antisemitismus. Laut Organisator Heinrich Schleppers (CDU) versammelten sich am Freitagabend rund 350 Menschen im Dom. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Fast bis auf den letzten Platz war der evangelische Teil des Doms St. Petri am Freitagabend besetzt. Rund 350 Bautzener Bürger kamen in das Gotteshaus zum ökumenischen Friedensgebet. Anlass war eine von einer rechtsgerichteten Gruppierung angemeldete Demo gegen die Stadtratskandidatur der Bloggerin Annalena Schmidt, die aber abgesagt wurde. Der Organisator des Friedensgebetes, CDU-Stadtrat, Heinrich Schleppers, hielt aber an seinem Termin fest und der Zuspruch gab ihm recht. Unter den Besuchern war auch der Sächsische Finanzminister Matthias Haß (CDU) in Vertretung von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Er empfinde großen Respekt vor den Menschen, die das Friedensgebet organisierten, sagte er. Bautzen solle diese Art von Veranstaltung unbedingt fortführen, empfahl er. Denn Plattformen, bei denen man vorurteilsfrei aufeinander zugehen könne, gebe es leider noch zu wenige. Von diesem Friedensgebet mitten im Zentrum der Stadt sei ein starkes Signal ausgegangen.

Nachdem die Teilnehmer am Gebet, das vom evangelischen Pfarrer Kay Weißflog und dem katholischen Priester Veit Scapan abgehalten wurde, mit Kerzen in den Händen auf den Fleischmarkt hinausgezogen waren, zeigte sich der Geistliche sehr zufrieden. Es sei ein guter Beginn gewesen. Was klein beginne, könne immer größer werden. Besonders gefreut habe er sich, dass viele junge Leute dabei waren und das es vollkommen egal war, ob jemand evangelisch, katholisch oder konfessionslos ist. Um ein gutes Signal aus Bautzen zu senden, sei es nicht nötig, eine Riesenveranstaltung auf die Beine zu stellen. Wichtig sei es, dass die Bautzener unter sich sind und auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch kommen. Pfarrer Kay Weißflog, der erst seit einigen Wochen im Dom predigt, zeigte sich sehr erfreut und positiv überrascht von der großen Besucherzahl. Damit habe er nicht gerechnet. Das sei ein Zeichen der Hoffnung. Heinrich Schleppers wünschte sich, dass die Bautzener wieder Kerzen ins Fenster stellen, wie sie es schon vor 30 Jahren getan hatten.

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Ermutigung zu Einsatz für den Frieden

Im Zwiegespräch mit der Gemeinde im evangelischen Domteil hatten die beiden Pastoren zuvor Denkanstöße gegeben. So unter anderem dazu aufgefordert, im Schwachen unseren Nächsten zu erkennen und die Würde des Gegenübers zu beachten. Leider seien heutzutage Hass und Gewalt zu erleben. Die Pastoren ermutigten die Zuhörer, sich für den Frieden einzusetzen. Dem erlebten Fremdenhass und Antisemitismus sei mit Respekt gegenüber Andersgläubigen zu begegnen. Gnadenlos urteilenden Menschen sollte man mit Gnade und Barmherzigkeit gegenübertreten. Der Tatsache, dass sich Menschen wieder nach starken Führungsfiguren sehnten, sollte man mit der Ablehnung der Verherrlichung von Macht und Stärke begegnen. Die Kerzen, mit denen die Menschen schon 1989 aus den Kirchen hinausgetreten sind, müssen geschützt werden, mit beiden Händen. Dadurch haben ihre Träger keine Hand frei um zu schlagen – ein starkes Zeichen der Friedfertigkeit.

Friedensgebete finden an jedem Freitag im Bautzener Petridom statt. Bisher war die Zahl der Teilnehmer deutlich geringer.