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Friedrich bleibt auf Jahre unschlagbar

Gilt der Spruch tatsächlich für den Bob-Piloten? SZ-Redakteur Tino Meyer war in Whistler dabei und hat dazu eine klare Meinung.

© SZ/dpa

Der Satz stammt von Franz Beckenbauer. Die deutsche Fußballnationalmannschaft, sagte der damalige Bundestrainer nach dem WM-Sieg 1990, werde auf Jahre hinaus unschlagbar sein. Es kam anders. Wenn Bob-Bundestrainer René Spies nun de facto das Gleiche über den Bobpiloten Francesco Friedrich sagt, muss man hellhörig werden. Unschlagbar ist schließlich ein großes Wort. Doch Spies wird recht behalten. Das haben die vergangenen zwei WM-Wochen noch einmal auf eindrucksvolle Weise gezeigt.

Friedrich ist athletisch der weltweit Beste – und sogar schneller als seine Anschieber. Die wiederum sind so gut, dass sie am Start notfalls den Job ihres verletzten Piloten mitmachen können und dennoch die zweitbeste Startzeit schaffen. Mit jedem Sieg, insbesondere bei den großen Meisterschaften, wachsen zudem Friedrichs Selbstvertrauen und seine Lockerheit an den Lenkseilen. Dazu erhält er als Nummer eins und einer deutschen Tradition folgend das beste Material. Ungerecht ist das übrigens nicht, so funktioniert Leistungssport.

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Der entscheidende Unterschied zum Rest der Welt, nämlich seine unglaubliche Professionalität und Akribie, ist ohnehin nicht in der Bahn zu sehen. Ein Beispiel von dieser WM: Während Friedrich samt Anschiebern der Eröffnungsfeier fern bleibt, weil am Tag danach der Zweier beginnt, stehen die Kollegen in der kanadischen Kälte, manche mit einem Bier in der Hand. Und während sich andere Piloten schon über einen halbwegs gelungenen Lauf freuen, erzählt der Weltmeister im Siegerinterview, dass zunächst Materialpflege und Kistenpacken anstehen. Feiern ist dann später, vielleicht.

Seit Whistler ist endgültig klar: Je größer der Druck, desto besser ist Friedrich. Für die WM 2020 auf seiner Heimbahn in Altenberg sind das hervorragende, ja unschlagbare Voraussetzungen.

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Dass Francesco Friedrich bei der Bob-WM auch mit dem Vierer gewinnt, liegt natürlich an ihm als Piloten, viel mehr aber an seinen Anschiebern und auch an einer Physiotherapeutin.

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