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Frische Küche hat ihren Preis

In der Kita Wiesenwichtel in Hartmannsdorf wird noch täglich selbst gekocht. Dafür müssen Eltern jetzt mehr zahlen.

© Frank Baldauf

Von Anja Ehrhartsmann

Klingenberg. Das Essen kommt aus keiner Großküche. In Hartmannsdorf wird täglich frisch gekocht. 33 Essen werden im Schnitt pro Tag an die Kinder und Erzieher der Kita Wiesenwichtel verteilt. Das Mittagessen kommt aus der hauseigenen Küche, dafür gibt es extra eine ausgebildete Köchin.

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Das ist keineswegs mehr selbstverständlich, für die meisten Kindereinrichtungen liefern heute Großküchen das Essen an, weil das preiswerter ist. Doch das ist keine Alternative für Hartmannsdorf. Um dieses Angebot erhalten zu können, wurde jetzt aber am Preis nachjustiert. Pro Essensportion wurden bisher 2,50 Euro verlangt. Künftig zahlen die Eltern dafür 25 Cent mehr, so hat es der Gemeinderat Hartmannsdorf-Reichenau jüngst einstimmig beschlossen. Da künftig die Getränke im Preis enthalten sind, wird es damit für die Eltern unterm Strich sogar eher etwas günstiger, erklärte Bürgermeister Reinhard Pitsch (parteilos).

Zuletzt wurde der Preis für das Essen in der Kita im Jahr 2005 erhöht. „Die 2,50 Euro basieren auf der Kalkulation, die vor 13 Jahren gemacht wurde“, sagte Gisa Haase, bei der Gemeinde Klingenberg zuständig für Kitas, Schulen, Jugendklubs. Seither war der Essenspreis konstant geblieben, obwohl die Preise für Zutaten, Energie- und Personalkosten über diesen Zeitraum gestiegen sind. Neben der Köchin sind auch Mitarbeiter der Gemeinde beschäftigt, die das Essen ausgeben und abkassieren, sagte Gisa Haase.

Da die Köchin, die für die Kita Wiesenwichtel kocht, mehrere Monate krankheitsbedingt ausgefallen war, kam das Essen währenddessen von der Firma Kochtopf aus Colmnitz. Hier kostete die Portion 2,65 Euro. Dies war Anlass dafür, die Essenspreise in der Kita Wiesenwichtel zu überprüfen und neu zu kalkulieren, so Gisa Haase. Mit dem Ergebnis, dass die tatsächlichen Kosten pro Portion mittlerweile bei 3,75 Euro liegen, Personal- und Energiekosten eingerechnet. Die Gemeinde stützt das Kinderessen mit einem Euro pro Portion. Damit beträgt der kommunale Anteil auf das Jahr gesehen 6 600 Euro, rechnete Gisa Haase vor. Ähnliche Preise, wie sie ab sofort in der Kita Wiesenwichtel gelten, werden auch in anderen Kindertageseinrichtungen in der Umgebung verlangt.

Auch seitens der Kita halte man die Preise für gerechtfertigt, sagte Kita-Leiterin Sylvia Kietzmann, die ebenfalls in der Sitzung anwesend war. Die Erzieherinnen, für die eine Portion künftig 3,75 statt 2,50 Euro kostet, seien bereit, mehr für das Essen zu zahlen. Auch die Eltern, die schon informiert worden seien, stimmen der Änderung zu, hieß es.

„Die Frische wird durch das eigene Kochen gewährleistet. Und diese Qualität wollen wir den Kindern erhalten“, lautete schließlich auch die einhellige Meinung im Gemeinderat. Damit ist die Änderung rückwirkend zum 1. März gültig.