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Frischekur fürs Vereinshaus

Der Fußboden macht schon lange Ärger. Nun schafft die Hirschbacher Feuerwehr Abhilfe – nach Feierabend.

© Kamprath

Von Maik Brückner

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Hirschbach. Maik Kempe kniet auf dem Boden des Dorfgemeinschaftshauses in Hirschbach. Vorsichtig schabt er die Fugenmasse heraus, die zwischen den Belagbahnen vor Jahren eingeschweißt wurde. „Die Fugen sind undicht und porös“, sagt er. Sie müssen ausgetauscht werden, damit der Belag später professionell gereinigt werden kann. Würden sie drin bleiben, würden die chemischen Reinigungsmittel und das Wasser unter den Belag laufen. Der Fußboden würde noch unebener werden. Deshalb pult Kempe, der gelernter Fußbodenleger ist, die Fugenmasse heraus, um sie durch eine neue zu ersetzen. Diese wird mit einer Art Spritze, in der die Kunststoffmasse auf 300 Grad erhitzt wird, eingefügt. „Der erste Versuch ist gescheitert“, sagt Kempe. Die Fugenmasse wurde vom Belag nicht angenommen. Erst im zweiten Versuch sollte es funktionieren.

Rico Lotze arbeitet mit dem Nasssauger.
Rico Lotze arbeitet mit dem Nasssauger. © /privat

Ortsvorsteher Jörg Paulusch (CDU) ist froh, dass sich Maik Kempe und weitere Mitglieder seiner Ortswehr für diesen Arbeitseinsatz bereit erklärt haben. Der Fußboden im Dorfgemeinschaftshaus steht seit Anfang 2016 in der Kritik. „Er ist stumpf, gleicht Sandpapier“, sagt Paulusch. Und das ist kein Kompliment, eher ein Vorwurf, den sich der Ortschef nach Familienfeiern und anderen Veranstaltungen anhören muss. Das geschah ziemlich oft. Denn das Gebäude wird rege genutzt. Hier tagt der Ortschaftsrat, hier schult sich die Feuerwehr, hier treffen sich Vereine, und hier feiern Familien. Alle hatten bisher das gleiche Problem. „Es ist schwer, den Fußboden zu reinigen“, sagt Paulusch. Doch nicht nur das steht in der Kritik. Der Fußboden sieht auch nicht mehr schön aus. Deshalb wollte der Ortschaftsrat einen neuen Fußboden. „Doch die eingeholten Angebote hatten die finanziellen Möglichkeiten unseres Budgets gesprengt“, sagt er. Deshalb habe man nach Alternativen gesucht. Bürgermeister Markus Dreßler habe anregt, dass sich ein weiterer Fachmann den Fußboden anschauen sollte, erzählt Paulusch. Dieser Empfehlung sei man gefolgt. Der Experte kam zur Erkenntnis, dass man den Fußbodenbelag abschleifen, mit Chemie behandeln und dann neu versiegeln könnte.

Die Hirschbacher griffen diese Anregung nun auf. Um Kosten zu sparen, suchten sie Unterstützer. Und die fanden sie, eine Reinigungsfirma spendierte Materialien als Sachspende. Die benötigten Geräte für die Arbeiten stellt zum einen eine Raumausstattungsfirma aus dem Gewerbegebiet aus Reinholdshain und zum anderen der Dippser Ortsverband des Technischen Hilfswerks zur Verfügung. Anfang der Woche haben die Kameraden der Feuerwehr mit den Arbeiten begonnen. „Da wir diese nach Feierabend ehrenamtlich durchführen, haben wir eine Woche für die Arbeiten eingeplant“, sagt Paulusch, der auch Chef der Ortswehr ist. Trotz der kleinen Verzögerung am Beginn ist er zuversichtlich, diese am Wochenende abschließen zu können. Falls es länger dauern sollte, wäre es auch kein Problem. Die nächste Veranstaltung im Haus ist am 16. März geplant. Dann wählen die Hirschbacher Kameraden eine neue Ortswehrleitung. Bis dahin wird der Fußboden auf jeden Fall seine Frischekur bekommen haben. Wie lange er dann wieder glänzen wird, kann Maik Kempe nicht sagen. Schließlich ist der Belag bereits vor der Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses im September 2004 verlegt worden. Paulusch hofft trotzdem, dass sich die Mühe der Kameraden gelohnt hat.

In naher Zukunft muss aber etwas passieren, sagt der Ortschef. Denn die grundsätzlichen Mängel werden mit der Reinigung nicht abgestellt. Der Fußboden in dem Gebäude, das die Hirschbacher zwischen 1985 und 1991 ursprünglich als Kaufhalle errichteten, ist uneben. Wenn man hier Tische verrückt, müsse man immer etwas unter die Tischbeine legen, damit die nicht kippeln, sagt Paulusch. Den neuen Fußboden müsste eine Firma einbauen. Vielleicht ist es dann die, bei der Maik Kempe arbeitet. Ihm dürfte das gefallen, die Arbeit gleich vor der Tür zu haben.