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Bautzen

Frischer Wind fürs Dorfleben in Doberschau

Bislang sorgte vor allem die Feuerwehr im Ort für Geselligkeit. Doch dafür fehlte zunehmend die Kraft. Jetzt gibt es eine Lösung.

Sven Türpitz, Christina Proske und Martin Opitz (v.l.) bilden den Vorstand des neu gegründeten Heimatvereins Doberschau.
Sven Türpitz, Christina Proske und Martin Opitz (v.l.) bilden den Vorstand des neu gegründeten Heimatvereins Doberschau. © Carmen Schumann

Doberschau. In Doberschau, dem Ort vor den Toren von Bautzen, gibt es einen neuen Verein. Am 14. August gründete sich der Heimat- und Förderverein. Aktivitäten, die bisher die Feuerwehr organisierte, nimmt jetzt die neue Gruppierung in die Hand. „Da unsere Kameraden, die unter Überalterung leiden, nicht mehr alles alleine stemmen können, sollte das Ganze auf breitere Schultern verteilt werden“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Martin Opitz, der selbst der Feuerwehr angehört.

Als Einstand für den neu gegründeten Heimatverein Doberschau sollte es eigentlich im Sommer ein Familienfest geben, bei dem man sich den Einwohnern vorstellen wollte. Doch den Vereinsgründern wurde zunächst erst einmal der Wind aus den Segeln genommen, weil ihre Satzung beim Amtsgericht nicht durchkam.

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Jetzt konzentrieren sich die Vereinsmitglieder auf einen der wichtigsten Höhepunkte im Dorfleben, den Weihnachtsmarkt. Der findet immer am 1. Advent statt. Neben Martin Opitz setzen sich Christina Proske als Vereinsvorsitzende und Sven Türpitz als Schatzmeister den „Hut“ für den neuen Verein auf. Insgesamt sind 39 Doberschauer Mitglied im neuen Verein geworden. Damit wird es schwierig, alle in einem Raum unterzubringen. Doch das Sportlerheim hat schon seine Hilfe angeboten. Dort befindet sich nämlich der einzige passende größere Raum im Ort, in dem dann im Frühjahr eine Jahreshauptversammlung stattfinden kann, wo Bilanz über die bisherigen Aktivitäten gezogen werden soll.

„Dorfgespräch“ geplant

Neben den traditionellen Fixpunkten wie Weihnachtsmarkt und Hexenbrennen will man weitere Höhepunkte etablieren. So ist unter anderem ein „Dorfgespräch“ geplant, bei dem alle zwei Monate mit den Mitgliedern, aber auch anderen Interessenten über Neuigkeiten aus dem Dorf geplaudert werden soll. Auch Kaffeenachmittage für Senioren oder Veranstaltungen für Kinder, wie beispielsweise eine Nachtwanderung könnten eine Bereicherung des Dorflebens darstellen, findet der Vereinsvorstand. Das dreiköpfige Gremium ist aber auch für weitere Vorschläge dankbar.

Auf alle Fälle soll es Schritt für Schritt vorangehen. „Wir wollen kleine Brötchen backen, die aber schmackhaft sind“, umreißt Christina Proske die Vorgehensweise. Man wolle sich nicht übernehmen, schließlich arbeiteten alle ehrenamtlich und das Geld für die Vorhaben müsse schließlich auch erst erwirtschaftet werden. Deshalb ist die Unterstützung durch die Gemeinde und Sponsoren gern gesehen. So zum Beispiel soll ja der Sack des Weihnachtsmannes beim Weihnachtsmarkt mit kleinen Geschenken und Süßigkeiten für die Kinder gut gefüllt sein. Die Kinder der Vorschulgruppe der Kita bereiten schon jetzt ein Programm vor. Diesmal wird es statt eines Märchenspiels das Musical „Tabaluga“ geben.

Der Heimatverein, der nach wie vor auf die Unterstützung der Feuerwehr und so erfahrener Mitstreiter wie der früheren Schulleiterin Jutta Lange bauen kann, will sich neben den Veranstaltungen auch um die Sehenswürdigkeiten im Ort kümmern. So hätte es beispielsweise die Doberschauer Schanze, eine mittelalterliche Befestigungsanlage, nötig, mit einer neuen Ausschilderung und Sitzgelegenheiten versehen zu werden. Auch dieser Aufgabe wollen sich die Vereinsmitglieder stellen.