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Frischli bekommt neuen Chef

Vor 25 Jahren baute Dieter Gorzki als Geschäftsführer die neu gegründeten Frischli-Milchwerke in Weißenfels mit aus - und sicherte der DDR-Quarkspeise „Leckermäulchen“ eine Zukunft. Jetzt tritt er ab.

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© dpa

Weißenfels. Beim Hersteller des traditionsreichen „Leckermäulchen“-Quarks, Frischli in Weißenfels, steht erstmals seit der Gründung ein Chefwechsel an. Der langjährige Geschäftsführer der Milchwerke, Dieter Gorzki (65), zieht sich nach 25 Jahren an der Spitze zurück. Sein Nachfolger werde der 53 Jahre alte Milchtechnologe Henner Schumann, sagte Gorzki der Deutschen Presse-Agentur. Schumann sei bereits seit 25 Jahren als technischer Betriebsleiter im Werk und werde die Unternehmensleitung zum 1. Januar übernehmen.

Gorzki, der bereits seit 35 Jahren mit der Milchproduktion in Weißenfels vertraut ist und seit 1990 Geschäftsführer war, übernimmt im Unternehmen andere Aufgaben. Der scheidende Chef sieht sein Werk trotz der schwierigen Lage auf dem Milchmarkt gut aufgestellt. Die stark gesunkenen Erzeugerpreise für Milch aufgrund der schwachen Nachfrage aus Asien und Russland belasteten zwar den gesamten Markt. „Wir haben selbst aber nur eine kleine Strecke im Export“, sagte Gorzki.

Mit Blick auf das kommende Jahr sei zu hoffen, dass sich die Situation entspanne, damit die Geschäfte für die an Frischli gebundenen rund 70 Landwirte aus der Region wieder auskömmlich seien. Zudem feile das Unternehmen an neuen Produkten, sagte Gorzki, wollte jedoch noch keine Details nennen.

Der Betrieb in Weißenfels gehörte einst zum DDR-Molkereikombinat Merseburg. Im Juni 1990 hat das Unternehmen Frischli mit Sitz in Rehburg-Loccum (Niedersachsen) den Standort übernommen - und rund 27 Millionen D-Mark (13,8 Mio Euro) in ein neues Werk investiert.

Das Unternehmen produziert die traditionsreiche frühere DDR-Marke „Leckermäulchen“. Von der Quarkspeise gehen nach Firmenangaben jährlich 50 bis 60 Millionen Becher vom Band. „Inzwischen liefern wir die Hälfte der Produktion in westdeutsche Bundesländer“, sagte Gorzki. Im Weißenfelser Werk arbeiteten knapp 160 Mitarbeiter. Jährlich werden den Angaben zufolge rund 190 000 Tonnen Milch zu Quark, H-Milch und Sahne verarbeitet. (dpa)