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Frontmann der Prinzen sitzt im KL 17 am Schlagzeug

Mit der Band „Ruff as Stone“ aus England tourt Tobias Künzel durch die Welt. In Döbeln erinnert er sich sogar an seinen Ernteeinsatz in Leisnig.

Das ist er: Techniker Mono (links) zeigt auf Tobias Künzel von den Prinzen. Der spielte am Sonnabend mit seiner Zweitband „Ruff als Stone“ im KL 17 in Döbeln.
Das ist er: Techniker Mono (links) zeigt auf Tobias Künzel von den Prinzen. Der spielte am Sonnabend mit seiner Zweitband „Ruff als Stone“ im KL 17 in Döbeln. © Dietmar Thomas

Döbeln. Royaler Besuch in Döbeln. Allerdings blieb der Kleinstadt ein Aufgebot an Sicherheitskräften und Polizei erspart. Von dem großen Fan-Interesse an Blaublütern dagegen hätten die Betreiber des Kleinstadtklubs KL 17 gern etwas abgehabt. Denn sie bedauern: Bei Musikern hat sich das KL 17 als Geheimtipp offenbar herumgesprochen, was eine Menge Anfragen von Gruppen aus aller Welt beweise. Doch beim Publikum sei das leider noch nicht angekommen. Die Zielgruppe ab Mitte 30 halte sich noch zurück. Und so sah sich die Band „Ruff as Stone“ am Sonnabendabend auch einer eher überschaubaren Gästeschar gegenüber. Den Musikern jedoch hat das den Spaß nicht verdorben.

Am Schlagzeug entdeckten die Zuhörer keinen geringeren als den Prinzen-Frontmann Tobias Künzel. Er besuchte Döbeln sozusagen mit seiner Zweitband. Der gehört er seit zehn Jahren an, wie er dem Döbelner Anzeiger erzählte. Damals ging er mit seiner Familie nach London, wo er immer noch einen Teil des Jahres lebt. Die andere Zeit ist er in Leipzig zuhause.

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Bei „Ruff as Stone“ ist Künzel Gründungsmitglied. Mit einem befreundeten Gitarristen habe er damals an einer Blues-Session teilgenommen. „Wir waren aber viel zu laut und viel zu rockig. Danach haben wir beschlossen: Wir gründen jetzt ’ne Band, die richtig laute und harte Rockmusik macht“, sagt Künzel. „Der Freund brachte dann Austin Howard und Rob Tree zum Probenraum. Sie hatten keine Ahnung, dass ich in Deutschland schon Erfolg als Musiker hatte, sondern haben einfach nur mich als eigenen Schlagzeuger gesehen. Nach der Probe ging der Daumen nach oben und nun sind wir seit zehn Jahren als ‚Ruff as Stone‘ unterwegs.“ Seit 2013 ist auch Künzels großer Bruder Lutz als Gitarrist mit dabei.

Auf seine Arbeit mit und bei den Prinzen hat das keine Auswirkungen. „Das läuft alles parallel. Ich bin nach wie vor mit den Prinzen unterwegs und ab nächster Woche auch mit Maschine von den Puhdys auf Tour. Aber für mich ist es auch wichtig, hier mitzuspielen. Trommeln ist schon meine Leidenschaft. Wir haben tierisch viel Spaß so zusammen Musik zu machen. Deshalb versuchen wir so oft wie möglich, auf den Bühnen dieser Welt zu stehen. Sei es in Döbeln, Amsterdam oder London, wir spielen überall.“ Das Schöne an der englischsprachigen Musik sei im Unterschied zu den Prinzen, dass diese überall auf der Welt funktioniert.

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Und ehe sich Tobias Künzel im Kleinstadtklub ans Schlagzeug setzt, erinnert er sich, dass er zumindest im Raum Döbeln nicht das erste Mal ist. In Leisnig hat er in einer der Apfelplantagen bei der Ernte mitgeholfen. „Das muss etwa 1994 gewesen sein. Danach bin ich zum Studium“, meint der Musiker.