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Froome akzeptiert Machtwechsel im Team Sky

Der Titelverteidiger unterstützt nach seinem Schwächeln in den Pyrenäen einen Teamkollegen und muss ums Podium kämpfen.

© dpa

Von Manuel Schwarz

Trotz des Sieges von Arnaud Demare auf der 18. Etappe bei der 105. Tour de France war auch am Tag nach dem Bergsprint in den Pyrenäen der Machtwechsel beim Team Sky das bestimmende Thema. Denn als die größte sportliche Niederlage von Chris Froome bei der Frankreichrundfahrt längst besiegelt war, ging der Brite auch noch wortwörtlich zu Boden.

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Der viermalige Sieger hatte ein Stück der Abfahrt vom Col du Portet zum Teambus auf dem Rad zurückgelegt, wurde aber von einem übereifrigen Polizisten unsanft gestoppt, der ihn für einen radelnden Touristen hielt. Froome kam zu Fall, blieb unverletzt, schimpfte kurz auf den Gendarmen ein und wollte nur noch, dass dieser Tag zu Ende ging.

Auf der Bergetappe am Freitag und im Zeitfahren am Samstag muss der Titelverteidiger Rang drei als Trostpreis verteidigen. Der viertplatzierte Primoz Roglic – ein ebenfalls guter Zeitfahrer – liegt nur 16 Sekunden zurück. „So ist das Leben, so ist der Radsport“, resümierte Froome auffallend aufgeräumt. Umringt von Reportern und abgeschirmt von seinem Bodyguard antwortete der 33-Jährige ruhig und höflich auf alle Fragen und lächelte viel.

Dass sich der Frust in Grenzen hält, dürfte an der Konstellation in seinem Rennstall liegen. Thomas, der neue Kapitän und Tour-Champion in spe, ist ein Kumpel von Froome, die beiden fuhren schon vor zehn Jahren im kleinen Barloworld-Team zusammen bei der Tour. „Wir sind wirklich gute Freunde“, berichtete Thomas, „wir sind ehrlich und aufrichtig. Das ist der Hauptgrund für unseren Erfolg.“

Theoretische Chancen auf den Tour-Triumph hat Froome freilich schon noch, auch beim Giro sicherte er sich den Gesamtsieg durch einen famosen Alleingang auf der letzten Bergetappe. Davon aber nahm er diesmal bereits prophylaktisch Abstand, als er in Richtung Thomas sagte: „Ich glaube, er wird auch in Paris das Gelbe Trikot tragen.“

Der Waliser steht nach Jahren der Helfer-Tätigkeit und von viel Pech auf dem Rad gezeichnet vor dem größtmöglichen Erfolg. Gratulieren lässt er sich noch nicht. 2017 musste er beim Giro nach einem Massencrash aufgeben, kurz darauf beendete ein Sturz auch seine Tour de France.

Von solchen Folgen blieb Peter Sagan verschont. Der Mann in Grün konnte das Rennen nach seinem heftigen Sturz vom Mittwoch fortsetzen. Anders als Philippe Gilbert, der wegen einer gebrochenen Kniescheibe bereits zum Bergsprint nicht mehr angetreten war. (dpa)