Teilen: merken

Frost-Zelten in Cunnersdorf

Bergsteiger Reinhard Richter nutzt die Minusgrade und testet seine Ausrüstung.

© privat

Von Ina Förster

Cunnersdorf. Während andere sich derzeit ins warme Bett kuscheln – wenn möglich noch mit Socken – schreitet Reinhard Richter Abend für Abend gut eingepackt gen Garten. Dort An der Mauer 4 in Cunnersdorf steht sein Zelt. Das hat schon so manchen Sturm im Hochgebirge getrotzt. Trotzdem hat der Bergsteiger aus Leidenschaft das Bedürfnis, sich bei zweistelligen Minusgraden auch mal daheim draußen schlafen zu legen. Der Gattin wird noch Gute Nacht gewünscht und dann geht es los. „Die ganzen kalten Nächte war ich jetzt draußen. Minus 15 Grad war das Maximale. Das Zelt ist innen durch den atmungsaktiven Schlafsack aber mächtig vereist“, erzählt er. Am Morgen sieht man den Raureif. Gut geschlafen und geträumt hätte er durchweg. Und ist erholt aufgestanden. Ein Erlebnis, um das ihm nicht viele beneiden, aber wofür ihn viele bewundern. Der Globetrotter aus Schönteichen hat schon viele der ganz großen Sieben- und Achttausender dieser Welt gesehen – im günstigsten Fall von oben herabgeschaut. Die paar heimischen Minusgrade können ihn nicht schocken. Die Bedingungen im Hochgebirge sind einiges härter. Dazu kommt oft noch eisiger Sturm.

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Das Phantom der Oper

Der Musical-Erfolg mit Weltstar Deborah Sasson und Musical Star Uwe Kröger sowie Axel Olzinger (Phantom) und mit ...

„Ich teste zurzeit meine Ausrüstung auf Tauglichkeit. Denn ich habe eine Einladung für einen 7000er für nächstes Jahr bekommen“, sagt der. Anfang November 2017 war er gerade erst wieder in seiner Herzensheimat Nepal. Die Sehnsucht nach diesem urwüchsigen Land mit seinen herrlichen Bergen und den besonderen Menschen mit ihrer Herzlichkeit packt ihn manchmal fast schmerzhaft. Die Einsamkeit vor Ort ist für Reinhard Richter wahres Glück.

Kältewelle kam ihm entgegen

„Aber es ist sehr schwierig, bei Vollbeschäftigung noch zu trainieren, solche Touren zu organisieren und nebenbei noch Haus und Hof in Schuss zu halten“, sagt der 60-Jährige. Genau abwägen muss er seine Expeditionen deshalb. Und hin und wieder etwas üben. Die aktuelle Kältewelle in Deutschland kam ihm da gerade gelegen. Er wird das Zelt noch ein paar Tage stehen lassen. Und abends mit dem Schlafsack nach draußen ziehen. Die letzten Nächte müssen genutzt werden, bevor die Temperaturen wieder ansteigen. „Im Sommer steige ich zu Fuß erst einmal über die Alpen und im goldenen Herbst bin ich weit oben im Himalaya. Ich darf alles machen. Meine liebe Frau lässt mich“, freut er sich.