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Frost zwingt zu Baustellenruhe

Die Straßensperrung in Gleisberg bleibt bestehen. Eltern hätten sich zeitige Hinweise zum Schülerverkehr gewünscht.

© André Braun

Von Heike Heisig

Roßwein/Gleisberg. Die Erneuerung einer Brücke in der Mitte der Ortschaft Gleisberg teilt diese in Ober- und Unterdorf. Nur zu Fuß gibt es über den Grünen Weg eine kurze Verbindung. Ansonsten müssen Kraftfahrer einige Kilometer Umweg in Kauf nehmen. Das wird wahrscheinlich bis Ende Juni so weitergehen. Das erfuhren Anwohner am Dienstagabend während der vom Ortschaftsrat organisierten Informationsveranstaltung. „Viele Leute hatten mich wegen der Baumaßnahme angesprochen“, sagte Ortsvorsteher Bernd Handschack. Deshalb zeigte er sich von der geringen Resonanz seitens der Gleisberger auch ein wenig enttäuscht.

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Nichtsdestotrotz klärte Andreas Wüstefeld, zuständiger Mitarbeiter für das Projekt beim Landkreis Mittelsachsen, über die Notwendigkeit der Arbeiten auf. Wie er sagte, sei die Erneuerung seit dem Hochwasser 2013 geplant. „Der Zustand und der unzureichende Querschnitt erfordern einen Neubau“, sagte Wüstefeld. An den Rückstau bei vergangenen Hochwässern könnten sich die Anwohner noch gut erinnern. Zurzeit weist die alte Brücke einen Querschnitt von 1,05 Quadratmetern auf – beim Neubau wird er doppelt so groß sein. „Damit wird der geforderte Abfluss von 1,80 Kubikmeter pro Sekunde gewährleistet“, so Wüstefeld. Dieser Wert entspreche einem Hochwasser, das sich statistisch gesehen alle 100 Jahre ereignet (HQ 100).

Begonnen hat die Baufirma zunächst mit dem Verlegen von Leitungen, die im Baufeld liegen. Auch ein Mast für die Elektroversorgung musste versetzt werden. Das begründeten die Mitarbeiter der beauftragten Firma Bau-Berger aus Niederwiesa und Planer Hartmut Schurig mit dem Bewegungsspielraum. Den benötige der Kran, der Anfang bis Mitte April die neue Fertigteilbrücke einsetzen soll.

Wegen des Frostes, der nach Angaben von Dirk Berger einen halben Meter tief im Erdreich steckt, ist die Baustelle jetzt wieder geschlossen worden. Sobald es die Witterung erlaubt, gehe es weiter. Dann werde auch der Bach umgeleitet, damit die Straßenbauer im Bachbett weitgehend im Trockenen arbeiten können. Schurig zufolge wird der Bach künftig in einem U-Profil aus Stahlbeton unter der Brücke hindurchgeleitet. Darunter wiederum nimmt ein separates Rohr Leitungen für Telekom, Strom, Straßenbeleuchtung und Trinkwasser auf. Die Art der Bachbettgestaltung sei eine behördliche Forderung. Durch regelmäßiges Spülen müsste nach Meinung von Andreas Wüstefeld dafür gesorgt werden, dass das Wasser ohne Behinderungen abfließt.

Vor dem Ausbau der alten Brücke werden dort der Asphalt und in den benachbarten Bereichen das Pflaster aufgenommen. „Nach Einbau der Fertigteilbrücke stellen wir alles wieder her“, so Schurig. Während der Bauzeit bis voraussichtlich Ende Juni stehen die Glascontainer an der Siedlungsstraße. Danach ziehen sie wieder an den bekannten Standort zurück.

Bis Juni müssen neben den Kraftfahrern dann auch noch die Eltern und Schüler mit Änderungen und längeren Wegen zurechtkommen. Mehrere Eltern und ein Großvater sagten in der Runde, dass sie sich eine frühzeitigere Information gewünscht hätten, wie der Schülerverkehr nach den Winterferien ablaufen soll. Für die Mädchen und Jungen, die in Nossen lernen, fährt jetzt eine zweite Linie nach Roßwein, was den Betroffenen unlogisch erscheint. Sie hätten sich eine direkte Verbindung über Bodenbach in Richtung Nossen gewünscht.

In Bahnhofsnähe werden drei Grundschüler wegen der Bauarbeiten mit dem Taxi abgeholt. Wie die Mutter schilderte, müssten die Kinder vom Taxi eigentlich auf dem Marktplatz abgesetzt werden. Doch in 20 Minuten sei der Weg für die Erstklässler mit Ranzen, Schwimm- und Sporttasche zur Grundschule nicht zu bewältigen. Auch der Heimweg bereite ihr Sorgen.

Ortschef Handschack war davon ausgegangen, dass alles zur Zufriedenheit von Eltern und Schülern geklärt ist. Er will sich erkundigen. Der DA erhielt auf Fragen zur provisorischen Lösung von Verkehrsverbund und Regiobus bis Redaktionsschluss keine Antworten.