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Frostige Zeiten für Sponsoren

Während Olympischer Spiele ist Werbung mit den Olympioniken verboten. Nudossi in Radebeul zeigt deshalb Kreativität.

© dpa

Von Uta Büttner

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Olympia ist ein Dorado für Sponsoren. Zumindest für viele. Für jene, die ihre Sportler die ganze Saison über unterstützen, sieht es jedoch schlecht aus. Denn während Olympischer Spiele, wie sie derzeit im südkoreanischen Pyeongchang stattfinden, und in der Woche davor und danach dürfen Firmen nicht mit ihren Sportlern werben.

Doch Unterstützer wie die Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH aus Radebeul wollen ihren Athleten gratulieren. Dazu zählen Richard Freitag, der im Teamspringen die Silbermedaille gewann, die Biathletin Denise Herrmann und Skilangläuferin Katharina Hennig. Doch nicht nur einzelne Athleten werden von Nudossi unterstützt, sondern auch der Bob- und Schlittenverband für Deutschland. Hier ist das Unternehmen Premiumpartner und deshalb eigentlich mit Logo auf Bekleidung und Ausrüstung der Bobfahrer sowie Skeletonis präsent.

Anders bei Olympia. Dort darf bei den heute üblichen Glückwünschen von Sponsoren in sozialen Medien noch nicht einmal das Wort Gold-, Silber- oder Bronzemedaille fallen, erklärt der ehemalige Skilangläufer Tobias Angerer. Der mehrfache Gesamt-Weltcup-Sieger und Olympia-Medaillengewinner ist der Manager der Athletinnen, die Nudossi unter Vertrag hat. Er hat Sponsoren hinsichtlich der Möglichkeiten in der sogenannten „frozen period“, in der nicht geworben werden darf, beraten.

Worte wie Olympia und Pyeongchang 2018 dürfen nicht verwendet werden. Auch die Olympischen Ringe sind tabu. Ein Sponsor darf also beispielsweise auch nicht posten: „Wir gratulieren dir zur Goldmedaille“, sagt Angerer. Nudossi-Geschäftsführer Thomas Hartmann sagt: „Es gibt diese festen Regeln und das akzeptieren wir. Wir sehen das positiv.“ Positiv können es die Sponsoren in der Tat sehen. Denn noch bis vor wenigen Jahren gab es derartige Möglichkeiten nicht. „Die Regelungen wurden schon etwas aufgeweicht, sodass man mit Kreativität einiges machen kann“, sagt Angerer. Chancen für Unternehmen sind somit gegeben, wenn alles angemeldet ist.

Der Mehrwert für eine Firma ist langfristig trotzdem gegeben. Auch wenn viel Arbeit im Vorfeld dahintersteckt. So hat Nudossi etwa sieben Formulierungen vorbereitet, die im Fall der Fälle sofort online gehen. Doch auf das erste Edelmetall seiner Athleten musste Nudossi mehr als eine Woche warten. Am Montag sicherte sich der Sachse Richard Freitag dann mit dem Team Silber. Im sozialen Netzwerk heißt es: „Teamspringen der Herren: Was für eine Spannung, was für ein Ergebnis! Wir freuen uns unglaublich mit Richard Freitag über“ – die Silbermedaille ist als kleines Bildchen eingefügt. Dazu hat die Firma ein privates Foto von Freitag gepostet.

Am gleichen Tag gab es auch die erste Medaille für die Bobfahrer. Der sächsische Bobpilot Francesco Friedrich aus Oberbärenburg holte mit seinem Anschieber Thorsten Margis in Pyeongchang nach vier Läufen Gold – zeitgleich mit den Kanadiern. Nur wenige Minuten später ist auf der Facebookseite von Nudossi zu lesen: „Was für ein spannendes Finale! Herzlichen Glückwunsch an das Bobteam Friedrich!“ Und als die Sächsin Denise Herrmann in der Biathlon-Verfolgung eine Medaille knapp verpasste, gab es tröstende Worte: „Das war knapp! Jetzt wird nach vorn geschaut, Denise Herrmann!“ Dazu ist ein privates Foto der Athletin gepostet – ohne Werbung. Um nichts falsch zu machen, hat Nudossi alle eventuellen Fotos und Botschaften im Vorfeld vom Deutschen Olympischen Sportbund genehmigen lassen. Denn „nichts darf auf eine aktive Werbebotschaft des Unternehmens in Verbindung mit dem Sportler oder Olympia hinweisen“, erläutert Angerer.

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