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Sebnitz

Frühe Märzenbecherblüte im Polenztal?

Wer genau hinschaut, kann schon die ersten grünen Spitzen entdecken. Selbst im Polenztal scheint es, für die Jahreszeit zu warm zu sein. Das hat Folgen.

So schön blühte es im vergangenen Jahr im Polenztal.
So schön blühte es im vergangenen Jahr im Polenztal. © Archivfoto: Daniel Förster

Ende Januar lag das Polenztal sonst noch im tiefen Winterschlaf. Schnee und Eis hatten die Wiesen voll in Griff und so auch die Märzenbecher. In diesem Jahr allerdings ist das alles anders. 

Mit festen Schuhwerk lässt es sich bereits jetzt gut durch das Polenztal wandern. Und wer genau hinschaut, kann hier und da schon die ersten grünen Spitzen der Märzenbecher sehen. Deshalb gehen Experten auch davon aus, dass die Märzenbecherblüte im Polenztal schon eher als sonst einsetzen wird. 

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Das war nicht immer so, wie ein Blick in das Märzenbechertagebuch zeigt, welches auf den Internetseiten der Städte Stolpen und Hohnstein zu finden ist. Daraus geht unter anderem hervor,  dass zum Beispiel im vergangenen Jahr die Märzenbecher erst am 12. März ihre Blütenköpfe voll entfaltet hatten. 2013 war das gar erst am 9. April der Fall. Allerdings gab es offenbar auch schon früher milde Winter. Denn die Aufzeichnungen zeigen, dass zum Beispiel 2014 schon am 12. Februar die ersten Märzenbecher fotografiert werden konnten. Nun bleibt die spannende Frage, ob dieses Datum in diesem Jahr noch zu toppen ist?

Das Polenztal ist eines der wenigen großen Vorkommen wilder Märzenbecher in Deutschland und steht daher unter besonderem Schutz. In den Geschichtsbüchern wird es 1821 erstmals erwähnt. Bereits um 1900 hatte es sich zu einer Touristenattraktion entwickelt. Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz erwarb 1928 rund zwei Hektar Wiesen und einen Hektar Wald unterhalb der Bockmühle in Cunnersdorf und leitete erste Schutzmaßnahmen ein. 1948 wurde der Verein zwangsenteignet und die Wiesen verstaatlicht. Nach der Wende übernahm der Landesverein wieder die Regie und kaufte von 1990 bis 1993 knapp zwölf Hektar Wiesen und pachtete weitere fünfeinhalb Hektar, um diese zu pflegen. Inzwischen gibt es auch viele ehrenamtliche Helfer, die sich um die Wiesen kümmern.

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