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Kamenz

Frühjahrsputz auf Kosten der Gemeinschaft

Im Frühling hat das illegale Entsorgen von Müll Hochkonjunktur. Aktuell ist der Weg nach Lückersdorf regelrecht mit Unrat gepflastert.

Die KDK beseitigte neun Müllsäcke mit Hausmüll. © privat

Kamenz. Es ist unglaublich, mit welcher Ignoranz und Dreistigkeit manche Leute sich ihrer Sachen entledigen“, wundert sich Jens Fichte aus Lückersdorf dieser Tage verärgert. Auf seinem Nachhauseweg, dem eigentlich idyllischen Kuhweg, kommt er aktuell an sieben Müllsäcken vorbei. Diese sind gefüllt mit altem Bauschutt. Auch Steffi Kronenberg aus Kamenz merkte diesen Umweltfrevel bereits vor ein paar Tagen bei der SZ an. Zwischen Langem Gäschen und der Straße nach Lückersdorf stapeln sich die blauen Säcke. An mehreren Stellen. Auf Facebook machen sie ihrem Frust Luft. Und viele haben dazu etwas zu sagen. Angelika Hänsel schreibt beispielsweise: „Sollte man in diesem Dreck nicht einen Anhaltspunkt finden, wer dieser Lump ist, der die Umwelt verschmutzt und sich seines Dreckes entledigt?“, fragt sie. „Das ist wirklich eine riesige Sauerei“, so Torsten Petasch. Und meint: „In der Kleingartenanlage gegenüber wurde doch kürzlich ein Dach neu eingedeckt. Das Ordnungsamt könnte wohl sicher ganz schnell rauskriegen, wo Bitumenplatten erneuert wurden.“

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Die Kamenzer Stadtverwaltung war nach den eingegangenen Hinweisen gleich am Montag vor Ort. Die KDK beseitigte insgesamt neun Müllsäcke mit Haushaltsmüll, zwei davon mit Dachpappe. „Die Mitarbeiter haben nach Hinweisen gesucht, wer das verursacht haben könnte, aber bislang ohne Erfolg“, so Rathaussprecher Thomas Käppler. Auch im Hinblick auf den baldigen Blütenlauf ist man natürlich sensibilisiert. „Wir können nur immer wieder zur Vernunft und gegenseitigen Respekt mahnen, dass solche Zwischenfälle nicht zur Gewohnheit werden. Vielen Dank nochmals an die aufmerksamen Leser!“

An der Forststraße lagen diese beide Müllsäcke. © privat

Leider häufen sich die Vorfälle der Umweltsünden trotzdem weiter. Und damit auch die Beschwerden an die Stadtverwaltung, die zwar schnell reagiert, aber auch nicht überall gleichzeitig sein kann. So fiel auch Franziska Nicolaus in letzter Zeit einiges auf: „Ich bin täglich mit dem Fahrrad auf dem Jesauer Feldweg unterwegs, sammle dort regelmäßig Müll, aber momentan übersteigt es meine Möglichkeiten. Vom Wäschekorb bis Staubsaugerzubehör liegt hier alles herum.“ Ein anderer User dazu: „Man muss sich einfach mal diese grenzenlose Blödheit geben: Da fährt jemand seinen Müll lieber in die Natur, und nimmt das Risiko einer hohen Geldstrafe in Kauf, anstatt mal kurz zum Wertstoffhof zu touren und vielleicht für nicht einmal 20 Euro die Sachen ordentlich zu entsorgen“. Auch Enrico Fiebiger meint: „Traurig, aber es wird zur Gewohnheit! Wenn ich sehe, was zum Beispiel am Waldrand an der Forststraße alles liegt und das ist ein Wanderweg! Das Areal des alten Pflegeheims Jesau wurde vor Kurzem ebenfalls entmüllt und neu umzäunt, sodass es etwas ansehnlicher wirkt. Aber auch dort flogen in der letzten Zeit wieder Müllsäcke über den Zaun.“ Bernd Zocher hat hingegen beobachtet, dass in den letzten Monaten immer wieder alte Matratzen auf dem Areal des ehemaligen Feldschlößchen entsorgt wurden. „Wahrlich kein schöner Anblick“, sagt der Kamenzer.