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Frühjahrsputz: Freiwillige Helfer befreien Elbwiesen vom Müll

Am Sonnabend rief die Stadt an elf Treffpunkten zur Elbwiesenreinigung. Alleine in Leuben räumten 150 Helfer auf.

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Von Sebastian Schneider

Strahlend blauer Himmel und 20Grad – vielleicht war die 14. Elbwiesenreinigung am Sonnabend deshalb so gut besucht. An elf Treffpunkten in der Altstadt, Blasewitz, Loschwitz, der Neustadt, Pieschen und Leuben durchkämmten am Vormittag freiwillige Helfer die Wiesen. Wie im vergangenen Jahr machten auch die Kleingärtner am Laubegaster Altelbarm mit.

Der Leubener Vize-Ortsamtsleiter Jörg Lämmerhirt steht um neun Uhr am Laubegaster Ufer. Aus seinem kleinen weißen Opel verteilt er Müllsäcke und Handschuhe. Wenige Minuten später hat er schon 31 Freiwillige gezählt. Insgesamt helfen zwischen Treugarten und Werft 150 Menschen mit, darunter Jugendfeuerwehr und Rotes Kreuz. Als Dankeschön gibt es Imbissgutscheine. Einer der Freiwilligen ist Markus Frenzel. Für den 20-Jährigen und seine Kumpels vom Laubegaster Anglerverein ist es bereits die zweite Putzaktion: „Wir wohnen gleich in der Nähe. Aber auch wenn es nicht unser Verein angestoßen hätte, würden wir auf jeden Fall mitmachen.“

Vize-Ortsamtsleiter Lämmerhirt war bei den Elbwiesenreinigungen von Anfang an dabei. In 14 Jahren hat er den Fluss einiges anschwemmen sehen: „Das Verrückteste, was wir je gefunden haben, war großkalibrige, scharfe Munition. Die hat dann der Bergungsdienst abgeholt. Aber auch Fahrräder oder Mopedteile waren schon dabei.“ In den vergangenen Jahren sei der große Müll aber deutlich kleiner geworden. Heute finde er hauptsächlich Glas- und Plasteflaschen, sagt Jörg Lämmerhirt.

„Es ist trotzdem viel zu schmutzig hier“, entgegnet Josefine Kunze. Die 26-jährige Studentin watet mit ihren Freunden Martin Seltmann und Christian Schreiber durch das Schilf am Laubegaster Ufer. „Grundsätzlich ist es toll, dass es die Elbwiesenreinigung gibt, aber bei dem vielen Dreck müsste die Stadt das noch mal im Sommer und im Herbst veranstalten“, sagt sie und leert zwei Bierflaschen aus. Für die drei Laubegaster ist es die erste Putzaktion. „Aber jedes Mal, wenn wir hier im Sommer am Ufer sitzen, haben wir einen Sack dabei und sammeln ein, was wir finden“, sagt der 26-jährige Martin Seltmann. Beim Aufräumen fördert das Trio Interessantes zutage: „Ich habe im Angebot: Einen Schuh, einen Blumentopf, eine Sandwichverpackung, einen Federball, Styropor, eine Packung Kondome und einen Einkaufszettel für zwei Bücklinge. Vielleicht sollte ich einen Laden aufmachen“, sagt Ingenieur Christian Schreiber (32). Ihre vollen Müllsäcke stellen die drei an den Rand des Fahrradweges. Dort holen sie später zwei Mitarbeiter des Ortsamtes mit Kleintransportern ab.

Nach drei Stunden Arbeit waren die Elbwiesen in Leuben am Mittag wieder sauber. Und die Helfer holten sich im Volkshaus Laubegast erst einmal ihr Essen.