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Frühlingserwachen im Osterzgebirge

Die letzten Schneereste schmelzen oben im Gebirge. Die Blumen kommen. Gärtner raten aber noch zur Vorsicht.

© Frank Baldauf

Von Franz Herz

Osterzgebirge. Diese Woche ist die erste richtige Frühlingswoche im Osterzgebirge. Nachdem der März noch sehr frische Temperaturen gebracht hat, kam seit Montag die Sonne durch, und das Wetter wurde deutlich milder, passend zur Jahreszeit. Immerhin hatten wir schon vor über zwei Wochen offiziellen Frühjahrsbeginn. Nur einzelne Schneereste liegen noch auf dem Erzgebirgskamm, wie der Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld informiert. Nachdem das Wetter von Dienstag an selbst in Zinnwald frostfrei war, hatten die milden Temperaturen schon die ersten Gewitter zur Folge. Am Mittwochabend und am Donnerstag zogen Frühlingsgewitter mit Sturmböen, Blitz und Donner über das Osterzgebirge. Mit ihnen kam frostige Polarluft und vor allem im Kammgebiet auch etwas Regen. In Fürstenwalde sind am Donnerstag rund zwölf Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen, in Zinnwald und Altenberg rund sechs Liter. In den tieferen Lagen war es weniger: an der Talsperre Lehnmühle drei Liter und in Dippoldiswalde-Reinberg ein Liter.

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Frühling im Osterzgebirge

In Zinnwald müssen sich die Krokusse noch durch Schneereste kämpfen.
In Zinnwald müssen sich die Krokusse noch durch Schneereste kämpfen.
Alexa Richter (li.) und Helen Börner gehen bei Schmiedeberg spazieren.
Alexa Richter (li.) und Helen Börner gehen bei Schmiedeberg spazieren.
Lutz Voigt von der Agrargenossenschaft Reinholdshain drillt hier bei Oberhäslich Sommergerste.
Lutz Voigt von der Agrargenossenschaft Reinholdshain drillt hier bei Oberhäslich Sommergerste.
Schneeglöckchen, hier bei Lauenstein, sind jetzt oft schon am Verblühen.
Schneeglöckchen, hier bei Lauenstein, sind jetzt oft schon am Verblühen.
Familie Gephard aus Dresden macht bei Zinnwald eine Frühlingswanderung.
Familie Gephard aus Dresden macht bei Zinnwald eine Frühlingswanderung.

Dabei würden sich Gärtner und Landwirte jetzt Regen sehr wünschen. Das würde der gesamten Natur guttun. Denn durch den schneearmen Winter dieses Jahr ist derzeit wenig Feuchtigkeit im Boden. Die Pflanzen benötigen aber Wasser für ihr Wachstum. „Es sollte aber ein warmer Regen werden, kein Schnee“, sagt Klaus Köhler, der Pflanzenbauchef der Agrargenossenschaft Reinholdshain. Er ist mit seinen Kollegen seit dieser Woche mit den Frühjahrsarbeiten auf den Feldern beschäftigt. Die Mitarbeiter bringen Dünger auf die Felder und die Sommersaaten in die Erde. Auf dem Acker entlang der B 170 beispielsweise drillen sie die Sommergerste. „Wir hoffen, dass diese in guter Qualität wächst, sodass wir sie als Braugerste verkaufen können“, sagt Köhler.

Überall lugen jetzt die ersten grünen Spitzen aus der Erde. Die ersten Frühblüher, wie die Schneeglöckchen, die sich dieses Jahr schon während des milden Januars gezeigt haben, haben ihre Blütezeit bald wieder hinter sich. Dafür zeigen Krokusse, Winterlinge und auch Osterglocken ihre Farbenpracht.

In den Gärten ist jetzt Zeit, Obstgehölze zu pflanzen. Mit anderen Kulturen sollte man noch vorsichtig sein, rät Jürgen Kluge, der Vorsitzende des Kleingartenbundes für die Weißeritzregion. Petra Meile, die im BHG Bauzentrum Reinholdshain den Gartenmarkt leitet, beobachtet, dass durch den kalten März manche Anpflanzungen verzögert wurden. Jetzt, wo es so warm ist, kommt vieles zur gleichen Zeit. Für das nächste Wochenende haben die Lieferanten bereits die ersten Geranien angekündigt. „Aber wer die pflanzt, muss auch auf den Wetterbericht achten“, rät die Fachfrau.