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Frühschicht für den Bierzug

Seit Tagen wird auf dem Festplatz in Eibau aufgebaut. Denn schon vor dem offiziellen Start am Freitag muss alles stehen.

© Matthias Weber

Von Romy Altmann-Kühr

Eibau. Die Fässer mit der berühmten roten Limo aus Hainewalde sind erst einmal provisorisch installiert. Schließlich müssen die Arbeiter auch ihren Durst stillen. Seit morgens um sieben sind sie auf den Beinen, um auf dem Festplatz hinter dem Eibauer Volkshaus alles vorzubereiten für Eibaus großes Wochenende.

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Auch am Gasthof „Zum Hirsch“, unweit des Volkshauses an der  B 96, bereitet man sich darauf vor. Emsige Helfer hocken in den Rabatten vor dem Gasthaus und zupfen Unkraut. Hier wird am Sonntag zum Bierzug die Ehrentribüne stehen, auf der geladene Gäste Platz nehmen und den Umzug verfolgen.

Einmal im Jahr – regelmäßig am letzten Juniwochenende – gibt es in der Gemeinde nur ein Thema: Bier und das große Traditionsfest rund ums Bier. Für Stefan Kubitz heißt das schon eine Woche vorher mächtig ranklotzen. Er organisiert als Veranstalter das Geschehen auf dem Festplatz mit Festzelt, Musik, Ausschank und Schaustellerbetrieb. Bereits am vergangenen Sonnabend hat die Zeltbaufirma aus Niedercunnersdorf damit begonnen, das mehr als 1 200 Quadratmeter große Festzelt aufzubauen. „Ich habe lieber noch ein bisschen Luft nach hinten raus“, sagt Festplatz-Organisator Kubitz. Immerhin muss das Zelt nicht erst am Freitagabend komplett sein, wenn das öffentliche Programm beginnt. Bereits am heutigen Donnerstag begeht die Volksbank Löbau-Zittau hier ihre Mitgliederversammlung – auch das ist Tradition. Denn in kaum eine andere Veranstaltungsstätte weit und breit passen so viele Leute.

Was Sie zum Bier-Fest noch wissen müssen

Parkplätze:

Zentrale Parkflächen sind unter anderem eingerichtet bei „Komm mit Reisen“ an der Neueibauer Straße, bei „Ihr Kaufmann“ (ehemaliger Plusmarkt) an der Neugersdorfer Straße, am Dorfladen (ehemals Norma) an der Hauptstraße, bei Kaufland und Obi im Gewerbegebiet Rumburger Straße in Ebersbach. Einige Behindertenparkplätze befinden sich an der Hauptstraße/Einmündung Neugersdorfer Straße.

Straßensperrung:

Wegen des Bier- und Traditionszuges ist am Sonntag auf der B 96 zwischen Eibau und Walddorf ab 9Uhr mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. Die Gemeinde und die Organisatoren empfehlen eine rechtzeitige Anreise. Die B 96 wird während des Umzuges von 9 bis gegen 15 Uhr ab der Kreuzung „Goldener Löwe“ in Fahrtrichtung Zittau für den Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Neugersdorf und ist ausgeschildert.

Zudem informiert die Gemeinde, dass die Obercunnersdorfer Straße aufgrund der Bauarbeiten an der Straße „Kottmarhäuser“ gesperrt ist und dort keine Parkplätze zur Verfügung stehen.

Bus zum Festplatz:

Ein Shuttlebus ist eingerichtet, der Besucher zum Festplatz bringt. Er fährt jeweils 8.45Uhr, 9.15Uhr und 9.45Uhr ab Neueibau über Neugersdorf Feldschenke, Volksbank, Ebersbach Rumburger Straße, Obi, Kaufland, Goldener Löwe zum Gasthof „Zum Hirsch“ in Eibau. Um 14Uhr, 14.30Uhr und 15Uhr werden Rückfahrten auf der gleichen Strecke in umgekehrter Richtung angeboten. Der Service ist kostenlos, die Organisatoren bitten um den Kauf einer Bierzugplakette für zwei Euro, deren Verkauf trägt zur Finanzierung der Veranstaltung bei. Die Organisatoren bitten, den Shuttleservice zahlreich zu nutzen, da die Parkplätze begrenzt sind.

Sprecherstellen:

An mehreren Standorten sind Sprecherposten eingerichtet, dort wird über die Umzugswagen informiert. Die Standorte sind am „Waldkretscham“, am Dorfladen, am Faktorenhof, an der Sparkasse und am Gasthof „Zum Hirsch“.

Programmhöhepunkte:

Freitag ist Eröffnungsparty ab 19Uhr mit dem Einmarsch der Vereine und dem Parallelbieranstich der Brauereien. Ab 21Uhr spielen Jolly Jumper. Sonnabend startet das Oberlausitzer Oldtimerwandern ab 9Uhr. Nachmittags ist Familiennachmittag, ab 20Uhr Public Viewing, 80er/90er-Party mit DJ und Jugendparty. Sonntag beginnt um 8.30Uhr das Stellmanöverfür den Bierzug auf den Straßen in Walddorf. Ab 8Uhr ist Handwerker- und Trödelmarkt am Volkshaus. 17Uhr ist Festgottesdienst in der Eibauer Kirche, ab 18Uhr Tanzabend und 22.30Uhr Feuerwerk.

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Mit Traditionen haben es die Eibauer ohnehin. Die Sache mit der Bestuhlung im Zelt ist auch eine. „Das machen seit Jahren die Senioren vom Faustballverein, also die 60- bis 80-Jährigen“, erzählt Stefan Kubitz. Donnerstagmorgen um acht geht es los. Wie die Faustballer mischen auch viele andere mit. Ohne die Vereine des Ortes wäre das gesamte Fest nicht denkbar, betont Kubitz. Sie übernehmen mit ihren Mitgliedern zum Beispiel auch den Ausschank im Festzelt an allen Tagen. An die 100 Leute sind da im Einsatz. „Der Freitag ist ja auch unser Fest der Vereine“, sagt der Organisator. An diesem Abend marschieren dann über 60 Vereine, die die Gesamtgemeinde Kottmar jetzt hat, mit ihren Vereinsfahnen ins Festzelt ein. „Eine beachtliche Anzahl“, findet Kubitz. Immer wieder hat es Versuche gegeben, auch schon am Mittwoch das Zelt zu belegen, der größeren Auslastung wegen. Konzerte für Jugendliche wurden organisiert, voriges Jahr gab es eine große Tupper-Party. Aber, sagt Organisator Kubitz, es müsse schon ein ganz großer Knüller sein, der viele Leute zieht, damit sich der Zeltbetrieb lohnt. „Das ist nicht gänzlich zu den Akten gelegt, aber wir konzentrieren uns jetzt auf die drei Tage von Freitag bis Sonntag.“ Am Freitag geht es nach dem Auftritt der Vereine los mit dem Parallelbieranstich. Das ist eine Besonderheit des Bierfestes, wie auch schon die Geschäftsführerin des Sächsischen Brauerbundes, Barbara Sarx-Lohse, kürzlich in einem Pressegespräch hervorhob. Die acht teilnehmenden Brauereien stechen gleichzeitig ihre Fässer an und eröffnen damit das Fest. „Das ist etwas Einmaliges, was die Brauereien hier auf die Beine stellen“, so Frau Sarx-Lohse. Bis es so weit ist, werden noch allerhand Handgriffe zu tun sein. Die Brauereien bringen ihre Verkaufstheken fürs Zelt und Bierwagen für den Außenbereich an Ort und Stelle, Schausteller bauen ihre Fahrgeschäft, Händler ihre Stände auf. Die Helfer stellen die Bühne fertig und bauen im Zelt außerdem eine LED-Wand für die Übertragung der Fußballspiele auf. „Wir werden alle Spiele auf der Leinwand laufen lassen“, so Kubitz. Am Sonnabend, wenn Deutschland gegen Schweden spielt, gibt‘s dann offizielles Public Viewing im Festzelt. „Na mal sehen, wie das wird“, sagt Kubitz – mit Blick auf das bisherige Abschneiden der deutschen Mannschaft.