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Fuchs klaut auf dem Butterberg

Aus den Gehegen im Wildpark in Bischofswerda sind Laufenten, Rassehühner und Kaninchen verschwunden. Zum tierischen Täter gibt es Spuren.

© dpa

Von Gabriele Nass

Gesund und Fit

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Was ist denn hier los? Die meisten der immer belebten Gehege im Wildpark auf dem Butterberg sind leer. „Der Fuchs hat zugeschlagen“, sagt Berggasthof-Wirt Karl-Heinz John. Er und weitere Augenzeugen vom Tatort sind sich sicher, dass nur dieser tierische Täter infrage kommen kann. „Wer sonst, so wie das aussah?“ Daran, dass Menschen ihre Hand im Spiel gehabt haben könnten, wurde nie gedacht und deswegen auch keine Anzeige erstattet.

Es war am Sonnabend vor vierzehn Tagen. Hausmeister Andreas Jockwitz fuhr an diesem Morgen als Erstem der Schreck in die Glieder: mehrere tote Tiere rund um den Wildparkteich, viele verschwundene. Von den tierischen Bewohnern, die der Besuchernähe wegen bisher in offenen Gehegen oder ganz frei gehalten wurden, ist nichts mehr da. Fünf Laufenten und acht Hühner zum Beispiel sind dem wahrscheinlichen Fuchsangriff zum Opfer gefallen. „Vorher hat er sich schon mal Kaninchen geholt“, sagt Karl-Heinz John. Rund vierhundert Euro Schaden sind dem Berggasthof entstanden. Die Traurigkeit kommt dazu und wiegt schwer.

Neue Tiere kommen im Frühjahr

Unter den Hühnern waren vier Rassehühner, die der Butterberg erst im Herbst angeschafft hatte. „Wir wollen unseren Gästen ja was zu bieten haben“, sagt Tierfreund John. Deswegen war er in Lichtenberg und Wilthen auf Rasseschauen, guckte sich nach attraktiven Exemplaren um und kaufte sie für den Wildpark.

Die neckischen Laufenten, die manche sich auch privat als Gesellen und Schneckenfresser halten, lebten auf dem Butterberg wie im Paradies. Sie hatten die größtmögliche Freiheit. Das wurde ihnen jetzt zum Verhängnis. Der Teich im Park war zugefroren. Damit fehlte den Enten das sichere Rückzugsgebiet für den Ernstfall, denn als der Fuchs kam, war für den nicht wie sonst am Wasserrand Schluss. Die Enten versuchten sich Richtung Teich zu retten, übers Eis konnte ihnen der Fuchs folgen.

Im Moment sorgt die bunte Schar der Kanarienvögel für Leben im Wildpark. Auch die Eichhörnchen lassen sich schön beobachten. Zum Glück auch für eine Psychologin, die kürzlich davon berichtete, wie sie manchem Patienten die Butterbergeichhörnchen zum Beobachten empfohlen hat. Diese Tiere würden gut beherrschen, was manche Menschen erst wieder lernen müssen: mal aus dem Laufrad auszusteigen, um sich Ruhe zu gönnen.

Dass die Attraktivität des Wildparks unter dem Verlust der Tiere leidet, ist klar. Das Berggasthof-Team macht seine Besucher mit einem Aushang im Foyer auf das Geschehene aufmerksam und bittet um Verständnis. Alles nur eine Frage der Zeit, denn die Gehege sollen wieder mit Leben gefüllt werden. Im Frühjahr, sagt Karl-Heinz John, werden neue Tiere angeschafft. Bis dahin soll aber „die Taktik der Tierhaltung verändert werden“. Noch wird nach der Lösung gesucht, die Attraktivität für die Besucher und dauerhafte Sicherheit für alle Tiere gleichermaßen bietet.

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