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Weißwasser

Füchse ringen Bietigheim Steelers nieder

Ausschlaggebend sind am Ende das bessere Überzahlspiel und ein überragender Torwart.

Die Füchse-Verteidiger Ondrej Pozivil (links) und Oliver Granz freuen sich über die gewonnene Abwehrschlacht.
Die Füchse-Verteidiger Ondrej Pozivil (links) und Oliver Granz freuen sich über die gewonnene Abwehrschlacht. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben einen dringend benötigten 3:2-Erfolg über die Bietigheim Steelers gefeiert, der einerseits glücklich war, andererseits aber auch das Reslutat einer großen kämpferischen leistung. Nach dem Spiel sagte Füchse-Trainer Corey Neilsson: „Eishockey ist manchmal ein ,funny game’. In den letzten Spielen hatten wir den Puck mehr und die besseren Chancen, haben aber verloren. Diesmal hatte der Gegner den Puck mehr und die besseren Chancen, aber wir haben gewonnen.“

Dass es am Ende ein Sieg werden sollte, wollten die meisten in der Halle auch drei Minuten vor Schluss nicht glauben. Die Füchse führten mit 3:2, aber dann bekamen sie binnen vier Sekunden zwei Strafen für eher kleine, aber ungeschickte Fouls aufgebrummt, erst der junge Verteidiger Mik, dann der erfahrene Keussen. Bietigheim, eine bekannt gute Überzahlmannschaft sollte sich dieses doppelte Überzahlspiel doch wohl nicht entgehen lassen, zumal die Steelers auch noch Torwart Stephon Williams vom Eis nahmen und mit sechs Feldspielern gegen drei Füchse-Feldspieler den Ausgleich erzwingen wollten. Aber die Füchse hielten die Box vor dem Tor eng, und Torwart Mac Carruth hatte seine Hände und seinen Körper überall, verschaffte mit seinen Saves seiner Mannschaft sogar Wechselmöglichkeiten. Die Füchse überstanden die zwei Minuten tatsächlich ohne Gegentor und auch die restliche Minute, als das Steelers-Tor verwaist blieb. Gut, dass es keine Verlängerung mehr gab, denn nach einem Unentschieden nach 60 Minuten hatten die Füchse bislang immer verloren, zuletzt am Mittwoch gegen Landshut und am Freitag in Ravensburg. Mit den drei Punkten am Sonntag wurde es doch noch eine erfolgreiche Woche.

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Dabei hatte dieses Spiel gegen die Steelers alles andere als gut begonnen. Hammond hatte mit einem Rückhandschuss zwar die erste Chance für die Füchse, aber noch im selben Wechsel fiel das 0:1. Hauner wollte den Puck von hinter der Grundlinie nach vorn spielen, ein Füchse-Verteidiger fälschte die Scheibe ab, Hammond war vor dem eigenen Tor überrascht, Hauner konnte sich die Scheibe wieder erlaufen , vor das Tor ziehen und unter die Latte einnetzen. Dass der Ausgleich nicht lange auf sich warten ließ, sollte sich als wichtig für den weiteren Spielverlauf erweisen. Die Reihe, die den Gegentreffer hinnehmen musste, schaffte auch den Ausgleich. Murphy spielte die Scheibe zurück auf George, der sie mit viel Geschick aus dem Handgelenk an den langen Innenpfosten platzierte (3.). Danach überstanden die Füchse zwei Unterzahlsituationen auch mit etwas Glück. Laub traf den Außenpfosten und Torwart Carruth war bei einer 2:1-Situation zur Stelle. In drei eigenen Überzahlspielen ging für die Füchse (noch) nichts). Außer einem George-Direktschuss blieb die Torgefahr der Füchse gering. Andererseits liefen die Bietigheimer zwei Unterzahlkonter, die eigentlich zu einem Treffer hätten führen müssen. Erst vergaben Hauner und Zientek eine 2:0-Situation, dann scheiterte Prommersberger nach McKnight-Pass am glänzend reagierenden Carruth. Das 1:1 nach dem ersten Drittel war für die Füchse schmeichelhaft.

Im Mitteldrittel, als Trainer Neilson den jüngeren Spielern mehr Einsatzzeit als zuvor gab, gingen die Gäste nach einem Puckverlust der Füchse im eigenen Drittel (Karrer) durch den 18-jährigen Kneisler im zweiten Nachschuss in Führuung (23,). Danach rannten die Bietigheimer weiter an, aber die Füchse, die insgesamt 50 Schüsse auf ihr Tor zuließen (selbst nur 27) konnten das 1:3 verhindern. Aber als George bei einem Konter aufs Gästetor zulaufend behindert wurde, gab es eine Strafe für Bietigheim, und die Füchse nutzten das. Hammond spielte einen Traum-Querpass durch den Slot und George nahm auf der anderen Seite die Scheibe direkt – 2:2 (34.). Die Füchse überstanden eine Unterzahl gegen Breitkreuz (der Glück hatte, dass sein Bandencheck gegen Zientek nicht härter bestraft wurde) und schlugen in der nächsten Überzahl erneut zu. Diesmal erkämpfte sich Murphy einen fast schon verlorenen Puck in der Ecke zurück. Zwei Pässe später von Keussen und Hammond stand Murphy am langen Pfosten völlig frei, schlug erst über den Puck, konnte ihn aber im zweiten Versuch über die Linie bringen. Zehn Sekunden vor Ende des Drittels stand es 3:2, die Spielanteile waren völlig auf den Kopf gestellt.

Das Schlussdrittel war eine einzige Füchse-Abwehrschlacht, mit dem Turm Mac Carruth im Füchse-Tor und unterbrochen von nadelstichartigen Kontern der Füchse. Allein Hammond hatte dreimal´den vierten Füchse-Treffer auf dem Schläger, einmal lief er in Penalty-Manier auf den Gästetorwart Williams zu. Immer wieder scheiterte der derzeitige Füchse-Topscorer, aber am Ende reichte es trotzdem zum Sieg. Wichtig vor dem Derby am Freitag in Dresden. Am Sonntag ist dann der EC Bad Nauheim zu Gast in der wee-Eisarena.

Statistik

Lausitzer Füchse - Bietigheim Steelers 3:2 (1:1, 2:1, 0:0)

Tore:
0:1 Norman Hauner 1:14 (Assist: McKnight)
1:1 Jordan George 2:48 (Murphy, Hammond)
1:2 Robert Kneisler 22:34 (Fleischer, Hauner)
2:2 Jordan George 33:37 (Überzahl, Hammond, Andres)
3:2 Darcy Murphy 39:50 (Überzahl, Hammond, Keussen)

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Monteith, Granz – Keussen, Kania – Mik, Pozivil – Karrer
Sturm: Farmer, C. Breitkreuz, Andres – Murphy, George, Hammond – Kuschel, Reichel, Strodel – Schwamberger, Rentsch

Bietigheim
Tor: Williams
Abwehr: Hüfner, Owens – Prommersberger, Schüle, Schoofs
Sturm: B. Breitkreuz, Wenzel, Cabana – Zientek, Swinnen, Laub – Hauner, Preibisch, McKnight – Kneisler, Fleischer

Schiedsrichter: Markus Schütz, Stefan Vogl
Strafen: Weißwasser 16, Bieigheim 16
Zuschauer: 2 225