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Füchse siegen im Duell ums Viertelfinal-Heimrecht

Nach einem Blitzstart und einem 4:0-Zwischenstand wird es gegen Kaufbeuren aber noch einmal eng.

Hier zelebriert Füchse-Kapitän Anders Eriksson seinen Treffer zum 3:0. © Gunnar Schulze

Die Lausitzer Füchse haben vor über 2 500 Zuschauern das wichtige Duell um das Heimrecht in den Play-off-Viertelfinals gegen des ESV Kaufbeuren mit 6:3 gewonnen und damit den Abstand auf den aktuellen Tabellenfünften sechs Spieltage vor Ende der Hauptrunde auf fünf Punkte vergrößert. Das Spiel begann ideal aus Sicht der Füchse. Trotzdem hätte es noch kippen können.

Der Start in das Spiel war aus Füchse- Sicht sensationell, aus Sicht der Gäste deprimierend. Nach nur 56 Sekunden stand es 2:0. Erst hatte Boiarchinov einen Adam-Schuss abgefälscht, dann Saviano einen von der Bande zurückspringenden Monteith-Schuss in der kurzen Ecke untergebracht. Schlimmer hätte das Zweitliga-Debüt für den Kaufbeurer Torwart, den 23-jährigen Michael Güßbacher, der bei beiden Treffern nicht gut aussah, nicht verlaufen können. Kaufbeurens Trainer Andreas Brockmann nahm ihn sofort vom Eis. Das Spiel lief weiter ideal für die Füchse. Auf der anderen Seite zeigte Maximilian Franzreb bei einer 1:0-Situation gegen Laaksonen, dass er ein besserer Torwart ist. Das Spiel war jetzt ausgeglichen, aber erneut trafen die Füchse. Kapitän Anders Eriksson konnte nach einem langen Pass von Kuschel ungestört ins gegnerische Drittel laufen und zog platziert in die lange Ecke ab – unhaltbar sah auch das Tor nicht aus. Eine Schwäche der Füchse, die sich über das gesamte Spiel hinziehen sollte, war auch schon im ersten Abschnitt zu sehen – das Überzahlspiel. Die Füchse spielten immer schön um die gefährliche Zone herum, hatten oft keinen Spieler vor dem Tor, der den Puck abfälschen oder dem Torwart die Sicht verdecken könnte. Und so gab es auch kaum Torgefahr.

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Als aber zu Beginn des Mitteldrittels auch noch das 4:0 gelang – Monteith war nach einem langen, hohen Pass auf und davon und hämmerte die Scheibe in Tor (23.) – schien das eine Vorentscheidung zu sein. War es aber nicht. Postwendend gelang den Gästen ihr erster Treffer. Stach hatte mit einem verdeckten Schuss in die kurze Ecke getroffen. Die Füchse hatten wenig später zwar durch einen Adam-Schuss und Schiemenz-Nachschuss die nächste gute Chance, aber der Druck der spielerisch gleichwertigen Gäste nahm zu. In Überzahl gelang dem Gäste-Topscorer Blomquist das 4:2, mit einem Direktschuss in die kurze Ecke. Dafür, dass es nicht sofort eng wurde, sorgten dann die jungen Förderlizenzspieler, die den Puck im Forechecking erkämpften. Jahnke brachte die Scheibe dann blitzschnell in der kurzen Ecke unter (33.). Aber ein weiteres Überzahltor der Gäste, Oppolzer fälschte einen Schuss von Stach ab, sorgte nur zwei Minuten später dafür, dass es spannend blieb, zumal Kaufbeuren das Schlussdrittel in Überzahl beginnen konnte.

Die Füchse gerieten in den ersten fünf, sechs Minuten des Schlussdrittels gehörig unter Druck. Franzreb rettete gegen Thiel und Laaksonen großartig. In der 43. Minute wurde der Videobeweis bemüht, um zu sehen, ob der Puck an der kurzen Ecke die Linie überschritten hatte. Franzreb hatte aber dichtgemacht – kein Treffer. Erst langsam kamen die Füchse wieder zu Kontern. Eine Augenweide war der Sprint von Jeff Hayes von der eigenen Blauen Linie über das Eis, bei dem er seinem Gegenspieler vier, fünf Meter abnahm, letztlich aber am Torwart scheiterte. So blieb es spannend, bis Vincent Hessler seine Füchse erlöste. Nach einem Puckgewinn im gegnerischen Drittel war der junge Stürmer im Slot frei, wurde angespielt und brachte die Scheibe über dem Schoner des Gästetorwarts zum 6:3 unter. Auch danach gaben die Kaufbeurer nicht auf, rannten weiter an, nutzten aber ihre Chancen – unter anderem eine Überzahl – nicht. Natürlich ergaben sich für die Füchse verstärkt Kontermöglichkeiten, aber es blieb am Ende beim 6:3.

Trainer Corey Neilson zeigte sich nach dem Spiel insgesamt zufrieden, besonders mit den Berliner Förderlizenzspielern, „die sich an die Art, wie wir in Weißwasser spielen, erst wieder gewöhnen mussten und das viel besser als noch am Freitag in Frankfurt hinbekommen haben.“ Ob sie am kommenden Wochenende gegen Heilbronn und in Bad Tölz wieder zur Verfügung stehen, ist allerdings unklar.

Klar ist aber, dass die Lausitzer Füchse unglaubliche sechs Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde in das Viertelfinale einziehen. Der Vorsprung auf den Siebenten (zurzeit Kassel), der in die Pre-Play-offs muss, beträgt 19 Punkte. Und in sechs Spielen kann man maximal 18 Punkte holen. (mit Ronny Reddo)