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Weißwasser

Füchse verlieren das Derby in Crimmitschau

Im Mitteldrittel leisten sich die Lausitzer einfach zu viele Fehler. Die größte Sorge aber gilt dem Torwart.

© Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben das Sachsenderby am Dienstagabend in Crimmitschau mit 3:6 (1:1, 2:4, 0:1) verloren. Eine schwache Phase im Mitteldrittel war entscheidend, den Füchsen reichte eine zweimalige Führung nicht.

Die Lausitzer Füchse mussten die Partie ohne ihren derzeit wohl wichtigsten Spieler angehen. Torwart Mac Carruth, zuletzt in überragender Form, hatte sich am Sonntag in Bietigheim verletzt, als Brett Breitkreuz in ihn hereingerutscht war. Carruth hatte wütend reagiert, und wollte, sonst völlig unüblich für einen Torwart, sich Breitkreuz selbst zur Brust nehmen – jetzt ist auch klar, warum. Carruth musste wegen einer Oberkörperverletzung passen. Maximilian Franzreb, Backup-Goalie der spielfreien Berliner Eisbären, stand gestern Abend zur Verfügung. Ob auch am Freitag im Derby gegen die Dresdner Eislöwen oder ob Carruth wieder spielen kann, ist noch unklar. Das Spiel begann mit je einer Überzahl auf jeder Seite. Aber erst Crimmitschau und dann Weißwasser schafften es jeweils nicht, sich ganz große Chancen zu erspielen. Dann musste Füchse-Torwart Franzreb gegen einen Crimmitschauer aus Nahdistanz retten, auf der anderen Seite scheiterte Andres nach einem Fehler der Crimmitschauer allein vor Torwart Ansperger (8.). In einem temporeichen Spiel mit Offensivdrang auf beiden Seiten gingen dann die Füchse in Führung. Nach einer super Vorarbeit von Gordan George, der um das Tor lief und dann den Puck diagonal genau servierte, traf Füchse-Topscorer Mike Hammond mit einem Direktschuss (15.). Als dann George auf die Strafbank musste, kam der Crimmitschauer Walsh mehrfach zum Abschluss, aber Franzreb hielt. Als sich alle schon auf eine Füchse-Führung einrichteten, gelang Crimmitschau der Ausgleich. Körner spitzelte Franzreb den Puck durch die Beine. Danach hatten die Füchse noch Glück, bei einem 3:1-Konter der Eispiraten nicht in Rückstand zu geraten. Franzreb hielt.

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Das Mitteldrittel begann mit dem Führungstreffer für die Lausitzer Füchse. Mike Hammmond und Jordan George wuselten sich förmlich durch die Crimmitschauer Abwehr, am Ende schob George den puck ins leere Tor (21.). Wenig später hatten die Füchse die Reisenchance zum 1:3, verweigerten aber den Abschluss. Lange konnten sich die Füchse aber nicht über die Führung freuen. Als es die vierte Reihe nicht schaffte, vom Eis zu kommen, schlugen die Gastgeber durch Grygiel zu, der allein vor Franzreb traf (23.). Der Füchse-Torwart rettete wenig später gegen Demmler. Nachdem die Füchse eine eigene Überzahl nicht nutzen konnten, ging Crimmitschau mit einem Glückstor in Führung. Boiarchinov fälschte einen Hudson-Schuss so unglücklich ab, dass sich die Scheibe als Bogenlampe ins Netz senkte. Wenig später ließen die Füchse bei einem Wechsel Wyshart allein, der zwar allein vor dem Tor an Franzreb scheiterte, aber Walsh traf zum 2:4 unter die Latte. Zum Glück hatten die Füchse eine sofortige Antwort parat. Kania konnnte allein aus spitzem Winkel auf das Tor zulaufen und traf genau die bierdeckelgroße Lücke, die Torwart Arnsperger am Dreinagel der kurzen Ecke gelassen hatte. Aber Wyshart stellte mit einem Schuss von der Blauen Linie durch Mann und Maus hindurch den alten Abstand wieder her.

Das Schlussdrittel begann mit zwei Riesenchancen für die konternden Gastgeber, die Franzreb jeweils vereitelte. Die Füchse versuchten anzurennen, hatten durch Farmer nach Murphy-Puckeroberung eine gute Chance (45.), aber die Gastgeber waren einem weiteren Treffer näher. Dann vergab Farmer aus spitzem Winkel auf das leere Tor eine Riesenchance, als er nicht traf (50.). Ab der 52. Minute machten die Füchse Riesendruck, aber das Tor war wie vernagelt. Unterbrochen wurde die Aufholjagd durch einen Konter, bei dem Franzreb zwar Sieger gegen Grygiel blieb, aber Kania eine Strafe zog. Gut zwei Minuten vor Schluss nahmen die Füchse den Torwart vom Eis. Pohl traf dann ins leere Tor, der Deckel war damit drauf.

Statistik

Eispiraten Crimmitschau – Lausitzer Füchse 6:3 (1:1, 4:2, 1:0)

Tore:
0:1 Mike Hammond 14:11 (Assist: George, Boiarchinov)
1:1 Christoph Körner 19:23 (Hudson, Fyten)
1:2 Jordan George 20:41 (Boiarchinov, Hammond)
2:2 Adrian Grygiel 22:58 (Fyten, Körner)
3:2 Carl Hudson 28:02 (Demmler, Kuchejda)
4:2 Alexander Wideman 28:57 (Wahl, Wishart)
4:3 Jakub Kania 29:19 (George, Monteith)
5:3 Ty Wishart 32:48 (Wideman, Wahl)
6:3 Patrick Pohl 58:48 (Empty Net, Hudson, Schlenker)

Eispiraten Crimmitschau
Tor: Arnsperger
Abwehr: Wishart, Kaisler – Hudson, Thomas – Olleff, Halbauer – Kokes
Sturm: Fyten, Grygiel, Körner – Schlenker, Pohl, Kuchejda – Walsh, Wideman, Wahl – Demmler, Braun

Lausitzer Füchse
Tor: Franzreb
Abwehr: Monteith, Kania – Pozivil, Granz – Mik, Karrer – Fern
Sturm: Boiarchinov, George, Hammond – Farmer, Murphy, Breitkreuz – Schwamberger, Streu, Andres – Kuschel, Strodel, Reichel

Schiedsrichter: Kevin Salewski, Jens Steinecke
Strafen: Crimmitschau 6, Füchse 10
Zuschauer: 2.026