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Niesky

Füchsen gelingt starker Saisonstart

Beim 7:3 über Freiburg gibt es nur in einer Phase kleine Zweifel. Die Füchse haben zwei Doppeltorschützen.

Die Lausitzer Füchse hatten am Freitagabend siebenmal Grund zu jubeln.
Die Lausitzer Füchse hatten am Freitagabend siebenmal Grund zu jubeln. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben zum Saisonauftakt überzeugt. Vor knapp 2 500 Zuschauern gewannen die Füchse am Ende klar mit 7:3 über die Wölfe aus Freiburg. Die Entscheidung fiel nach dem Ausgleich der Freiburger zu Beginn des Mitteldrittels, auf den die Füchse mit drei Treffern binnen zwei Minuten antworteten. Von diesem Rückschlag erholten sich die Gäste nicht mehr.

Aber nicht nur die drei Punkte, sondern auch die Art und Weise des Füchse-Erfolgs machen Lust auf mehr. Die Lausitzer Füchse versuchten von der ersten Sekunde an das umzusetzen, was Trainer Corey Neilsson verlangt: viel Tempo, bei Puckgewinn die Scheibe schnell nach vorn, mit vollem Tempo und zwei, drei oder gar vier Spielern, den Abschluss und Nachschuss suchen, meist mit nur einer Absicherung, und bei Puckverlust auch schnell zurück. Das Spiel erfordert viel läuferische Bereitschaft, die auf Dauer wohl nur vier Sturmreihen leisten können. Neilsson setzt deshalb auch auf alle Sturmreihen, die auch noch jede für sich mutig spielen und Torgefahr erzielen.

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Hinter den Kulissen der Saftpressen

Am 21. September 2019 haben Interessierte die Möglichkeit zu erfahren, wie der leckere Saft in die Flasche kommt. 

Den Lohn für diese Spielweise gab es schnell. Die erste große Chance hatte Farmer nach wenigen Sekunden, und nach 88 Sekunden stand es 1:0. Die Freiburger hatten eine Strafe genommen, Farmer hinter der Grindlinie den auf der anderen Seite lauernden Jordan George gesehen und einen Pass durch den Torraum gespielt, und der Deutsch-Amerikaner den Puck direkt in die kurze Ecke geschossen. Freiburgs Torwart Meisner kam zu spät. Die Füchse hielten das Tempo hoch und kamen mit einem Konter zum 2:0. Jahnke brachte den Puck mit einem schnellen Pass ins Angriffsdrittel, Strobel legte die Scheibe ab, und Tomas Andres versenkte die Scheibe allein vor dem Tor in die kurze (Torwart-)Ecke (8.). Nach dem zweiten Füchse-Treffer war das Spiel etwas ausgeglichener, mit hohem Tempo und Chancen auf beiden Seiten. Als die Füchse dann durch eine unnötige Strafe von Kania in Unterzahl gerieten, liefen sie zunächst einen 3:1-Konter, um dann das Verteidigen gegen den Kanadier Pegeau, der an der Blauen Linie zwei Füchse aussteigen ließ und dann in Ermangelung eines Mitspielers einfach aufs Tor schoss und traf.

Und als die Füchse dann Anfang des Mitteldrittels bei eigener Unterzahl nach einem Bully im gegnerischen Drittel in einen Konter liefen, stand es 2:2. Saakyan zog bei einem 2:1-Konter vom Bullykreis ab und traf flach in die lange Ecke. Was in den vergangenen Jahren oft der Fall war – dass die Füchse geschockt waren und Zeit brauchten, den Rückschlag zu verkraften, war diesmal überhaupt nicht der Fall. Nach einer Puckeroberung im Mitteldrittel liefen die Füchse einen 3:2-Konter. George sah den auf der anderen Seite mitgelaufenen Joel Keussen, der sich völlig frei die Ecke aussuchen konnte und flach in die lange Ecke traf – nur eine Minute nach dem Ausgleich. Eine weitere Minute später stand es 4:2. Diesmal hatte Pozivil den Puck aus relativ spitzem Winkel aifs Tor gebracht, er rutschte Wölfe-Torwart Meisner durch die Schoner und kullerte über die Torlinie – ein klarer Torwartfehler. Diesmal dauerte es keine Minute bis zum nächsten Füchse-Treffer. Die Freiburger hatten eine nächste Strafe kassiert, und die Kombination wie vor dem ersten Füchse-Tor funktionierte fast identisch ein zweites Mal, Jordan George lupfte diesmal die Scheibe schlitzohrig über den Schoner von Meisner. Nach diesem Dreierschlag waren die Freiburger sichtlich geschockt und hatten weiterhin große Probleme dem hohen Tempo der Füchse zu folgen. In einer eigenen Unterzahl erzielten die Lausitzer Füchse das 6:2 – eine Einzelleistung von Daniel Schwamberger. Der Ex-Ravensburger, eroberte die Scheibe an der eigenen Blauen Linie, war auf und davon, ließ sich auch nicht mehr einholen und zimmerte die Scheibe im Fallen unter die Latte. In der verbleibenden Unterzahl hatten die Füchse Glück, als Linsenmeier den Pfosten traf. Ansonsten aber hatten die Gäste große Probleme aus dem eigenen Drittel zu kommen. Nach dem zweiten Drittel sah alles nach einer Vorentscheidung aus.

Im Schlussdrittel, vor dem bei den Gästen der entnervte Torwart Ben Meisner in der Kabine blieb und durch den Youngster Leon Meder ersetzt wirde, mussten die Füchse mehrere Unterzahlsituationen überstehen. Bei den ersten beiden gelang das auch, bei der dritten, als Murphy von einem Ellenbogencheck vom Eis musste (mit Zehn-Minutenstrafe) verkürzte Pither mit einem Schuss aus kurzer Distanz unter die Latte auf 6:3. Die Füchse machten danach das einzig Richtige: Sie spielten weiter nach vorn und hielten die Freiburger im Wesentlichen vom eigenen Tor weg. Deshalb gab es auch nur noch ganz wenige Schusschancen für die Gäste, bei denen das Spiel noch einmal hätte spannend werden können. Den Schlusspunkt setzte Joel Keussen mit einer tollen Einzelleistung, als er durch das gegnerische Drittel kurvte, zunächst an Meder scheiterte, dann aber ganz schnell reagierte und die Scheibe hinter dem Tor stehend in der kurzen Ecke unterbrachte. Der Jubel bei den Anhängern war groß. Am Sonntag haben die Füchse spielfrei, weil die neue Halle des Aufsteigers Landshut noch nicht fertig ist.

Statistik

Lausitzer Füchse – Wölfe Freiburg 7:3 (2:1, 4:1, 1:1)

1:0 Jordan George 1:28 (Überzahl, Assist: Hammod, Farmer)

2:0 Tomas Andres 7:23 (Jahnke, Strodel)

2:1 Nick Pageau 12:23 (Pither)

2:2 Gregory Saakyan 22:37 (Überzahl, Spiro, Pither)

3:2 Joel Keussen 23:33 (George, Granz)

4:2 Ondrej Pozivil 24:26 (Ustorf)

5:2 Jordan George 25:06 (Überzahl, Farmer, Hammond)

6:2 Daniel Schwamberger 30:21 (Unterzahl, ohne Assist)

6:3 Luke Pither 46:15 (Überzahl, Spiro, Pageau)

7:3 Joel Keussen 57:28 (Andres)

 Lausitzer Füchse

Tor: Carruth, Abwehr: Keussen, Mik – Kania, Pozivil – Monteith, Granz – Karrer, Sturm: Farmer, George, Hammond – Jahnke, Murphy, Breitkreuz – Ustorf, Strodel, Andres – Schwamberger, Kuschel, T. Reichel

 Wölfe Freiburg

Tor: Meisner, Meder, Abwehr: Spornberger, Pageau – Brückmann, Kurz – Rießle, Neher, Sturm: Spiro, Herm, Pither – Linsenmaier, Saakyan, Billich – Neuert, Balej, Wittfoth – Trattner, Christmann, Bauhof

Schiedsrichter: Fynn-Marek Falten, Seedo Janssen

Strafen: Weißwasser 10 + 10, Freiburg 10

 Zuschauer: 2483