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Bauen und Wohnen

Führt die Krise zu einem Wandel des Immobilienmarktes?

Der Immobilienmarkt in Deutschland ist aktuell ein Verkäufermarkt.

Leere Stadt Dresden
Leere Stadt Dresden © chrischanfilm

Das bedeutet, dass die Nachfrage nach Immobilien deutlich höher ist als das Angebot. Das wirkt sich natürlich auch auf die Immobilienpreise aus. Mit der erwarteten Rezession durch die Corona-Pandemie könnte sich die Situation und die Nachfrage ändern. Wir haben zur aktuellen Situation mit Willi Kluge, gesprochen (ESDI Immobilien).

Herr Kluge, wie würden Sie die aktuelle Situation auf dem Immobilienmarkt in Dresden und dem Umland beschreiben?

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Stand heute Anfang Juni hat sich nach den erfolgten Lockerungsmaßnahmen im Mai auf Landes- und Bundesebene der regionale Immobilienmarkt in unserem Kerngeschäft (Wohnimmobilien zum Kauf) weitestgehend wieder erholt. Die Nachfrage hat sich wieder auf das Niveau vor der Krise hochgeschraubt. Meines Erachtens ist sogar der Anlagedruck bzw. das Interesse nach Sachwerten höher als noch im März!

Inwieweit haben sich die Lockdown-Beschränkungen während des Höhepunktes der Krise auf das Maklergeschäft ausgewirkt?

Die Krise hat die Realwirtschaft mit voller Breitseite erwischt. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf unsere Arbeit als Immobilienmakler in Dresden gehabt. Die ersten 14 Tage haben alle erstmal nach Orientierung gesucht. Die Anfragen gingen zurück. Besichtigungen wurden gecancelt. Die Talsohle war gegen Ostern erreicht. Seitdem geht es konstant wieder nach oben.

Viele Mieter hoffen nun auf das Ende der kontinuierlichen Mietpreissteigerungen in Dresden. Wie beurteilen Sie mögliche Auswirkungen auf das Niveau der Mieten?

Wir haben keine Immobilienkrise gehabt. Die Fundamentaldaten am Markt haben sich nicht geändert. Es werden weiterhin mehr bezahlbare Wohnungen gesucht als angeboten werden! Ich schätze sogar, dass es aufgrund Kurzarbeit und der aktuellen Aussichten am Arbeitsmarkt weniger Umzüge in den kommenden Monaten geben wird. Die Leute überlegen mittlerweile doch genau, ob Sie jetzt eine größere und hochpreisige Wohnung anmieten wollen. Weniger Umzüge heißt noch weniger Angebot.

Mit welchen weiteren Auswirkungen rechnen Sie für die Zukunft? Worauf sollte man sich als Eigentümer einer Immobilie in Dresden einstellen?

Dresden ist grundsätzlich für Eigentümer ein sicherer Hafen. Ich persönlich sehe auch das wirtschaftliche Umfeld weiterwachsen und gedeihen. Langfristig wird die gesamte Region durch einen besseren Infrastrukturausbau noch mehr zusammenkommen und Wohnraum daher immer gefragt sein.

Was würden Sie potentiellen Käufern raten, die vor der Pandemie vor hatten eine Immobilie zu kaufen? Die Chance der aktuellen Zinsen nutzen oder lieber abwarten?

Historisch gesehen waren die Zinsen noch nie so niedrig. Dresden bietet mit vergleichsweise moderaten Preisen für Wohnraum einen optimalen Einstieg in dieses Feld. Jetzt heißt es “starten statt warten”!

In vielen Bereichen der Wirtschaft werden umfassende Maßnahmen zur Krisenregulierung getroffen. Denken Sie im Bereich der Immobilienwirtschaft sollten auch unterstützende Maßnahmen erwogen werden, beispielsweise eine Senkung der Besteuerung?

Die Immobilienwirtschaft im Bereich “Wohnen” ist einer der Gewinner der Krise. In der gewerblichen Vermietung (Einzelhandel, Gastronomie) sieht die Sache schon anders aus. Hier sollte man differenzieren und sinnvoll und gezielt unterstützen.

Gibt es Ihrer Ansicht nach auch Positives, was sich aus der aktuellen Situation entwickeln wird?

Die Krise hat die Menschen wieder zusammengeführt. Wichtige Werte - welche teilweise nicht mehr sichtbar waren - kamen wieder zum Vorschein. Und wir durften alle mal kurz durchatmen. Wir stehen am Anfang der goldenen Zwanziger und die kommenden 10 Jahre werden große Veränderungen in allen Lebensbereichen mitbringen. Diese Krise war der Startschuss für diese Dekade.

Unabhängig von der Corona-Pandemie hat sich im ersten Quartal dieses Jahres eine gesetzliche Neuerung für den Immobilienmarkt ergeben. Die Maklercourtage muss beim Immobilienverkauf und -kauf künftig hälftig geteilt werden und darf nicht mehr allein beim Käufer liegen. Bei der Ansprache von Eigentümern mit Verkaufswunsch fahren viele Immobilienmakler die Strategie, damit zu werben, dass dem Eigentümer keine Kosten entstehen, da die Courtage vom Käufer übernommen wird.

Wie beurteilen Sie als Immobilienmakler das Gesetz?

Wir begrüßen das Gesetz zu 100%. Der Antrieb ist, Privatkäufern den Einstieg in die Immobilie durch niedrigere Kaufnebenkosten zu erleichtern. Wie das in der Praxis dann aussieht, wird sich zeigen.

Wie handhaben Sie als Immobilienmakler für Dresden die Erhebung der Maklercourtage? Wie werden Sie das in Zukunft regeln?

Wir richten uns nach dem Gesetz und den regionalen Gegebenheiten.

Hat diese Änderung Einfluss auf den Immobilienmarkt in Dresden? Wird sich die neue gesetzliche Regelung auf die Preise auswirken?

Wird es garantiert! Mehr Nachfrage, höherer Preise. Aber wir warten erst einmal ab. Die Krise ist nicht einmal 3 Monate alt; das Gesetz kommt frühestens zum Jahreswechsel. Bis dahin kann - wie aus den letzten Monaten ersichtlich - noch viel passieren.

Herr Kluge, wir bedanken uns für ihre Ausführungen und dass sie uns teilhaben ließen an Ihrem Blick auf die Immobilienmarktsituation in Dresden!

Das Interview führte der externe Redakteur S. König.Leere Stadt Dresden 

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