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Fünf Euro im Monat für einen Feuerwehrmann

Radeberg zahlt den freiwilligen Feuerwehrleuten mehr Geld als Dresden. Aber lässt sich das vergleichen?

© Roland Halkasch

Von Andreas Weller

Seit diesem Monat bekommt jeder Aktive bei der freiwilligen Feuerwehr in Radeberg 30 Euro Entschädigung für das Ehrenamt im Monat. Das hat der dortige Stadtrat beschlossen und damit überhaupt erst eine Entschädigung eingeführt. In Dresden bekommen die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr schon lange Geld dafür, allerdings deutlich weniger: Hier sind es fünf Euro pro Mitglied und Monat.

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Im vergangenen Jahr hat die Stadt 39 000 Euro an ihre 1 341 Helfer in den Stadtteilfeuerwehren ausgezahlt. Bei Einsätzen, Aus- und Fortbildungen wird der Lohn weitergezahlt und Selbstständige können ihren Ausfall abrechnen. Dazu werden Reisekosten erstattet, gibt Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) an. Doch das alles können die Kameraden in Radeberg auch.

In Radeberg wurde die Zahlung auch damit begründet, dass die Feuerwehrleute für dieses Ehrenamt besonders viel Zeit aufwenden, da es zwingende Fort- und Weiterbildungen sowie Bereitschaften gibt. Zudem ist dieses Ehrenamt auch gefährlich. Wie viel Zeit die Dresdner Feuerwehrleute aufwenden müssen, werde statistisch nicht erfasst. Laut Sittel liegen diese, nach Größe der Stadtteilfeuerwehr, zwischen 5 000 und 15 000 Stunden pro Jahr und Wehr, ohne die Jugendarbeit. „Grundsätzlich besteht die Pflicht zu 40 Stunden Fortbildung, hinzu kommt die Weiterbildung in Form von Lehrgängen in Dresden und der Landesfeuerwehrschule Sachsen.“

Die Berufsfeuerwehr in Dresden ist zwingend auf die freiwilligen Wehren angewiesen. Bei 7 495 Einsätzen der Feuerwehr insgesamt im vergangenen Jahr waren an 2 184 die freiwilligen Wehren beteiligt oder haben diese alleine bewältigt. Eine Gefahr, dass die Radeberger Entscheidung zur Demotivation der Dresdner Feuerwehrleute führt, sieht Sittel nicht. „Die aktiven Angehörigen der Dresdener Stadtteilfeuerwehren sind sehr motiviert. Im Übrigen stellt nach unserer Wahrnehmung die Höhe der monatlichen Aufwandsentschädigung in aller Regel nicht das vorrangige Entscheidungskriterium für die Wahrnehmung eines Ehrenamtes dar.“ Zudem sei die aktuelle Satzung mit den fünf Euro mit den Führungen der Wehren abgestimmt.

Sittel sieht einen entscheidenden Unterschied: In Radeberg gibt es keine Berufsfeuerwehr, sondern ausschließlich die gut 1 000 Kameraden der freiwilligen Wehren. „Somit ist kein direkter Vergleich möglich.“ Deshalb rechnet er auch nicht mit Auswirkungen für die Arbeit in Dresden. Die Situation beim Nachwuchs sei seit Jahren konstant und die Stadt sorge für gute Bedingungen. (mit SZ/jf)