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Fünf Wochen Gleisbau im Elbtal

Die Deutsche Bahn modernisiert die Strecke durchs Elbtal. Nachts soll ohne Lärm gearbeitet werden. Ersatzverkehr wird noch geplant.

© Marko Förster

Von Gunnar Klehm

Wie geht's Brüder

Eine Reportagereise durch Osteuropa 30 Jahre nach dem Umbruch auf Sächsische.de

Kurort Rathen/Wehlen/ Pirna. Auf der Bahnstrecke zwischen Kurort Rathen und Pirna-Obervogelgesang finden vom 3. April bis 10. Mai Gleiserneuerungen statt. Darüber informiert die Deutsche Bahn AG. Sowohl Schotter als auch Schienen und Schwellen werden ausgetauscht. Das hat wegen des Baulärms Auswirkungen auf die Anlieger. Auch Einschränkungen im Fahrplan wird es geben.

Die Planungen für den Schienen-Ersatzverkehr laufen bereits. Die Deutsche Bahn werde Reisende rechtzeitig an Aushängen auf den Bahnhöfen informieren, heißt es. Zudem verweist das Unternehmen auf die eigene Homepage und das Service-Telefon. Grundsätzlich sei der Betrieb der S-Bahn-Linie S 1 aber gewährleistet.

In Kurort Rathen wurde erst vor zweieinhalb Wochen an den Gleisen gebaut, auch wurden die Bahnübergänge modernisiert. Das gehört alles zum komplexen Ausbau der Strecke von Dresden nach Tschechien. Der sei nötig, „um auch zukünftig die Verfügbarkeit der Strecke zu gewährleisten“, heißt es von der Bahn. Zwischen Pirna und der Bundesgrenze bei Schöna werden insgesamt etwa elf Kilometer Oberleitungen und 44 Kilometer Gleise erneuert. Zusätzlich werden entlang der Strecke zahlreiche Weichen, Durchlässe und drei Brücken neu gebaut beziehungsweise erneuert. In den vergangenen Jahren wurden bereits die Oberleitung zwischen König-stein und Bad Schandau sowie ein Gleis und acht Weichen im Bahnhof Kurort Ra-then fertiggestellt. Zudem wurde die Brücke über den Telschgraben in Wehlen-Pötzscha neu gebaut.

Kein temporärer Schallschutz

Weil die nun geplanten Arbeiten innerhalb der Tourismus-Saison stattfinden, wird in Kurort Rathen genau auf den Lärmschutz geguckt. Aufatmen dürfte man dort, nachdem die Bahn mitgeteilt hat, dass in den Nachtstunden ausschließlich Logistikfahrten und keine lärmintensiven Arbeiten geplant sind. Die Anwohner würden vorab über die Maßnahmen informiert. Nachts erfolgen auch keine Arbeiten, für die eine akustische Warnung erforderlich ist.

Ob allerdings auch tagsüber auf lautes Tröten verzichtet werden kann, sei noch nicht sicher. „Eine akustische Warnung soll weitestgehend vermieden beziehungsweise eingeschränkt verwendet werden“, heißt es dazu von der Deutschen Bahn. Mobile Wände als temporärer Schallschutz seien allerdings trotzdem nicht Gegenstand der Planungen. Das war Rathens Bürgermeister, Thomas Richter (parteilos) in ersten Informationsgesprächen noch in Aussicht gestellt worden, wie er im Gemeinderat erklärte.

Die Strecke im oberen Elbtal wird vom nationalen und internationalen Personen- und Güterverkehr stark genutzt. Die Verbindung ist täglich einer großen Beanspruchung ausgesetzt, erklärt die Pressestelle der Deutschen Bahn. Außerdem hätten die Hochwasser der Elbe 2002 und 2013 den Gleisen und Weichen erheblich zugesetzt. Auch deshalb wird die Strecke seit 2014 modernisiert.

Neu gebaut wurde im Jahr 2017 auch ein zusätzliches Gleis, das sogenannte Logistikgleis 60, bei Bad Schandau. Das befindet sich von Pirna aus gesehen vor der Überführung der Bundesstraße.

Geplant ist, zwischen Schöna und der Bundesgrenze die Basis der Gleisanlagen zu verbessern. Dazu wird eine sogenannte Planumsschutzschicht neu eingebaut. „Diese dient als Lastverteiler und stabilisiert den Untergrund“, heißt es von der Bahn.

Im Bahnhof Bad Schandau Ost – also auf Krippener Flur – wird ein elektronisches Stellwerk errichtet. Zugleich werden die dort seit Längerem nicht mehr genutzten Abstellgleise wieder aktiviert und zu einem modernen Güterbahnhof ausgebaut.

Informationen zur Bautätigkeit der Bahn unter: Tel. 0180 6996633 oder im Internet.