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Fünfgeschosser kriegen zwei aufs Dach

Um moderne Wohnungen anbieten zu können, stockt eine Genossenschaft mehrere Blocks an der Blasewitzer Straße auf.

© Visualisierung: WGJ

Von Kay Haufe

Am Anfang ging es lediglich um neue Aufzüge. Drei Fünfgeschosser an der Blasewitzer Straße sollten damit vor allem für ältere Genossenschaftler attraktiver werden, die dann länger in ihren Wohnungen bleiben können. „Doch dann kam uns die Idee, die Häuser gleichzeitig aufzustocken. Denn wir können so auch größere Wohnungen anbieten, die gefragt sind“, sagt Alrik Mutze, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Johannstadt (WGJ).

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Vergleichbare Projekte sind von anderen Vermietern bereits an der Marienberger Straße oder der Stauffenbergallee entstanden. „Wir wollten aber die passende Lösung für unsere Fünfgeschosser und haben mehrere Architekturbüros beauftragt. Die haben uns verschiedene Varianten vorgeschlagen, von denen wir die beste ausgewählt haben“, sagt Mutze. Kriterien waren gute Grundrisse, Kosten und schnelle Umsetzbarkeit. Schon im März des kommenden Jahres sollen die Arbeiten am Block Blasewitzer Straße 28–34 starten. Bis Dezember entstehen in den zwei zusätzlichen Geschossen 16 neue Wohnungen. Darunter sind zwei Zweiraum-, zehn Dreiraum- und vier Vierraumwohnungen. Die Wohnflächen variieren von 64 bis 106 Quadratmeter. „Am meisten nachgefragt werden bei uns Dreiraumwohnungen von rund 75 Quadratmetern Größe. Die werden sowohl von jungen Familien als auch von Ehepaaren im Ruhestand bevorzugt“, sagt der Vorstand. Die neuen Wohnungen werden nach modernen Gesichtspunkten ausgestattet sein. So erhalten die Dreiraumwohnungen Dusche und Badewanne, die Vierraumwohnungen dazu ein zusätzliches Gäste-WC. Für alle ist Sonnenschutz geplant. Weil keine freien Keller mehr vorhanden sind, werden für die Neubewohner Abstellräume eingebaut.

Zusätzlich zu den Wohnungen baut die Genossenschaft vor den Häusern in Richtung Blasewitzer Straße 15 neue Autostellplätze. Der bisherige Gehweg wird zur schmalen Straße umgestaltet. Außerdem erhalten die Gebäudeeingänge Vorhäuser. Die Aufzüge werden in das relativ großzügige Treppenhaus integriert und halten direkt vor den Wohnungen.

Die bereits in den Häusern lebenden Mieter fanden die Idee der Aufstockung allerdings gar nicht gut. Denn sie müssen die neun Monate der Aufstock-Arbeiten in ihren Wohnungen ertragen. „Aber wir haben sehr zeitig über unsere Pläne informiert. Im September wird es eine Mieterversammlung geben, in der noch einmal alle Probleme angesprochen werden können“, sagt Mutze. Zudem haben seine Mitarbeiter im Vorfeld alle Wohnungen einzeln begangen, um zu prüfen, ob während des Baus vielleicht noch etwas für altersgerechtes Wohnen verändert werden soll. So könnten beispielsweise Duschen statt Badewannen installiert werden. „Der Einbau der zwei Geschosse wird nicht lange dauern, denn es sind Leichtbauteile, die vorgefertigt montiert werden“, so Mutze. Für das Wohngebiet an der Blasewitzer Straße hat sich die Genossenschaft als Aufstockprojekt entschieden, weil es sehr gut angenommen wird. „Es ist vergleichsweise ruhig und dennoch nahe an der Innenstadt.“

Rund fünf Millionen Euro investiert die WGJ in den Einbau der Aufzüge und die zwei neuen Geschosse. Zwei weitere Blöcke nebenan sollen ebenfalls so umgestaltet werden. Und die Genossenschaft hat bereits weitere Pläne, ihren Bestand von derzeit 7 600 Wohnungen zu erweitern. Sie hat ein Grundstück der Stadt an der Ecke Striesener/Thomaestraße erworben. Darauf soll ab 2017 ein Neubau entstehen. Dieser schließt sich dann direkt an das ADAC-Gebäude an, sagt Mutze.

Im kommenden Jahr wird das Wohnhaus an der Franz-List-Straße 2a fertig, das 43 Wohnungen bietet. „Mit der Vermietung beginnen wir aber erst kurz vor der Fertigstellung, weil sonst zu viele Sonderwünsche geäußert werden.“