merken

Für August ganz tief hinab

Der Brunnen auf der Festung Königstein gehört zu den tiefsten des Landes. Wie er gebaut wurde, zeigt ein neues Modell.

© Marko Förster

Von Katharina Klemm

Anzeige
Wintermärchen eiskalt in Szene gesetzt

Zum zweiten Mal öffnet die Eiswelt Dresden ihre Türen. Die filigranen Eiskunstwerke sind ein atemberaubendes Erlebnis für Groß und Klein.

Königstein. Schlag auf Schlag. Immer wieder trifft der Schlegel auf das Eisen, um es in den Stein zu treiben. Es muss eine höllische Plackerei gewesen sein, als die Bergleute ausgestattet nur mit ihren metallenen Werkzeugen den Schacht für den Brunnen auf der Festung Königstein in den Felsen trieben. Kurfürst August hatte das veranlasst, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Von 1566 bis 1569 schufen die Arbeiter den heute zweittiefsten Brunnen Deutschlands.

Noch immer sind die Spuren der Meißel im Schacht gut zu erkennen. Und doch ist es schwer vorstellbar, wie die Männer damals arbeiteten. In der kürzlich neu eröffneten Ausstellung im Brunnenhaus können Besucher daher nun ein Modell bestaunen, das das sogenannte Abteufen zeigt. Angefertigt hat es der Modellbauer Paul Wells aus England. Von ihm ist auch das Modell des Kutschenzugs von August des Starken in der Dauerausstellung In lapide regis.

Sein neues Modell zeigt, wie die Bergleute beim Bau vorgingen. Im nach und nach entstehenden Brunnenschacht baute man Zwischenböden ein, die über Leitern miteinander verbunden waren. Mit einer Seilwinde wurde das abgeschlagene Gestein in Eimer nach oben transportiert. Die Anstrengung steht den Bergmännern ins Gesicht geschrieben. Ihre Kleidung ist von der Arbeit im Schacht verschmutzt. Sie wirken lebensecht.

Paul Wells und die Spezialmodellbauerin Sarah Schiff, die ihn bei den Figuren unterstützte, haben ganze Arbeit geleistet. Zur täglichen Plackerei kamen feuchte Kälte und Gesteinsstaub. All das sorgte dafür, dass die Lebenserwartung der Bergarbeiter damals nicht sehr hoch war.