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Für die nächste Flut gewappnet

THW und DLRG probten gemeinsam an der Elbe in Gohlis für den Ernstfall. Überraschungen inklusive.

© Christian Juppe

Von Henry Berndt

Jetzt muss es schnell gehen. Auf der Elbe ist ein Paddelboot in Not geraten. Drei Insassen werden gemeldet, doch als die Helfer das Boot entdecken, sitzt darin nur noch einer. Ein anderer wird kurz darauf mit dickem Knöchel am Ufer gefunden, ein Dritter ist benommen. Zum Glück ist das am Sonnabendvormittag am Elbufer in Gohlis nur eine Übung, doch beim nächsten Mal könnte es ein Ernstfall sein. Die Abläufe müssen sitzen.

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Für die Mitglieder der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) und des Technischen Hilfswerks (THW) beginnt die Übung am Morgen mit einem Hochwasseralarm. Zunächst wird das THW gerufen, um einen provisorischen Bootssteg zu bauen. Mit sechs Fahrzeugen rücken die Helfer in Blau und Weiß an. Die ganze Straße bis zum Ufer ist zugeparkt mit Radladern, Räumfahrzeugen und Mannschaftswagen. Ein Mann mit Warnweste und Block schaut besonders genau hin. Es ist Frank Thiere, Leiter der Fachgruppe Logistik. Ihm gefällt, was er sieht. Insgesamt sind in diesem Moment 70 THW-Helfer auf den Beinen, da zeitgleich auch noch Wasser im Bahnhof Mitte gemeldet wurde.

Als sei das alles nicht schon dramatisch genug, sind plötzlich auch noch Menschenleben in Gefahr. Rasch wird die DLRG zur Verstärkung herangezogen. Deren Mitglieder wurden vorab nicht informiert und werden unter realen Bedingungen geprüft. Nach ihrem Eintreffen und kurzen Absprache mit dem THW bringen sie das Paddelboot ans Ufer, bauen eilig einen Sanitätsplatz auf und kümmern sich eine halbe Stunde um die Verletzten, bis der Rettungsdienst kommt – oder gekommen wäre.

„Ziel dieser Übung war es, zu überprüfen, wie Abläufe und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen funktionieren“, sagt DLRG-Sprecher Marko Schlenker danach. „Insgesamt sind wir aus unserer Sicht sehr zufrieden.“ Lediglich die Kommunikation könnte im Detail noch verbessert werden. Zum Beispiel: Wer parkt wo, um am effektivsten eingreifen zu können?