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Für den Weltfrieden auf dem Markt

Die Partei Die Linke, die Grünen und junge Leute haben am Dienstag Flagge gezeigt. Die Kundgebung knüpfte an Hochaktuelles an.

© Kristin Richter

Von Frank Oehl

Kamenz. Gestern vor 76 Jahren zettelte Deutschland den bisher verheerendsten Krieg der Menschheitsgeschichte an. Der 1. September als Weltfriedenstag war also von Anfang an nicht nur als Signal der Hoffnung gemeint, sondern auch als Warnung. „Nie wieder Krieg!“ – dieser tiefe Wunsch hat sich für die Erde als Ganzes jedenfalls nicht erfüllt. Daran erinnerte am Dienstag auf einer Kundgebung in Kamenz die Linken-Landtagsabgeordnete Marion Junge. Den Markt hatte ihre Partei, initiiert von jungen Leuten, unter das Motto gestellt: „Für eine Welt ohne Krieg und Vertreibung!“ Beides sei aktueller denn je. Junge: „Derzeit gibt es 424 politische Konflikte auf der Erde, die bereits in 31 Kriege münden. Fast 60 Millionen Menschen, die Hälfte davon Kinder, sind deshalb auf der Flucht.“ Die Stadträtin hofft auch angesichts der Flüchtlingsströme nach Deutschland eine aktivere Beteiligung der Bürgerschaft. „Nur gemeinsam kann man die Politik verändern.“ Die Bündnisgrünen immerhin haben auf dem Markt zu Kamenz mit Flagge gezeigt.

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Flüchtlinge sind nicht hier, um Party zu machen

Wie auch OB Roland Dantz. Er hob hervor, dass zum Frieden in der Welt vor allem der Frieden im Innern eines Landes wichtig ist. Er zeigte sich noch immer schockiert von der Art und Weise, wie Innenminister Markus Ulbig jüngst in Heidenau von jenen beschimpft und verjagt wurde, die sich selbst als Vorreiter einer Willkommsenkultur für Fremde in Deutschland sehen. „Als Bürgermeister von Pirna hat sich Markus Ulbig immer klar gegen Rechts bekannt.“ Die Probleme des Landes könne man nur anpacken, wenn man sich zusammenfinde. „Dazu gehört, dass man auch dem gutmeinenden, aber womöglich Andersdenken nicht nur einen Schritt, sondern sogar eine Meile entgegenkommt.“

Pierre Lugge aus Panschwitz-Kuckau brachte es gestern besonders prägnant auf den Punkt. Er war vor vier Wochen ins Büro der Linkenabgeordneten Junge gekommen – mit der Idee für die Kundgebung am Weltfriedenstag. Der 24-Jährige kümmert sich seit Jahren ehrenamtlich um Asylbewerber im Heim in Kamenz und eine Familie auf der Oststraße. „Es sind mehr als 20 Afghanen und die sind nicht hergekommen, um Party zu machen.“ Sie hätten nur nicht das Glück wie wir gehabt, in ein Wohlstandsland hineingeboren zu sein. Man müsse den Fremden zeigen, dass sie nicht allein sind. „Und wir müssen uns gemeinsam dafür einsetzen, dass keine einzige Waffe mehr von Deutschland aus in die Welt geschickt wird.“ Der Beifall war groß.