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Für ein Wochenende Märchenschloss

Die 22. Schlosskaspereien auf Klippenstein lockten Hunderte Gäste an. Auch die Akteure sind von dem Festival begeistert.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

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Radeberg. Ein blaues Wunder war am Wochenende auf Schloss Klippenstein zu erleben. „Blaues Wunder“ ist nämlich der Name der Puppenbühne von Katharina Randel. Sie eröffnete die 22. Schlosskaspereien in Radeberg mit dem Märchenspiel „Der Wolf und die sieben Geißlein“. Die Kinder aus den Radeberger Kitas und Grundschulen waren begeistert.

Abends kamen die puppenspielversessenen Erwachsenen auf ihre Kosten. Siebzig Besucher sahen „Amphitryon“ von der Ostritzer Theaterimkerei. Heinrich von Kleist soll das Stück 1803 in Dresden geschrieben haben, ohne zu ahnen, dass es einst auch von Puppenspielern umgesetzt werden würde. In der Ostritzer Theaterimkerei wurde aus „Amphitryon“ ein Stück für Handpuppen und Schauspieler. Freitagabend ging es auf Schloss Klippenstein um die Liebe. Die von Alkmene zu Amphitryon. Die Zeugung des Herkules steht bevor. Alles wäre einfach gewesen, hätte Göttervater Zeus nicht ständig Amphitryons Erscheinung angenommen. Für Alkmene stand die tragisch-komische Frage, wer ist denn nun der wahre Amphitryon? Wer wird Herkules zeugen? Schon Freitagnacht lag große Spannung unter dem Dach von Schloss Klippenstein an.

Auch am Sonnabend konnten sich die Mitglieder des Schlossvereins über großen Besucherzuspruch freuen. „Maus Tütü lässt das Fragen nicht“, bereits zu diesem Stück strömten Sonnabend zahlreiche Puppentheaterfreunde die große Schlosstreppe hinauf. Es ging um die Frage aller Fragen: Woher kommen die Kinder? Darüber wird bekanntlich viel getuschelt. Die Maus Tütü macht sich auf die Suche nach Erkenntnissen. Mit „Diddi“, dem besten Küsser der Mäuseschule, erlebt sie die große Liebe und ganz nebenbei wird erklärt, wie das Kinderkriegen funktioniert.

Leidenschaft fürs Puppentheater

Bianka Häuser von der Dresdner Theatermanufaktur ist eine Schauspielerin mit Leidenschaft zum Puppentheater. Das war ihrem Spiel am Sonnabendnachmittag deutlich anzusehen. Zu diesem Zeitpunkt war Puppenspieler Marco Vollmann noch mit dem Aufbau seiner Puppenbühne beschäftigt. Er ist von den Schlosskaspereien begeistert. „Ich bin sehr gerne hier, das Festival hat sich einen sehr guten Ruf erworben“, sagte er. Er spielt das Stück „Das tapfere Schneiderlein“. Er hatte alle Hände voll zu tun, um die Hand-, Stock- und Schlenkerpuppen für den großen Auftritt vorzubereiten. Auf der Schlosstreppe rollte schon die nächste Besucherwelle an. Den Omas und Opas und all den Eltern eilten hochgradig gespannte Kinder voran. Ein wackerer Schneider soll gefährliche Riesen besiegt und neben wilden Schweinen auch Einhörner eingefangen haben. Die Ankündigung hört sich spannend an. Und Marco Vollmann spielte das Stück mit großer Leidenschaft.

Sonntag warteten noch drei weitere Höhepunkte. „Geburtstagsüberraschungen der Familie Zipfelchen“ wurde vom Fundus Marionettentheater Dresden inszeniert. „Dr. Olaf Bernstengel aus Dresden ist ein weitbekannter Puppenspieler. Wir arbeiten schon viele Jahre zusammen“, war von Steffi Dauphin, der stellvertretenden Vorsitzenden von Schloss Klippenstein, zu erfahren. Brigitte Rietschel zeigte sich gestern Nachmittag erfreut über die diesjährigen Besucherzahlen. Radebergs Schloss Klippenstein hat also wieder viele neue Freunde hinzugewonnen.