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Meißen

Für Gleichberechtigung selbst etwas tun

Ein Kommentar von Jürgen Müller über die geringe Frauenquote zur Wahl.

Jürgen Müller © Claudia Hübschmann

Das ist erst mal erfreulich. Bei den Kommunalwahlen haben in den meisten Gemeinden des Kreises die Bürger eine echte Wahl. Mitunter stehen dreimal so viele Bewerber auf den Listen, wie es Plätze in den Stadt- und Gemeinderäten gibt. Der vor allem auf dem Land oft vorhergesagte Mangel an Kandidaten ist also nicht eingetreten, von Politikverdrossenheit keine Spur. 

Es gibt aber einen eklatanten Mangel. Bei den meisten Parteien und Wählervereinigungen ist der Frauenanteil verschwindend gering, vor allem bei der CDU. In Diera-Zehren beträgt die Frauenquote bei der CDU null Prozent, in Lommatzsch gibt es nur eine Frau auf der Liste. Da tröstet es auch nicht, dass sie die Fraktionsvorsitzende ist.

Frauen stellen die Hälfte des Bevölkerungsanteils, deshalb sollten sie auch in diesem Verhältnis in den Räten vertreten sein. Das wird ja bei anderen Gelegenheiten auch immer gefordert. Frauenquoten bei Wahlen sind natürlich Unsinn. Denn niemand kann gezwungen werden, als Stadt- oder Gemeinderätin zu kandidieren.

 Das muss schon von den Frauen selbst kommen. Wenn sie kein Interesse an Kommunalpolitik haben, dann ist es eben so. Doch dann sollten sie sich nicht bei anderen Gelegenheiten über fehlende Gleichberechtigung beschweren. Um gleichberechtigt zu sein, muss man auch selbst etwas tun.

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