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Für und Wider zur Ampel

Der Zwischenstopp in Niederfrauendorf nervt manche. Allerdings hat er auch sein Gutes, heißt es bei den Behörden.

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© Egbert Kamprath

Von Maik Brückner

Glashütte. Seit Monaten regelt eine Ampel den Verkehr in Niederfrauendorf an der Kreuzung. Dort treffen sich die Straßen Glashütte – Dippoldiswalde und Oberfrauendorf – Reinhardtsgrimma. Ortsvorsteher Klaus Köhler (Wählervereinigung) hat zur Ampel eine klare Meinung: „Sie sorgt für Chaos, aber auch für mehr Verkehrssicherheit.“ Und das sei kein Widerspruch, findet er. Denn seit die Ampel steht, habe sich dort kein schwerer Unfall mehr ereignet. Doch es gebe Situationen, da gehe erst einmal gar nichts. So zum Beispiel, wenn ein Lkw von Dipps kommend in Richtung Oberfrauendorf abbiegt und dort auf einen Bus trifft. Die Straße auf Höhe des Lutherbaumes sei so schmal, dass die Fahrzeuge erst einmal rangieren müssen.

Im Landratsamt kennt man die Probleme. Dennoch sieht man dort eher die Vorteile. Seit dem Aufstellen der Ampel im Mai 2016 habe die Polizei nur vier Unfälle aufgenommen, sagt Martina Aurisch. Sie leitet das Amt für Straßenbau und Verkehr im Landratsamt Pirna und gehört der Verkehrsunfallkommission an. Nur ein Unfall sei durch Fehler beim Abbiegen zustande gekommen. Menschen wurden bei keinem der vier Unfälle verletzt. Mit der Ampel habe man die gefährliche Stelle entschärft. Eigentlich war sie aufgestellt worden, um den Umleitungsverkehr zu regeln, der durch eine Sperrung in Reinhardtsgrimma über Niederfrauendorf geführt wurde. Weil mit der Ampelregelung auch die Zahl der Unfälle abnahm, blieb die Baustellenanlage auch während der Winterpause auf der Baustelle und nach dem Ende der Arbeiten in Reinhardtsgrimma stehen.

Eigentlich ein Provisorium

Der Verkehrsunfallkommission war auch klar, dass diese Ampel nur ein Provisorium bleiben soll. Denn alle Probleme lassen sich damit nicht lösen. Da die Ampel nicht auf das Verkehrsaufkommen reagiert, staut sich der Verkehr zu bestimmten Zeiten. „Davon sind vor allem die Anwohner an der Glashütter Straße betroffen“, sagt Ortsvorsteher Köhler. Auch die Situation an den beiden Bushaltestellen, die sich im Ampelbereich befinden, sei unbefriedigend. Die Kommission bat deshalb das für die Straße zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Vorschläge zu machen, wie die Kreuzung dauerhaft sicherer gestaltet werden kann.

Erste Ideen gibt es inzwischen. Ein Fachplanungsbüro hat bereits im August eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, sagt Behördensprecherin Isabel Siebert. Die Unterlagen wurden von der Unfallkommission, der neben Landesamt und Landratsamt auch die Polizei angehört, am 21. September begutachtet und diskutiert. „Im Ergebnis dieser Beratung wurden weitere Untersuchungen gefordert, welche derzeitig bearbeitet werden“, sagt Frau Siebert. Die neuen Studien sollen bis Ende Oktober vorliegen und nochmals in der Unfallkommission besprochen werden. Die Kommission tritt Anfang November wieder zusammen. Isabel Siebert hofft, dass die Kommission sich dann auf einen Vorschlag einigt, der umgesetzt werden kann.

Das Resultat dieser fachlichen Abstimmung soll den Bürgern in einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt werden. Gegenwärtig stehe noch nicht fest, was genau unternommen werden soll, um die unfallträchtige Kreuzung dauerhaft sicherer zu machen.