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Leipzigs Werner vergibt die größte Chance

Nullnummer statt Toregala beim Fußball-Bundesliga-Gipfel: Bayern bleibt vorn und RB dran. Einer rechnet noch mit einem dritten Klub im Kampf um die Schale.

RB-Stürmer Timo Werner hadert auch mit sich.
RB-Stürmer Timo Werner hadert auch mit sich. © dpa/Matthias Balk

Der FC Bayern hat dank eines erstaunlichen Fehlschusses von Leipzigs Torjäger Timo Werner die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga behalten. Im Torlos-Topspiel vergab der Superstürmer von RB Leipzig am Sonntagabend die Riesenchance, als er bei seiner Direktabnahme in der 63. Minute freistehend am Tor des Nationalmanschaftskollegen  Manuel Neuer vorbeischoss. Nach dem 0:0 vor 75 000 Zuschauern in München bleibt der Titelkampf völlig offen.

Auch die Bayern, die weiter mit einem Punkt vor Leipzig die Tabelle anführen, hatten spät die Chance zum Lucky Punch: Nationalspieler Leon Goretzka verpasste wie Werner den Siegtreffer, als er nach einem wunderbaren Zusammenspiel mit Robert Lewandowski frei am glänzend haltenden RB-Torhüter Peter Gulasci scheiterte.

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In der ersten Hälfte boten die beiden besten Teams der Liga nicht das erhoffte Fußball-Spektakel. Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Direktor Oliver Bierhoff waren der bayerische Branchenprimus und der sächsische Herausforderer viel auf Absicherung bedacht. Im zweiten Durchgang nahm das Spitzenspiel vor allem durch die Leistungssteigerung von Leipzig Fahrt auf. Außer Werner vergab noch Kapitän Marcel Sabitzer fahrlässig eine Großchance (46.).

Abseits nach Videobeweis verhindert Foulelfmeter

Die Bayern wären fast zu einem Elfmeter gekommen. Nach Foul von Dayot Upamecano an Lewandowski, der sich den Ball schon auf den Punkt gelegt hatte, wurde der Strafstoß nach Videobeweis doch noch verwehrt (55.). Lewandowski hatte vor dem Foul im Abseits gestanden.

Der Bayern-Star (22 Tore) und Leipzigs Nationalstürmer Werner (20 Treffer) konnten dem Torjägertreffen nicht den Stempel aufdrücken. Lewandowski hatte vor der Pause eine gute Chance. Doch sein Schuss aus der Drehung wurde vom starken Upamecano noch zur Ecke geklärt (39.). Werner kam bei seinen Vorstößen vom Flügel in Hälfte eins zu einer ordentlichen Chance, sein Ball ging aber am Tor vorbei (24.). Doch vielmehr ärgerte er sich über den Fehlschuss in Hälfte zwei.

Erst ist die Flick-Elf besser, dann das Nagelsmann-Team

Mit dem "Vertrauen in unsere Philosophie" setzte Bayern-Coach Hansi Flick nach acht Siegen am Stück auch im Aufeinandertreffen zweier Trainer-Aufsteiger auf das bewährte System. Wie erwartet liefen auch wieder die im Pokal geschonten Goretzka und Thiago auf. Sein Starensemble verteidigte hoch und agierte dominant. Immer wieder schlichen sich im Offensivspiel aber Ungenauigkeiten ein, die letzte Konsequenz fehlte. Nach der Pause verlor sein Team den Zugriff.

Flicks Leipziger Kollege Julian Nagelsmann beorderte die Winter-Neuzugänge Dani Olmo (Dinamo Zagreb) und Angelino (Manchester City) in seine Startformation. Die vom 32 Jahre alten Trainer erhoffte "nötige Lockerheit" konnten die beiden Spanier aber nicht ins Spiel bringen. Die Nagelsmänner brauchten eine Hälfte, um nach drei nicht gewonnenen Partien am Stück die Schüchternheit abzulegen.

Der Bundestrainer sieht einen Dreikampf um den Titel

"Bayern ist sicherlich überlegen. Sie hatten zwei, drei relativ gute Möglichkeiten. Leipzig ist gefährlich im Konterspiel, aber der letzte Pass fehlt ein bisschen", analysierte Löw zur Halbzeitpause. Im spannenden Titelkampf mag er auch die Dortmunder nach ihrer 3:4-Niederlage gegen Bayer Leverkusen "nicht abschreiben".

Nach der Pause trat Leipzig forscher und vor allem zielstrebiger auf. Nagelsmanns Umstellung von Vierer- auf Dreierkette erhöhte die Präsenz im Mittelfeld. Bayern wackelte. Nach missglückten Aktionen von Jérôme Boateng und dem herauseilenden Manuel Neuer warf sich David Alaba in einen Schuss von Werner und verhinderte das 0:1 (49.). (dpa)