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Die Großen spenden, Hoeneß träumt

Uli Hoeneß glaubt an Veränderungen, und erste Belege gibt es tatsächlich. Vielleicht bringt die Corona-Krise ein bisschen Romantik zurück in den Fußball.

Das Gesicht zur Krise? Uli Hoeneß macht sich seine Gedanken über den Fortbestand des Profifußballs.
Das Gesicht zur Krise? Uli Hoeneß macht sich seine Gedanken über den Fortbestand des Profifußballs. © dpa

Frankfurt/Main. Solidarität statt Egoismus, Taten statt Lippenbekenntnisse: Mit einer selbstlosen Spende haben Bundesliga-Krösus Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen in der Corona-Krise ein millionenschweres Zeichen gesetzt - und damit Hoffnung auf die von Uli Hoeneß erwartete "neue Fußball-Welt" geweckt.

"Diese Aktion unterstreicht, dass Solidarität in der Bundesliga und 2. Liga kein Lippenbekenntnis ist", sagte DFL-Boss Christian Seifert: "Das DFL-Präsidium ist den vier Champions-League-Teilnehmern sehr dankbar im Sinne der Gemeinschaft aller Klubs." Das Quartett zahlt zusammen 20 Millionen Euro in einen Topf ein, der in Not geratenen Vereinen helfen soll. 

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Am Freitag, den 13.3. um 19.30 Uhr wäre die Playoff-Viertelfinal-Serie der Dresdner Eislöwen gegen die Löwen Frankfurt gestartet.

"In diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass die stärkeren Schultern die schwächeren Schultern stützen", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Und Leipzigs Chef Oliver Mintzlaff betonte: "Die Bundesliga ist ein großartiger Wettbewerb und besteht aus einer Vielfalt von 36 Vereinen, die in der Krise an einem Strang ziehen müssen."

12,5 Millionen Euro der gespendeten Summe sind Rücklagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) aus TV-Erlösen, die eigentlich den vier Klubs zustehen würden. Die restliche Summe steuern sie aus eigenen Mitteln bei. Das DFL-Präsidium entscheidet über die Verteilung der Gelder.

Hoeneß spricht von einer neuen Fußballwelt

"Jetzt muss Solidarität gelebt, nicht nur erzählt werden", forderte Hoeneß im Fachmagazin Kicker - bezogen auf die gesamte Gesellschaft, über Grenzen hinweg, nicht nur im Fußball. Aber eben auch. Der langjährige Bayern-Präsident bezeichnete die aktuelle Situation als "eine Gefahr", sieht in ihr aber auch die Chance, "dass die Koordinaten etwas verändert werden können. Es wird sehr wahrscheinlich eine neue Fußballwelt geben."

Wie diese (vorerst) in Deutschland aussehen wird, darüber entscheiden die 36 Vereine der Bundesliga sowie 2. Liga am kommenden Dienstag bei der virtuellen DFL-Mitgliederversammlung. Auf dem Programm stehen neben der weiteren Saisonplanung auch die wirtschaftlichen Folgen der Zwangspause, unter Umständen ist die Aktion des Quartetts ja nur der Anfang einer solidarischen Welle. Die DFL, die für die Verteilung aus dem "Hilfstopf" zuständig sein soll, wird es hoffen.

Ob die neue Solidarität dauerhaft Bestand haben wird, darf jedoch zumindest angezweifelt werden. Der Verzicht der vier Champions-League-Starter, die in der vergangenen Woche über ihren Plan beratschlagt haben, soll wegen der Corona-Pandemie eine einmalige Solidaraktion sein. Und Skepsis ist bereits vorhanden, unter anderem bei Steffen Baumgart.

In Krisen, sagen Kritiker, wird immer viel geredet

"Eines habe ich in den Jahren gelernt", sagte der Trainer des Bundesliga-Schlusslichts Paderborn: "Es wird, auch in Krisen oder nach schlimmen Vorfällen, sehr viel geredet und theoretisiert. Wir dürfen nicht blauäugig sein und glauben, alles wird besser oder vernünftiger." Genau das glaubt aber Hoeneß, zumindest vorübergehend erwartet er eine Regulierung.

Irrwitzige Gehälter? Dreistellige Millionenbeträge für Transfers? "Das kann ich mir in der nächsten Zeit nicht vorstellen", mutmaßte der 68-Jährige: "Die Transfersummen werden fallen, die Beträge werden sich in den kommenden zwei, drei Jahren nicht mehr auf dem bisherigen Niveau bewegen können. Denn es sind ja alle Länder betroffen." Und damit tatsächlich die Chancen gegeben, eine neue Fußball-Welt zu erschaffen. (sid)