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Leipzigs erste Dienstreise ohne Werner

RB ist schon da, wo die Bayern auch hinwollen – bei der Champions-League-Endrunde in Lissabon. Auf die Münchner wartet davor noch eine Pflichtaufgabe.

Timo Werner (links) fehlt Julian Nagelsmann diesmal.
Timo Werner (links) fehlt Julian Nagelsmann diesmal. © dpa/Roland Weihrauch

Leipzig/München. Die neuen Stars von RB Leipzig sind schon seit einigen Tagen in Lissabon. Die Einwohner von Portugals Hauptstadt blicken an 1.400 Plakatwänden auf Marcel Sabitzer, Marcel Halstenberg und Christopher Nkunku. Früher lief eine derartige PR-Aktion selten ohne Timo Werner. Doch der zum FC Chelsea transferierte Nationalspieler verzichtete auf das Finalturnier der Champions League. Dadurch wird die Dienstreise an die Atlantikküste der erste Härtetest ohne den Torjäger.

„Grundsätzlich haben wir sehr viele Mittelfeldspieler, die torgefährlich sind“, betont Trainer Julian Nagelsmann. Der Trainer ergänzt: „Wir haben auch Spieler, die nicht viel gespielt haben, weil Timo fast alles gespielt hat. Für sie bietet sich jetzt eine Chance.“ Für das Viertelfinale gegen Atletico Madrid am Donnerstag hat der 33-Jährige zwei Alternativen: Entweder er bietet viele wuselige Mittelfeldspieler auf oder mit Patrik Schick und Yussuf Poulsen „zwei richtige Kanten gegen den Atletico-Block“.

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Einer wie Werner fehlt dennoch – nicht nur auf dem Platz, wo er in der Champions League bloß auswärts traf. Beim 2:1 im September bei Benfica Lissabon erzielte der Spaßvogel beide Tore. Auch in der Kabine geht es ohne ihn jetzt deutlich ruhiger zu.

Bereits an diesem Samstag fliegt RB per Charter von Leipzig nach Lissabon. Genächtigt wird etwa 25 Kilometer weiter westlich in Estoril. Nagelsmann sieht die Tage vor dem Spiel als Mini-Trainingslager, will sich und seine Spieler an das Klima gewöhnen. Auch die Neuzugänge Benjamin Henrichs und Hee-chan Hwang reisen mit, auch wenn sie noch nicht spielen dürfen. Der Südkoreaner übernimmt Werners Rückennummer. Eine Erinnerung an den ehemaligen Fan-Liebling ist also mit an Bord.

„Wir sind voll im Saft“, sagt Bayern-Kapitän Manuel Neuer vor dem Ernstfall gegen den FC Chelsea.
„Wir sind voll im Saft“, sagt Bayern-Kapitän Manuel Neuer vor dem Ernstfall gegen den FC Chelsea. © M. Donato/FC Bayern/dpa

Leipzig, Atletico, Atalanta Bergamo, Paris Saint-Germain sowie seit Freitagabend auch Manchester City nach dem zweiten 2:1-Erfolg gegen Real Madrid und Olympique Lyon trotz des 1:2 bei Juventus Turin nach dem 1:0 daheim sind also schon da, wo die Bayern auch noch hinwollen. Manuel Neuer blickt dem Probelauf zu Hause mit leuchtenden Augen entgegen. An einen wiederkehrenden Albtraum gegen den FC Chelsea verschwendet der Kapitän der Münchner keine Gedanken. Vielmehr wollen sie die Neuauflage des tränenreichen Finales von 2012 zum Startschuss für eine 16-tägige Blitzjagd auf das Geister-Triple machen. „Wir sind alle sehr hungrig“, sagt Neuer vor dem Achtelfinalrückspiel gegen die Londoner. „Wenn man in ein Champions-League-Turnier startet, ist es wichtig, das Ziel vor Augen zu haben. Das haben wir mit Meisterschaft und Pokal erlebt.“ Nach dem 3:0 im Hinspiel dürfte in der eigenen Arena kaum noch etwas schiefgehen.

Für den EM- und WM-erfahrenen Nationaltorhüter ist der Ernstfall gegen den Premier-League-Vierten eine Art letztes Gruppenspiel vor der K.-o.-Runde im Titelkampf. „Es ist für uns ein Re-Start in das Champions-League-Turnier.“ Bei einem Viertelfinaleinzug an diesem Samstag würde der Bayern-Tross gleich am Sonntag nach Portugal reisen, um sich in einem Trainingslager an der Algarve auf die Endrunde der besten acht europäischen Fußballklubs vom 12. bis zum 23. August einzustimmen.

„Dann kommen K.-o.-Spiele. Das sind immer Finals. Wir kennen das auch von der Nationalmannschaft“, sagt Neuer. In 224 Heimspielen im Europapokal unterlagen die Münchner nur einmal mit einem Ergebnis, das das Aus bedeuten würde. Im Halbfinale 2014 gegen Real Madrid verloren sie mit 0:4. Sieben Erfolge in sieben Champions-League-Duellen der Saison bei 27:5 Toren lautet die imposante Ausbeute der Bayern. Noch beeindruckender ist ihre Geisterspielbilanz: elf Partien, elf Siege.

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