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Ballacks Trikots helfen dem Chemnitzer FC

Der Fußball-Regionalligist sammelt 490.000 Euro. Das macht die Rettung möglich. Doch abgewendet ist die Insolvenz noch lange nicht.

Ein Trikot von Michael Ballack hat bei der Versteigerung besonders hoch im Kurs.gestanden.
Ein Trikot von Michael Ballack hat bei der Versteigerung besonders hoch im Kurs.gestanden. © dpa/Jan Woitas

Chemnitz. Die Rettung des Drittliga-Absteigers Chemnitzer FC ist greifbar. Die Marke von 450.000 Euro auf dem eingerichteten Treuhandkonto zur Beendigung des Insolvenzverfahrens wurde erreicht, gab der Klub bekannt. „Dadurch kann der vom Insolvenzverwalter Klaus Siemon aufgerufene Betrag rechtzeitig nachgewiesen werden“, teilte der Verein mit.

Siemon hatte der CFC-Spitze Anfang Juli vorgeschlagen, bis Mitte August zusätzliche 450.000 Euro nachweisen zu müssen, um die Aufstellung eines Insolvenzplanes zu ermöglichen. Diese Summe werde benötigt, um die Gläubiger zu befriedigen sowie die Masseverbindlichkeiten und die Verfahrenskosten zu decken. Stand Mittwochnachmittag gingen etwa 490.000 Euro ein.

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Die Online-Auktion der 40 handsignierten Original-Trikots aus der aktiven Zeit von Michael Ballack brachten beinahe 40.000 Euro. Das höchste Gebot bei der um 15 Uhr beendeten Versteigerung wurde für das Nationalelf-Trikot mit der Nummer 13 von der WM 2006 abgegeben, das ein Käufer am Ende für 5.161,11 Euro ergatterte.

„Es geht also deutlich mehr Geld auf dem Treuhandkonto ein“, sagte die Klub-Vorstandsvorsitzende Romy Polster. „Das zeigt, wie sehr die Menschen mit dem Verein verbunden sind. Diese überragende Tat, die nicht mehr in Worte der Wertschätzung zu fassen ist, zeigt mehr denn je, welchen Stellenwert der CFC in der Stadt hat. Und am deutlichsten ist die Botschaft: Es gibt den Zusammenhalt.“

Verfahren zieht sich über Wochen und Monate hin

Jetzt kann ein Plan aufgestellt werden, um die Insolvenz zu beenden. Falls Siemon das nicht macht, reicht die Vereinsspitze einen Plan zur Beendigung des Verfahrens ein, teilte der CFC mit. Angeblich will Siemon das nicht tun. Stattdessen soll er angekündigt haben, in den nächsten Tagen einen Schlussbericht ans Amtsgericht zu schicken und in diesem das Ende der Insolvenz zu beantragen.

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Vorsorglich zog der Klub diese Möglichkeit in Erwägung und führte mit dem Insolvenzanwalt Matthias Lechleitner entsprechende Vorgespräche. Er mahnt Geduld an. In den nächsten vier bis sechs Wochen soll der Insolvenzplan dem Amtsgericht vorliegen. Anschließend nimmt die Prüfung etwa drei Monate in Anspruch. Danach findet eine finale Gläubigerversammlung statt, die das Verfahren beenden könnte. (dpa)

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