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Kretschmer freut sich auf Geisterspiele

Der Neustart der Bundesliga bahnt sich an. Sachsens Ministerpräsident ist unbedingt dafür, und auch bei RB Leipzig wächst die Zuversicht.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), hier beim DFB-Pokal-Endspiel im Vorjahr mit Schal das damaligen Finalisten RB Leipzig, spricht sich für die Fortsetzung der Bundesliga-Saison aus.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), hier beim DFB-Pokal-Endspiel im Vorjahr mit Schal das damaligen Finalisten RB Leipzig, spricht sich für die Fortsetzung der Bundesliga-Saison aus. © Jan Huebner

Dresden. Nun also auch Michael Kretschmer. Nach seinen Amtskollegen aus Bayern und Nordrhein-Westfalen hat sich auch Sachsens Ministerpräsident für die Fortsetzung der Saison in der Fußball-Bundesliga ausgesprochen - natürlich unter Ausschluss von Zuschauern. 

"Geisterspiele sind besser als nichts. Viele Deutsche freuen sich auf die Fußballübertragung. Ich auch", sagte Kretschmer in der Bild-Zeitung, und er ist sich offenbar der Gratwanderung bewusst. "Leider gibt es nicht viele Sportarten, für die sich diese Möglichkeit eröffnet. Wenigstens der Fußball bleibt uns", meinte er. Aus dem Freistaat spielt RB Leipzig in der Bundesliga, Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga.

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Zuvor hatten NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und sein bayerischer Kollege Markus Söder (CSU) das Datum 9. Mai ins Spiel gebracht, ab dem die Bundesliga wieder ohne Zuschauer starten könnte. Voraussetzung dafür seien entsprechende Konzepte und Schutzvorkehrungen. Derzeit pausiert der Spielbetrieb in den Bundesligen bis zum 30. April. Am Donnerstag will die Deutsche Fußball Liga über weitere Schritte und eine mögliche Saisonfortsetzung mit Geisterspielen beraten. Die Fans haben sich schon dagegen ausgesprochen.

Die Umstellung für die Spieler ist enorm

Nach einem Beschluss von Bund und Ländern, Großveranstaltungen bis mindestens Ende August grundsätzlich zu untersagen, muss die Liga auf Partien ohne Zuschauer setzen, um die Spielzeit wie angestrebt bis Ende Juni zu beenden. 

Vorstandschef Oliver Mintzlaff von RB Leipzig hat indes die bevorstehende Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga begrüßt und zugleich die große Verantwortung der Vereine betont. "Es wäre schön, wenn wir den Fans durch den Fußball wieder ein Stück Lebensfreude und Normalität geben könnten. Die jüngsten Signale aus der Politik sind positiv", sagte der 44-Jährige bei Bild. Geisterspiele seien zwar ungewohnt, aber momentan sei man in einer Situation, in der täglich neue Dinge auf einen zukommen.

Er betonte, mit den sich anbahnenden Möglichkeiten durch die Politik gewissenhaft umzugehen. "Wir sehen diese als klaren Auftrag, weiter wie bisher sehr verantwortungsvoll und im Einklang mit allen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit vorzugehen. So ist es bislang auch im Konzept der DFL sehr gut ausgearbeitet worden", sagte der Ex-Leichtathlet. Für die Spieler wird die Umstellung teilweise enorm sein, wenn sie vor leeren Rängen statt vor über 40.000 Zuschauern spielen. "Es wird ein ganz anderes Spiel und ich bin gespannt, welche Auswirkungen das hat. Es wird Mannschaften geben, die das besser wegstecken können", meinte Mintzlaff.

Rückkehr in Spielbetrieb wird eine Gratwanderung

Zunächst geht es für die Bundesliga-Teams jedoch darum, in den normalen Trainingsbetrieb zurückzukehren. Bisher trainieren die Mannschaften in Kleingruppen und ohne Körperkontakt. So müsse laut Mintzlaff am Donnerstag auf der Mitgliederversammlung der DFL besprochen werden, wie man den Schalter umlege. "Wir müssen ins Teamtraining zurückkehren. Nur dann kann man auch gut Fußball spielen", befand Mintzlaff. 

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Letztlich wird die Rückkehr in den Spielbetrieb eine Gratwanderung werden. "Alle im Fußball sind in der Verantwortung. Normalität ist wichtig und Normalität ist, wenn der Ball rollt", sagte der RB-Boss. Allerdings, das hatte Mintzlaff in der Vergangenheit oft betont, stehe die Gesundheit an oberster Stelle und man werde keine Risiken eingehen. (dpa)

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