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Sachsens Fußball bricht die Saison ab

Entscheidung gefallen: Die Landesliga bleibt ohne Meister, der Tabellenletzte muss nicht absteigen. In der Landesklasse entscheidet dagegen die Quotientenregel.

Die Saison in der Landesliga ist offiziell beendet, die Auf- und Abstiegsregelung außer Kraft gesetzt. Das hat der Sächsische Fußball-Verband entschieden.
Die Saison in der Landesliga ist offiziell beendet, die Auf- und Abstiegsregelung außer Kraft gesetzt. Das hat der Sächsische Fußball-Verband entschieden. © dpa

Dresden/Leipzig. Der Sächsische Fußball-Verband (SFV) hat die Saison in der Landesliga und den vier Landesklasse-Staffeln mit sofortiger Wirkung für beendet erklärt. Auch die dem SFV zugeordneten 13 Kreis- und Stadtverbände sollen demnach das Spieljahr abbrechen. Der sächsische Landespokal, in dem lediglich noch zwei Halbfinalpartien und das Endspiel ausstehen, soll dagegen zu Ende gespielt werden, „damit der Sieger am DFB-Pokal-Wettbewerb 2020/21 teilnehmen kann“, sagte SFV-Präsident Hermann Winkler am Dienstagnachmittag.

"Unsere Vereine haben sich in dieser Frage Gewissheit gewünscht, die wir jetzt haben. Im nächsten Schritt geht es um die Umsetzung dieser Variante. Konkrete Vorschläge zu notwendigen Änderungen unserer Regularien haben wir mit allen Kreis- und Stadtverbandspräsidenten diskutiert", ergänze Winkler.

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Zudem gab der SFV bekannt, die Auf- und Abstiegsregelung außer Kraft zu setzen. Aus der Landesliga steigt kein Team auf, zumal ohnehin kein sächsischer Verein für die neue Oberliga-Saison gemeldet hat. Der souveräne Spitzenreiter Einheit Kamenz hatte zunächst Interesse signalisiert, kurz nach Beginn der Corona-Krise aber seinen Aufstiegsverzicht erklärt. In die Landesklasse absteigen muss keine Landesliga-Mannschaft, damit verbleibt auch der abgeschlagene Tabellenletzte BSG Stahl Riesa in der sechsten Liga.

Unter den Bundesländern gibt es keine Einigkeit

Aufsteiger in die Landesliga wird es allerdings geben. Die Rangfolge in den vier Landesklasse-Staffeln wird durch einen Quotienten aus Punkten und Anzahl der Spiele (Stand 13. März) ermittelt. Aus der Landesklasse Mitte würde demnach der Hainsberger SV, der eine Fusion mit Stahl und Motor Freital anstrebt, sowie aus der Ost-Staffel der FV Dresden 06 Laubegast aufsteigen. Gibt es aus allen vier Staffeln einen Aufsteiger, müsste die Landesliga in der Saison 2020/21 auf 20 Mannschaften aufgestockt werden.

Einigkeit gibt es unter den Fußball-Landesverbänden allerdings nicht. So beabsichtigt der der Thüringer Fußball-Verband, die laufende Saison am 1. September fortzusetzen und bis zum Frühjahr 2021 zu Ende zu spielen. Schleswig-Holstein hatte sich bereits zu einem Saisonabbruch entschieden, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland, Westfalen, Berlin, Brandenburg und Niedersachsen tendieren ebenfalls zu einem vorzeitigen Ende der laufenden Serie. Dagegen wollen neben Thüringen auch die Verbände Bayern, Hamburg und Südwesten weiterspielen. 

In Niedersachsen ist der Verband für einen Abbruch, die Vereine allerdings dagegen. In den anderen Bundesländern ist die Haltung derzeit noch unklar. Einige Verbände haben die Vereine direkt gefragt, was beispielsweise in Mittelrhein zu keinem klaren Votum führte. Warum der sächsische Verband seine fast 1.000 Vereine nicht befragte, erklärt Winkler: „Wir wurden von den Vereinen gewählt, deshalb übernehmen wir jetzt auch die Verantwortung für diese Entscheidungen.“

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