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Dynamo schreibt Minge-Nachfolge aus

Welche Aufgaben der neue Sportgeschäftsführer bekommt und welches Profil er haben muss - die wichtigsten Anforderungen.

Der Vertrag von Ralf Minge als Sportgeschäftsführer wird nicht verlängert. Jetzt hat Dynamo seine Stelle öffentlich ausgeschrieben, aber es gibt bereits einen Wunschkandidaten.
Der Vertrag von Ralf Minge als Sportgeschäftsführer wird nicht verlängert. Jetzt hat Dynamo seine Stelle öffentlich ausgeschrieben, aber es gibt bereits einen Wunschkandidaten. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Jeweils neun Punkte umfassen die Aufgaben und die Anforderungen an das Profil: Dynamo Dresden hat die Nachfolge von Ralf Minge satzungsgemäß ausgeschrieben - und dabei vorangestellt, mit mehr als 23.000 Mitgliedern einer der größten Fußballvereine in den neuen Bundesländern zu sein. Zur "langfristigen Stärkung unseres Verein" werde nun "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" ein Geschäftsführer Sport gesucht.

Die Trennung von Minge nach mehr als sechs Jahren zum 30. Juni hatte der Aufsichtsrat am Dienstag bekanntbegeben, der Vertrag wird nicht verlängert. Minge selbst äußerte sich danach detailliert zum Ablauf der Gespräche und zeigte sich vor allem enttäuscht über die Art und Weise. "Ich hätte mir gern ein anderes Ende, einen anderen Abschied als Verantwortungsträger des Vereins gewünscht", schrieb er in einer persönlichen Erklärung. "Aber ich persönlich kann in den Spiegel schauen, und das war mir in meinem Leben schon immer wichtig."

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Die Ausschreibung wurde am Freitag, 17 Uhr, auf der Internetseite des Vereins veröffentlicht, die Bewerbungsfrist läuft bis zum 15. Juni. Zu den Aufgaben des künftigen Sportchefs gehört demnach außer der Kaderplanung, dem Scouting und der Zusammenstellung des Trainer- und Funktionsteams auch die "Weiterentwicklung der definierten Strategie mit dem Ziel der langfristigen sportlichen Stabilität" sowie die Nachwuchs- und Jugendarbeit.

"Hervorragendes Netzwerk in der Fußballwelt"

Gesucht wird jemand, der "ein hervorragendes Netzwerk in der Fußballwelt sowie sehr gute Kenntnisse des nationalen und internationalen Fußballgeschehen" besitzt. Ein möglicher Favorit für die Minge-Nachfolge soll Ralf Becker sein. Der 49-Jährige wurde vor ziemlich genau einem Jahr als Sportvorstand beim Ligakonkurrenten Hamburger SV entlassen, zuvor arbeitete er lange als Chefscout und Nachwuchsleiter beim VfB Stuttgart sowie als Co-Trainer beim Karlsruher SC, als dem Verein 2007 der Aufstieg in die Bundesliga gelang.

In dieser Funktion hatte Becker beim KSC auch Kontakt mit Dynamos jetzigem Cheftrainer Markus Kauczinski. "Natürlich gab es Schnittmengen", sagt Kauczinski. "Er war Co-Trianer bei den Profis, ich für die Jugend verantwortlich als Trainer und als Nachwuchskoordinator. Von daher kennen wir uns, hatten einen engen Austausch. Danach ist man sich immer mal wieder begegnet."

Ein wichtiger Punkt im Profil: "Im Transfergeschäft können Sie nachweislich Erfolge und Erfahrungen aufweisen." Beim HSV hatte Becker die Aufgabe übernommen, nach dem erstmaligen Abstieg aus der Bundesliga eine Mannschaft zusammenzustellen, die den sofortigen Wiederaufstieg schafft. Das Ziel wurde in der Vorsaison jedoch vor allem durch schwache Leistungen gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel verspielt, als Konsequenz entließen die Hamburger erst Trainer Hannes Wolf und dann auch Sportchef Becker.

Heute in Wiesbaden um den Klassenerhalt

In Dynamos Stellenausschreibung wird zudem die Fähigkeit vorausgesetzt, "Menschen mit einer gesunden Mischung aus Führungsanspruch und Kooperation zu führen, zur Leistung zu motivieren und langfristig an den Verein zu binden". Ein hoher Anspruch. Erst einmal müsste er im Falle eines Abstieges in die 3. Liga einen personellen Neuaufbau unter erschwerten Bedingungen starten, denn finanziell müsste die SGD wegen der deutlich geringeren Einnahmen sowie die Folgen der Corona-Krise sparen.

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